Heiri Känzig - Travelin'

Heiri Känzig - Travelin'

Heiri Känzig
Travelin'

Erscheinungstermin: 15.10.2021
Label: Universal, 2021

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Matthieu Michel - flgh
Veronika Stalder - voc
Amine Mraihi - oud
Lionel Friedli - dr
Marc Méan - p
Heiri Känzig - b

Er ist in der Tat – wörtlich wie übertragen – ein weitgereister: Der Schweizer Bassist und Komponist Heiri Känzig hat bereits als junger Twen den Be Bop-Trompeter Art Farmer begleitet, war jahrelang prägendes Mitglied im Vienna Art Orchestra und ist immer wieder Sideman internationaler Jazz-Größen wie John Scofield, Kenny Wheeler, Daniel Humair, Ralph Towner, Franco Ambrosetti oder Charlie Mariano.

Es ist seine melodische Gestaltungskraft, die ihn gerade als Bassisten für die unterschiedlichsten Formationen attraktiv macht, die aber auch zentrales Charakteristikum seiner eigenen Produktionen ist und die ihn mühelos von z.B. zentralasiatischen Gebirgsketten zum Schweizer Volkslied und weiter zum argentinischen Tango trägt.

Auch sein aktuelles Projekt ist weder global noch dem Genre nach eindeutig zu verorten – und will auch gar nicht verortet werden. Lionel Friedli, seit langem bewährter Partner an den Drums, grundsätzlich eher zupackend und straight, kann auch in stilistisch vieldeutigen Kontexten sehr subtile Akzente setzen. Magische Momente entstehen, wenn die schwebenden, Raga-ähnlichen Melismen der Sängerin Veronika Stalder vom weichen Ton des Flügelhorns überlagert, aufgenommen und fortgeführt werden. Trompeter Matthieu Michel kennt die melodisch fokussierten Songstrukturen der Kompositionen Känzigs aus über 30 Jahren der Zusammenarbeit sehr genau, so gewinnt er die Freiheit, einfach ganz in Klangschönheit aufzugehen, und es ist reines Vergnügen, ihm dabei zuzuhören. Pianist Marc Méan bringt Erfahrungen aus der experimentellen wie auch der elektronischen Musik mit. Sein eher flächiges Denken ist dem polyphonen Agieren der Solisten äußerst dienlich. Känzig selbst scheint sich mitunter in der melodischen Eigenständigkeit eines barocken Kontrapunktes zu bewegen, treibt dabei als subkutaner Puls, während sich über und durch allem die hoch virtuosen, vierteltongewürzten Girlanden des tunesischen Oud-Spielers Amine Mraihi ranken.

Don‘t call it Weltmusik! Der Einsatz einer Oud oder südostasiatisch beeinflusste Gesangslinien, die auch gerne mit gejodelten Snippets arbeiten, sind weder exotische Klangfärbungen noch regionale Bezugsgrößen. Sie sind Teil einer Geisteshaltung, die den Jazz als musikalische Universalsprache begreift, eine Art des improvisatorischen Denkens, die in der Lage ist, potentiell alle Sprachen samt ihrer dialektalen Färbungen zu integrieren; denn Jazz ist ab ovo ein Amalgam.

Text: Universal

jazz-fun.de meint:
Dieses Album ist für jene Hörer gedacht, die von der Musik Herausforderungen erwarten und das Wort Jazz als Signal verstehen, dass es sich um improvisatorische und kompositorische Freiheit handelt. Hier bestechen schöne Themen und Arrangements. Man kann hören, dass die Band sich perfekt versteht und zusammen einen sehr interessanten Sound kreiert. Diese Musik ist unwiderstehlich!

  1. Travelin'
  2. Nostalgia
  3. Nighttime In Mombasa
  4. Cloudy Bosphorus
  5. Distant Traveller
  6. Island
  7. Dancing With The Dolphins
  8. Time Crystal
  9. Another World
  10. Wenn min Schatz go fuetere goht

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