Hans Anselm Quintett - Room Scope Moon

Hans Anselm Quintett - Room Scope Moon

Hans Anselm Quintett
Room Scope Moon

Erscheinungstermin: 08.10.2021
Label: Berthold Records, 2021

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Gabriel Rosenbach - trumpet
Benedikt Schnitzler - guitar
Anna Wohlfarth - piano
Arne Imig - bass
Johannes Metzger - drums

Ein Mix aus elektronischen Sounds, Jazz und pulsierenden Grooves ist die musikalische Basis – weniger Soli mehr kollektive Klanglandschaften.

Das Quintett besteht aus Gabriel Rosenbach (Trompete), Benedikt Schnitzler (Gitarre), Anna Wohlfarth (Klavier), Arne Imig (E-Bass) und Johannes Metzger (Schlagzeug). Stellt sich – mit Blick auf den Bandnamen – die Frage: und was ist mit Hans Anselm? Bandgründer Benedikt Schnitzler klärt uns auf: „Obwohl die Herkunft des Bandnamens lieber ein Mysterium bleiben sollte, hat sich Hans Anselm für uns zu einem ständigen Begleiter entwickelt. Er ist ein imaginärer Freund, der die Band bewacht, inspiriert, in Aufruhr versetzt und dennoch eint. Nur wir können ihn sehen, wenn er uns die Noten, die wir spielen sollen, zuflüstert. Er inspiriert und zwingt uns dazu, unsere Komfortzone zu verlassen.“

Während Hans Anselm also die Inspiration für das Ensemble liefert, schreiben Schnitzler und Wohlfarth die daraus resultierenden Stücke. Ausgangspunkt sind musikalische Skizzen, die die Beiden zu den Bandproben mitbringen, aus denen sich dann im Zusammenspiel die Stücke entwickeln. „Wir bauen zwar hier und da auch Soli ein. Häufig improvisieren und spielen wir aber auch gemeinsam. Auf diese Weise entstehen unsere typischen, kollektiven Klanglandschaften.“

Mindsquare hat das Quintett als Opener gesetzt, weil „wir ein Intro haben wollten, das sich langsam aufbaut und den Eindruck vermittelt, als würde man sich in eine neue Welt begeben. Minimalistische Elemente vermischen sich mit einem repetitiven Groove in diesem polyrhythmisch komponierten Stück mit wechselnden Metren“, so Schnitzler. Das Stück stammt aus der Feder von Anna Wohlfarth, die sich intuitiv für den Titel entschieden hat. „Wenn sie findet, dass er passt, dann nimmt sie ihn“, weiß Schnitzler.

Moon Song ist eine Ballade. Eine Hommage an und eine Serenade für den Mond. Ein Stück, das ohne Schlagzeug auskommt. „Wir haben versucht, eine nächtliche Stimmung einzufangen – mit einem ganz besonderen Licht, gehüllt in einen melancholischen Sound.“

In Time fällt der Stimmungswechsel ins Ohr. Zunächst ruhig und schön, im Verlauf dann immer härter, kantiger und dreckiger. Dadurch erhält das Stück unterschiedliche Energieniveaus.

Quintanten stammt aus der Feder von Benedikt Schnitzler. „Im Gegensatz zu Anna komponiere ich wesentlich konzeptioneller“, erklärt der Gitarrist und ergänzt: „Hier habe ich Quintolen als Grundmuster für das Ostinato gewählt, einen Techno-ähnlichen Beat entwickelt und schließlich ein Thema über den gesamten Groove gelegt.“

Echoes of Silence ist das lyrischste Stück auf dem Album mit einer auf den ersten Blick widersprüchlichen Grundidee. Hier versucht die Band, den Begriff der Stille in den modernen Jazz einzubauen. „Wenn man sich konzentriert, kann man die Stille sogar wahrnehmen. Es ist unser Vorschlag, wie sich Stille anhören und anfühlen kann.“

The Power of Thoughts wiederum ist ein Stück von Anna Wohlfarth, das von seiner starken Rhythmik lebt. „Sie hat mir erzählt, dass sie versucht hat, eine Komposition zu schreiben, die meinen ähnelt. Es enthält ein langes, sich aufbauendes Trompeten-Solo und ist rhythmisch sehr vertrackt. Das Solo ist im 7/4-Takt geschrieben, das über den 4/4-Takt des Schlagzeugs läuft. Der daraus resultierende Effekt ist sehr intensiv.“

In Dubious Encounter geht es um „merkwürdige, zweifelhafte Begegnungen, die du im Leben hast – entweder mit dir selbst oder mit anderen Menschen wie Hans Anselm. Der Song selbst folgt eher einfachen Strukturen und Mustern – fällt aber immer noch in die Kategorie Jazz.“

Wenn man sich das enorm hohe Niveau anhört, auf dem die Quintett-Mitglieder miteinander spielen, ist es kaum verwunderlich, dass sie 2019 einen begehrten Nachwuchspreis gewonnen haben – den FUTURE SOUNDS Wettbewerb der Leverkusener Jazztage. Letztlich, so Schnitzler, gehe es aber „vor allem darum, wie wir Ideen kommunizieren und wie wir als Band die Musik im Ganzen transportieren und gemeinsam die Essenz der Stücke freilegen.“

So ist mit Room Scope Moon ein qualitativ hochwertiges Album entstanden, das starke Melodien, groovende Basslinien, ungewöhnliche Gitarren- und Trompetenklänge mit innovativen Klavier- und Schlagzeugsounds vereint.

Text: Berthold Records

jazz-fun.de meint:
Die präzisen, gut durchdachten Arrangements des Albums lassen uns diese Musik mit großem Interesse anhören. Es lohnt sich, zu diesem Album zu greifen, um zu hören, wie diese jungen, sehr talentierten Musiker spielen. Äußerst empfehlenswert!

  1. Mindsquare
  2. - I -
  3. Moon Song
  4. Time
  5. Quintanten
  6. Echoes Of Silence
  7. The Power Of Thoughts
  8. - II -
  9. Dubious Encounter
  10. Lucid Flow
  11. Thoughts

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