Fussyduck - Maybe That's All We Get

Fussyduck - Maybe That's All We Get

Fussyduck
Maybe That's All We Get

Erscheinungstermin: 27.05.2022
Label: Double Moon Records, 2022

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Guillaume Guedin - Alto Saxophone
Robin Antunes - Violin
Leando Irarragorri - Piano
Florian Weiss - Trombone
Baptiste Dolt - Drums
Daisy George - Double bass

Fussyduck ist nicht nur gekennzeichnet durch einen ungewöhnlichen Namen und eine ungewöhnliche Besetzung, sondern auch durch die internationale Herkunft der Bandmitglieder. Altsaxofonist Guillaume Guedin, Geiger Robin Antunes und Schlagzeuger Baptiste Dolt kommen aus Paris, Pianist Leandro Irarragorri ist als Sohn eines kubanischen Vaters in Zürich aufgewachsen, die junge Bassistin Daisy George stammt aus London und der Posaunist Florian Weiss lebt in Bern, wo er unter anderem das Quartett Woodooism betreibt.

„Wir waren alle im Rahmen unseres Studiums bei einem Workshop einer Kooperation von Jazzschulen in der Toskana“, erzählt Weiss über den Sommer vor fünf Jahren. „Es ging ums Vernetzen, Kennenlernen und natürlich miteinander spielen. Mit uns hat es menschlich und musikalisch gut geklappt und das hat uns dazu bewegt, eine Band zu gründen.“

Nach einigen Konzerten erregten Fussyduck schnell internationale Aufmerksamkeit und konnten im Frühjahr 2019 den renommierten Bejazz Transnational Prize in Bern gewinnen. Bald darauf nahmen sie im Kölner Loft ihr Debüt-Album „Maybe That’s All We Get“ auf, das jetzt erscheint.

„Dadurch, dass wir ein Sextett sind, also nicht gerade die kleinste Besetzung, könnte man uns als kammermusikalisches Jazzorchester bezeichnen“, versucht sich Florian Weiss an einer Beschreibung des Bandsounds. „Das war für alle etwas, an das man andocken konnte.“

Der Klang von Fussyduck ist leichtfüßig und transparent und lebt unter anderem von den Kontrasten, die durch Klang von Altsaxofon, Posaune und Geige entstehen - Wildheit und Kaffeehaus-Charme, ein Sinn für spannende musikalische Geschichten und ein unnachahmlicher gemeinsamer Groove gehen eine aufregende Verbindung ein.

„Wir sind alle sehr unterschiedlich und bei allen passiert sehr viel“, hat Weiss festgestellt. „Wir gehen als Musiker in viele verschiedene Richtungen, deshalb ist unser Klang sehr vielfältig. Wir sind ein bunter Haufen, der sich menschlich gut versteht und deshalb passen wir auch musikalisch gut zusammen. Alle bringen ihre Eigenständigkeit ins Kollektiv mit ein.“

Das spiegelt sich auch im Repertoire von „Maybe That’s All We Get“. Das mit einem munteren Rhythmus ausgestattete „A Brighter Day“ stammt genau wie der Titel-Track von Daisy George, die klanglich raffiniert gestaltete Ballade „Encore Cinq Minutes“ hat Robin Antunes geschrieben. Von Florian Weiss wiederum stammt das lauernd und brütend voran schreitende „Refugium“, bei dem Baptiste Dolt mit den Besen einen sanften Groove kreiert, bevor der Song eine rhythmische Wendung nimmt und Dolt zu den Stöcken greift.

„Das Stück habe ich ursprünglich für mein Quartett geschrieben und auch bereits veröffentlicht“, erzählt Weiss. „Es war eins der ersten Stücke, das wir zusammen gespielt haben und bei dem es ‚Klick‘ gemacht hat. Durch die Vergrößerung der Band um Klavier und Geige hat das Stück mehr Volumen bekommen, nicht nur deshalb haben wir es im Repertoire behalten und aufgenommen. Es ist sehr emotional, denn es geht um einen inneren Rückzugsort, der eigentlich nur in Gedanken existiert.“

Gleich drei Songs hat Guillaume Guedin beigesteuert. Das klar und schwebend konstruierte „Bricks“ eröffnet das Album, „Zafu“ ist ein Stück, bei dem alle Bandmitglieder ihren musikalischen Witz mit einbringen und dann ist da noch „Mambo Requiem“ aus der Feder des großen Pianisten Lennie Tristano.

„Das Stück hat Guillaume arrangiert, er ist großer Tristano- und Lee-Konitz-Liebhaber“, weiß Florian Weiss. „Es besteht eigentlich aus zwei Stücken, deren Gegensätzlichkeit ihn interessiert hat. Er hat es sehr cool unserer Besetzung auf den Leib geschrieben und es ist ein wichtiger Song in unserem Repertoire.“

So ist ein Album entstanden, bei dem kantige Klänge, gefühlvolle warme Passagen und rhythmische Feinheiten miteinander verwoben werden und einen Bandsound entstehen lassen, der tatsächlich einzigartig ist.

Text: Double Moon Records

jazz-fun.de meint:
Dieses Album ist ein Zeugnis der außergewöhnlichen Musikalität und des handwerklichen Könnens aller Mitglieder der Band. Hier kann man großartige Improvisationen bewundern, die manchmal im Hintergrund mit der Band, manchmal im Duett gespielt werden. Das Album zeichnet sich durch eine Vielfalt an Farben, musikalischen Stilen, unglaublicher Energie und Frische des Sounds aus.

  1. Bricks
  2. A brighter day
  3. Refugium
  4. Zafu
  5. Mambo requiem
  6. Encore cinq minutes
  7. Maybe that's all we get

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