Donos Kulturalny: der Musik auf der Spur

Krzysztof Komorek über das Geschehen in der polnischen Jazzszene.

Krzysztof Komorek - Gründer und Herausgeber der Donos kulturalny. Moderator der Radiosendung „Co w jazzie piszczy“ [„Was im Jazz steckt“] des Radiosenders Jazzkultura. Autor der Zeitschriften Jazz Forum und JazzPRESS, der Websites jazzin.pl, jazzarium.pl, jazzpress.pl, jazzvalley.com, polishjazz.blogspot.com und upolujebooka.pl. Host der Kino-Jazz-Veranstaltungen.

Krzysztof Komorek, Foto: Klaudia Krupa

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Sonorismo - Personal Voice

Sonorismo - Personal Voice
Voice Music, 2023

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Die neue Formation mit dem Namen Sonorismo ist Krzysztof Gradziuks eigenes Projekt. Der Bandname ist, wie der Bandleader selbst sagt, sein besonderes künstlerisches Pseudonym, hinter dem er seine Vision der Behandlung von Schlaginstrumenten und ihrer Rolle bei der Konstruktion musikalischer Phänomene verbirgt.

Das Album enthält vier Kompositionen von Krzysztof Gradziuk, drei seiner Solo-Miniaturen und sechs improvisierte Stücke des gesamten Trios. Das Trio setzt sich aus bekannten Musikern zusammen. Łukasz Ojdana arbeitet mit dem Schlagzeuger des Trios RGG zusammen. Pauli Lyytinen ging mit RGG auf Tournee und nahm mit diesem Ensemble sowie mit Krzysztof Gradziuk und Maciej Garbowski Alben auf. Auch Łukasz Poprawski hatte einen Gastauftritt in einem der Stücke.

Wenn man also die künstlerischen Entscheidungen der oben genannten Musiker kennt, kann man von „Personal Voice“ einiges erwarten. Und viele davon werden sich beim Hören des Albums erfüllen. Was uns hier begegnet, ist eine sublime Musik voller Nuancen. Man hört die Liebe zum Detail im Spiel des Trios - jede kleine Note zählt. Man spürt auch das ausgezeichnete Verständnis und Zusammenspiel des Trios.

Aber es gab auch Überraschungen. Kleine zwar, aber durchaus positive. Die erste war Łukasz Ojdana, der diesmal ausschließlich auf einem Fender-Piano spielte und eine reiche Palette unerwarteter Farben hervorzauberte. Ich hatte auch nicht mit so intimen Stimmungen gerechnet. Von Vehemenz ist auf diesem Album kaum etwas zu spüren. Eine Erklärung dafür ist, dass das Album nach dem Tod von Krzysztof Gradziuks Vater aufgenommen wurde und seinem Andenken gewidmet ist. Diese Widmung wird durch das schöne, zarte Stück „M. (01.01.1951-07.10.2022)“ noch verstärkt.

Interessant ist auch die Tatsache, dass dieses Album trotz der fortgeschrittenen und langjährigen künstlerischen Tätigkeit von Krzysztof Gradziuk sein erstes hundertprozentiges Werk als Autor ist. Wie seine früheren Werke ist es fesselnd, faszinierend, unwiderstehlich und einzigartig.

Krzysztof Gradziuk - drums and toys
Łukasz Ojdana - Fender rhodes and effects
Pauli Lyytinen - tenor saxophone and electronics

Text: Krzysztof Komorek
Donos Kulturalny

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