Hotel Bossa Nova - Trés Maneiras

Hotel Bossa Nova - Trés Maneiras - Albumcover
Hotel Bossa Nova - Trés Maneiras

Hotel Bossa Nova
Trés Maneiras

Erscheinungstermin: 31.05.2024
Label: enja, 2023

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jazz-fun`s recap:

Eine vielschichtige, intelligent arrangierte Musik, die mit einer Fülle von Rhythmen und Farben glänzt. Die eingängigen und fröhlichen Melodien machen die Musik des Albums für jeden Hörer zugänglich. (Jacek Brun, 02.06.2024)

Willkommen zu einer Reise in die faszinierende Welt von Hotel Bossa Nova, der Band, die seit ihrer Gründung im Jahr 2005 die Musikszene mit ihrem einzigartigen Sound bereichert. Die Band aus Wiesbaden verschmilzt zeitgenössischen Bossa Nova und Jazz zu einem eigenständigen Stil, den sie als europäische Interpretation, als “European Bossa Nova” bezeichnen. Mit diesem Stil haben sie sich einen festen Platz in der Musikwelt erobert und werden von Kritikern und Fans gleichermaßen geschätzt. Die Band besteht aus der charismatischen Sängerin Liza da Costa, Tilmann Höhn an der Gitarre, Alexander Sonntag am Bass und Jens Biehl am Schlagzeug. Die Kontinuität der Band spiegelt sich in der unglaublichen Harmonie und dem perfekten Zusammenspiel wider, die ihre Konzerte und Produktionen zu einem unvergesslichen Erlebnis machen. Mit einer beeindruckenden Diskographie von acht Alben, die alle bei ENJA Records erschienen sind, präsentiert Hotel Bossa Nova eine musikalische Reise durch ihre Entwicklung. Diese Alben zeugen von ihrer außergewöhnlichen Fähigkeit, den Bossa Nova mit jazzigen Elementen zu verschmelzen und dabei neue, aufregende Klangwelten zu erforschen.

Ihr neuestes Studioalbum “Trés Maneiras” bezeichnet die Band selbst als ihr künstlerisches Juwel. Den Hörer erwartet eine Reise durch drei Ebenen akustischer, elektronischer und balladesker Stile. Hotel Bossa Nova haben das Album als eine Art musikalisches Triptychon strukturiert: Procura”, “Dancar” und “Postman” offenbaren eine originelle Verschmelzung, in der die Symbiose von Gesang und Instrumentierung eine Hommage an den Americana-Stil und den eingängigen Brazil-Pop darstellt.

Im zweiten Teil des Albums nimmt uns Hotel Bossa Nova mit auf eine elektronische Reise, in der neue Klänge und Instrumentierungen integriert werden, Vertrautes mit Innovativem verbunden wird und eingängige Melodien mit elektronischen Beats verschmelzen. Mit E-Bass und E-Gitarre, modularen Synthesizern und DJ-Effekten präsentieren Ponto Final", Levantar" und Malandro" dem Zuhörer die Kompositionen in einer zeitgenössischen Dimension.

Der dritte Teil des musikalischen Diskurses enthüllt seine intimere Aura inmitten der Balladen. Eine subtile Eleganz, eingefangen in „Guia“, „Janela“ und „Namorar”, manifestiert sich als harmonische Synthese der Sinne. Hier werden Geschichten erzählt, die von der Verbindung von Harmonie und Melancholie geprägt sind.

Eingerahmt werden die drei Teile von kurzen, aber eindrucksvollen Soundcollagen, die von der Neugier der Band auf neue Techniken, Klänge und Klangmöglichkeiten zeugen.

Tilmann Höhn, der normalerweise alle Gitarren spielt, hat viel mit elektronischen Instrumenten experimentiert, vor allem mit Modular-Synthesizern und DJ-Effekten, um die Musik von Hotel Bossa Nova zu bereichern und der Band eine neue Klangdimension zu verleihen. Das Album bietet aber auch die größte Bandbreite an Gitarrensounds in der Geschichte der Band. Überall lauern kleine klangliche Überraschungen: Von granularen Gitarrenwolken über dekonstruierte Loops und ungewöhnliche Effektkombinationen bis hin zu einer Vielzahl verschiedener akustischer und elektrischer Gitarren mit unterschiedlichsten Besaitungen.

