Jazz im Schatten der Burg - Burghausen 2025: Ein Fest der Musik und des Nachwuchses
Am 30. März 2025 ging die 54. Internationale Jazzwoche Burghausen zu Ende. Rund 8.000 begeisterte Gäste besuchten das sechstägige Festival mit 22 Hauptkonzerten und einer JazzNight, bei der sich die Burghauser Altstadt in eine klingende Bühne verwandelte. Mit dabei: internationale Stars wie Gregory Porter, Kenny Garrett oder Billy Cobham - aber auch zahlreiche junge Acts, die in Burghausen ihre ersten großen Schritte machten.
Einmal im Jahr wird die längste Burg der Welt zum Zentrum der Jazzwelt - die Internationale Jazzwoche Burghausen bietet nicht nur große Namen, sondern auch eine Bühne für junge Talente, kreative Formationen und eine ganze Stadt im Zeichen des Jazz. Ein Festival mit Seele - und einer klaren Vision für die Zukunft.
Es ist mehr als ein Festival. Es ist ein Erlebnis, das Musik, Geschichte und Gemeinschaft auf einzigartige Weise verbindet. Die Mischung aus weltberühmten Künstlern und jungen Talenten, aus intimen Clubkonzerten und großen Hallenauftritten, aus konzentriertem Zuhören und ausgelassener JazzNight macht dieses Festival jedes Jahr aufs Neue zu etwas Besonderem.
Für mich persönlich war es beeindruckend zu sehen, mit wie viel Engagement, Herzblut und Professionalität dieses Festival organisiert wird. Besonders bewegend: die Nachwuchswettbewerbe, bei denen das Publikum hautnah miterlebt, wie viel kreative Energie in der jungen europäischen Jazzszene steckt. Die Auftritte von Anaphora, Tuva Halse, KOOB oder Sara Lilu Martín de Armas zeigten eindrucksvoll, dass die Zukunft des Jazz bereits begonnen hat.
Aber auch die Konzerte von Größen wie Gregory Porter, Kenny Garrett oder Billy Cobham waren emotional mitreißend - mit perfektem Sound, toller Stimmung und einem Publikum, das jeden Ton aufsaugte.
Einen besonderen Schwerpunkt legt das Festival traditionell auf die Nachwuchsförderung. So fand am ersten Tag wieder der Burghauser Nachwuchs-Jazzpreis statt - in seiner 15. Das Niveau war hoch, die Stilrichtungen vielfältig und die Jury (Ralf Dombrowski, Reinhard Köchl, Roland Spiegel, Johanna Summer und Vorjahressieger Simone Locarni) hatte keine leichte Entscheidung zu treffen.
Der mit 5.000 Euro dotierte erste Preis ging an das Trio Anaphora des italienischen Pianisten Filippo Deorsola, das als Vorgruppe von Gregory Porter das Festival in der Wackerhalle eröffnete. Den zweiten Platz belegte das norwegische Tuva Halse Quintet (3.000 Euro), der dritte Platz ging an die deutsche Band KOOB (2.000 Euro). Der Solistenpreis (1.000 Euro) ging an Sara Lilu Martín de Armas.
Ralf Dombrowski kommentierte
„Vom ersten Ton an begeisterte das Trio Anaphora unter der Leitung des in Belgien lebenden italienischen Pianisten Filippo Deorsola mit einem energiegeladenen, humorvollen und vielschichtigen Stilmix. Das Spektrum reichte von Techno-Beats bis zu langsamen Passagen, von wilden Motivbündeln bis zu rockigen Momenten. Kompakt, kraftvoll und ein bisschen verrückt - ein Siegertrio mit Zukunft“.
Die Magie des Festivals ging weit über die großen Namen hinaus. Die 12-köpfige Formation Ojkos brachte den „nordischen Sound“ in die Wackerhalle, Lehmanns Brothers aus dem französischen Angoulême boten eine mitreißende Mischung aus Hip-Hop, Neo-Soul und House, und das Bundesjazzorchester (BuJazzO) bewies eindrucksvoll die Stärke der jungen deutschen Jazzszene. Auch die Kooperation mit dem Burghauser JUZ ging in die zweite Runde - mit begeisterter Resonanz. Die Münchner Band KARABA und das Multitalent Grande Mahogany sorgten für generationsübergreifende Konzertmomente.
Der Festivalsamstag war eine musikalische Entdeckungsreise: Den Auftakt machte Gitarrist und Sänger Jimmy Reiter beim traditionellen Bluesnachmittag, gefolgt von der beeindruckenden Saxophonistin, Sängerin und Songwriterin Vanessa Collier. Am Abend dominierten starke Frauen die Bühne: Afra Kane eröffnete, bevor Fabia Mantwill mit ihrer Orchesterformation das Publikum mit einem klanggewaltigen Auftritt begeisterte. Parallel dazu entführte Louise Jallu das Publikum in der Stadthalle in die Welt des Bandoneons, bevor Radioelectric mit einem Improvisationsprojekt neue Klangräume eröffnete.
Vor allem die JazzNight am Samstagabend verwandelte die Burghauser Altstadt in eine stimmungsvolle Klanglandschaft, in der Jazzfans bis tief in die Nacht feierten.
Die Festivalmacher können mit Stolz auf eine rundum gelungene Ausgabe zurückblicken. Auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten hat die Jazzwoche bewiesen, dass mit kluger Programmgestaltung, Liebe zur Musik und enger Zusammenarbeit mit der Stadt Burghausen ein Festival auf höchstem Niveau möglich ist.
Die nächste Internationale Jazzwoche Burghausen findet vom 17. bis 22. März 2026 statt - dann zum 55. Wir sehen uns dort!
Hier finden Sie weitere Informationen zum Festival:
https://www.b-jazz.com/jazzwoche/
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Anaphora - Gewinner Nachwuchspreis, Foto: Jacek Brun -
Filippo Deorsola von Anaphora -
Gregory Porter, Foto: Jacek Brun -
Kenny Garrett, Foto: Jacek Brun -
Billy Cobham, Foto: Jacek Brun -
Gary Husband, Foto: Jacek Brun -
Rocco Ziffarelli, Foto: Jacek Brun -
Marco Lobo, Foto: Jacek Brun -
Louise Jallu, Foto: Jacek Brun -
Louise Knobil, Foto: Jacek Brun -
Fabia Mantwill, Foto: Jacek Brun -
Antianima, Foto: Jacek Brun
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