Ilja_19 - acoustic album

Ilja_19 - acoustic album

Ilja_19
acoustic album

Erscheinungstermin: 02.04.2021
Label: gpARTS, 2021

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Musik und Texte, Klavier und Gesang von Ilja Ruf.

Das 1.Album des 19-jährigen Pianisten Ilja Ruf ist eine umfassende Kostprobe seiner Musik. Die stilistische Spannweite beinhaltet verschiedene Genres: Pino-Spielweisen zwischen Kammermusik und Balladen, folkloristisch angehauchte Titel, Themen die jazzig swingen und viele Songs, die zwischen Pop, Chanson und Musical hin und her schwingen. Es scheint noch nicht ausgemacht, welche Genres Ilja Ruf zukünftig favorisieren wird. Abwarten. Die Titel im Detail.

Piano zwischen Kammermusik & Ballade

Green
Fast eine Ballade. Zartes, kammermusikalisches Herantasten an die Materie, wenige Akkorde, sparsame melodisch-harmonische Linien. Jetzt scheint es loszugehen. Nee, doch nicht, denn die kurz aufbrausende Fahrt kommt zum Ende, bevor sie angefangen hat. Wieder suchen und tasten, dann ein erneuter Versuch mit mehr Energie und mehr Rhythmus. Der Titel will sich nicht so recht entscheiden zwischen kammermusikalischen Gestus und jazzigem Spiel. Warum auch?

August 16th, I am
Rhythmisch akzentuierte Ballade, dramatisch konzipiert mit ausschweifenden Anschlägen und Läufen. Die Titel haben im Mittelteil oft einen thematischen Bruch. Die Musik wird ruhiger intoniert, um dann wieder Rhythmus und Fahrt aufzunehmen.

Can you feel it
Romantische Ballade – träumende Klaviermusik zwischen Klassik und neuer Musik.

August Rain
Verhaltener Auftakt. Töne und Motive suchend, dann erste Akkorde. Das Thema stellt sich vor, verliert seine Scheu und beginnt loszulaufen, nicht hastig, dafür betont selbstbewusst.

Folklore & Weltmusik

La danse de l lune
Das ist so zart und leise, dass der Tanz in der ersten Minute kaum zu hören ist. Dann traut sich der Tanz mal mit dem Fuß aufzustampfen – ein wuchtiger tiefer Akkord. Vor lauter Scheck vergisst das Piano weiterzuspielen. Zweiter Anlauf: einzelne Töne, dann sogar Tonfolgen, die sich zu melodischen Linien entwickeln. Ein Hauch von klassischem Piano weht durch den Flügel, um dann stärker rhythmische Figuren zu liefern, deren Tanzbarkeit empirisch auszuprobieren wären. Na ja, so wie das auch für die ungarischen Tänze von Brahms zu gelten hätte. Ein paar versöhnliche Klänge beenden den Tanz des Mondes.

Pohutukawa
Ein verquirlter, verspielter Titel. Mehr neue Klaviermusik als Jazz-Piano, aber mit ausgeprägten rhythmischen Komponenten im Spiel.

Maribella
Jazzige Ballade oder klassische Klaviermusik? Anyway. Sanfte Tagträume am späten Nachmittag. Harmonisch stellen sich Assoziationen an Manja de Carnaval ein, zumindest an die latino-iberische Musiktradition, wie sie besonders in der Gitarrenmusik lebendig sind. Rhythmisch schreitet der Titel voran, kein Laufen oder Voranpreschen, eher ein marschierendes Schreiten. Jetzt will das Thema es wissen und fällt nach dem Traben in den Galopp. Olé!

Poppige Titel

Crazy
Markante Figur, stakkatohaft der Anschlag. Das Ganze mit Gesang. Dieser souliger Pop wäre auch ein guter Titel für den Song Contest: eingängige Melodie mit griffigem Rhythmus, Refrain zum Mitsingen. Gut genug um gewinnen zu können, aber nicht „gut genug“, um die nationale Vorentscheidung zu überstehen - zu crazy oder nicht crazy genug.

Like we Used to be
Auch dieser Titel darf sich mit der Stimme von Ilja schmücken. Das oben gesagte gilt auch für diesen Titel, nur mit mehr Dramatik in der Stimme. Zum Pop scheint unbedingt Englisch zu gehören, sonst wäre es wohl kein Pop.

Living my Life
Pop mit Anklängen an Folk Song oder Chanson: gefälliges Motiv, einfach gehalten, darum auch gesungen. Diesen poppigen Gesang muss man/frau mögen oder auch nicht – Geschmackssache.

Auch die folgenden Songs fallen unter die Rubrik Pop:
take you time, from now till then, please take me.
Der letzte Titel oszilliert zwischen Pop, Jazz und Chanson. Er könnte auch wegen der dramatischen Ausrichtung der Stimme gut zum Musical - bei anderer Intonierung und Phrasierung - auch zum Tango passen.

Swing & Scat

Beck and Basts
Schräg mit Augenzwinkern. Ein kräftiger Beginn in den tiefen Lagen des Flügels. Das Thema wird angespielt, um sogleich Verzögerung einzubauen. Jetzt perlt es in höchsten Lagen. Ein wenig schräg und skurril mutet der Titel schon an, Thelonious Monk hat wohl auch ein wenig Pate gestanden.

Moving Clouds
Also doch! Hier will sich ein jazziger Gesang Stimme und Gehör verschaffen. Gesang wohl nicht, dafür ein ausgiebiges Scatting. Das Piano begleitet den Sängern mit leicht swingender Spielweise. Boogie Woogie ist noch am nächsten dran.

On a Tipsy Everding
Swingende Musik, Jazz-Akkorde und – Läufe, unkompliziert und direkt ausgedrückt. Da ist viel von der Tradition eines swingenden Jazz-Pianos zu hören, schräg und verschmitzt lächelnd vorgetragen.

Text: Cosmo Scharmer

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