„Wir haben noch nie mit so vielen kleinen Klangdetails gearbeitet. Im Studio herrschte viel Aufbruchstimmung und Abenteuerlust.“

Liza da Costa ist eine Sängerin, die keine Verzierungen braucht. Sie legt keine dicken Schichten von Attitüde oder stimmlicher Würze auf, sie singt offen und neigt dazu, das Beste aus einem Lied herauszuholen, wenn sie „ehrlich“ singt. Wenn Liza singt, glaubt man ihr.

Lizas Stimme wechselt mit Leichtigkeit zwischen atemberaubend schönen Balladen, jazzig souligen Songs mit einem Hang zum Pop-Hit bis hin zu einem Sprechsolo in „Postman“. Dabei behält ihre Stimme ihr ganz eigenes, unverwechselbares Timbre. Ihre Stimme und ihre Persönlichkeit hinterlassen Spuren und berühren die Herzen.

„Ich habe gelernt, meine eigene Stimme und meine eigene Seele auszuprobieren, mit meinem portugiesisch-indisch-deutschen Hintergrund, und je mehr ich meine eigene Stimme benutzte, je mehr ich die Dinge auf meine eigene Art tat, desto mehr fühlte ich mich in mir selbst zu Hause“.

Für Jens Biehl sind Rhythmen wie „Maracatu“ (ein Rhythmus, der besonders viele Akzente auf der zweiten Sechzehntelnote hat) oder „Partido Alto“ (ein in Brasilien sehr häufig verwendeter klassischer Samba-Rhythmus) eine Selbstverständlichkeit, aber während z.B. der „Partido Alto“ im 4/4-Takt steht, hat Jens diesen Rhythmus in einen 3/4-Takt umgewandelt, wodurch der 3/4-Takt sehr synkopiert wird, um nur ein Beispiel zu nennen. Damit hat er der Band viele neue rhythmische Perspektiven eröffnet und darüber hinaus mit sehr ausdrucksstarken Schlagzeugsoli (ein Novum bei einer HBN-Produktion) ein beeindruckendes Statement gesetzt.

„Der Arbeitsprozess war mehr als zuvor ein gemeinschaftlicher. Es gab diesmal mehr Beiträge von allen in allen Phasen der Entstehung. Work-in-Progress könnte man sagen“.

Alexander Sonntag ist wieder Bassist und auch Produzent des Albums. Diesmal spielt der E-Bass eine viel zentralere Rolle. Alexander spielt die Basslinien mit vielen Ghost-Notes und Sechzehntelnoten, die seine Liebe zu Percy Jones und Jaco Pastorius verraten.

"Ich liebe Flageoletts, die immer etwas aus der Stimmung sind, aber so schön schimmern - vor allem bei Double Stops und Flageoletts.

Ein neues Stilmittel führte Alexander auch mit einem Arrangement für Streichtrio in „Driftwood“ ein, wunderbar umgesetzt von Gertrud Weise, Mitglied des Hessischen Staatsorchesters, die das Trio auf der Bratsche umsetzte. Das enge Voicing der Bratschen erzeugt schöne Reibungen, während der Kontrabass relativ hoch gestrichen werden musste, damit die Gitarre den durch das fehlende Cello entstandenen Raum besser ausfüllen konnte.

Ulf Kleiner ist in der Jazzszene kein Unbekannter (DePhazz, Jeff Cascaro und Daniel Stelter). Auf dem Album spielt er Hammond-Orgel und Rhodes. Die Hammond bringt die gewohnte Tiefe und Wärme, das Rhodes eine glockige Weichheit, die beide das Klangspektrum der Band hervorragend ergänzen. Die Hammond ist auf 4 Stücken zu hören (‚Dancar‘, ‚Ponto Final‘, ‚Malandro‘ und ‚Guia‘), das Rhodes auf ‚Levantar‘ und ‚Janela‘.

“Trés Maneiras” ist also ein Album, das sich selbstbewusst der Tradition verbunden fühlt, sich auf eine Reise zu neuen Abenteuern begibt und dabei die Klippen des Klischees so weit wie möglich umschifft; eine Reise, zu der wir alle Zuhörerinnen und Zuhörer herzlich einladen.

Text: enja

  1. Intro (Primeira Maneira)
  2. A Procura
  3. Dançar
  4. Postman
  5. Interlude 1 (Segunda Maneira)
  6. Ponto Final
  7. 0 Levatar
  8. Malandro
  9. Interlude 2 (Terceira Maneira)
  10. Janela
  11. Driftwood
  12. Guia
  13. Namorar

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