Rezension des Jazz-Albums "Everything In Between" von Jako Quartet
Jako Quartet
Everything In Between
Erscheinungstermin: 23.01.2026
Label: xjazz! Music, 2025
Musik im Fluss – Jako Quartet zwischen Improvisation und Groove
Das Jako Quartet um den griechischen Gitarristen und Komponisten Iakovos Symeonidis bewegt sich mit Everything In Between in einem Spannungsfeld, das bereits im Titel angelegt ist: zwischen Stilistiken, zwischen kulturellen Erfahrungen – und zwischen Moment und Form.
Symeonidis, der in Berlin lebt, knüpft mit diesem Album an sein Debüt Safe Place an und entwickelt seine musikalische Sprache konsequent weiter. Die Kompositionen speisen sich aus einer Vielzahl von Einflüssen – Jazz, Soul und Funk bilden dabei das Fundament, werden jedoch nicht isoliert präsentiert, sondern in einem fließenden Zusammenhang gedacht.
Die Musik wirkt von Beginn an organisch. Nichts erscheint konstruiert oder überformt. Vielmehr entsteht der Eindruck einer kollektiven musikalischen Erzählung, in der sich die Stimmen der einzelnen Musiker frei entfalten können. Die Arrangements sind offen genug, um improvisatorische Freiheit zu ermöglichen, gleichzeitig aber präzise genug, um eine klare dramaturgische Linie zu bewahren.
Gerade diese Balance macht den Reiz des Albums aus. Die Stücke entwickeln sich aus dem Moment heraus, wachsen aus Interaktionen und reagieren aufeinander. Improvisation wird hier nicht als solistische Demonstration verstanden, sondern als gemeinsamer Prozess, in dem sich musikalische Ideen ständig verschieben und neu formieren.
Inhaltlich lässt sich Everything In Between auch als Reflexion über Identität lesen. Die Erfahrungen eines Musikers zwischen Herkunft und Gegenwart, zwischen kulturellen Räumen und persönlichen Perspektiven, finden ihren Ausdruck in einer Musik, die sich bewusst nicht festlegt. Sie bleibt offen, beweglich und durchlässig.
So entsteht ein Album, das tief im Jazz verwurzelt ist, sich jedoch gleichzeitig einer breiteren Hörerschaft öffnet. Die Musik ist zugänglich, ohne ihre Komplexität zu verlieren – getragen von Spielfreude, Interaktion und einem klaren künstlerischen Selbstverständnis.
(Jacek Brun, 28.03.2026)
Besetzung
Iakovos 'Jako' Symeonidis - Guitar
Thomas Hähnlein - Tenor Saxophone, Soprano Saxophone
Maik Kleer - Electric Bass
Aarón Castrillo - Drums
Lionel Haas - Piano (On "Lilac Lullaby" , "The Train" ), Electric Piano (On "Υou've got a friend", "My Girl")
Amanda Becker - Vocals (On "The things we did last summer")
Titelliste
- Equality (I.Symeonidis)
- Tommy Dean (I.Symeonidis)
- The Train (I.Symeonidis) ft. Lionel Haas
- You've got a friend (Carole King) ft. Lionel Haas
- Finding Balance (I.Symeonidis)
- The things we did last summer (Sammy Cahn, Jule Styne) ft. Amanda Becker
- Lilac Lullaby (I.Symeonidis) ft. Lionel Haas
- My Girl (Smokey Robinson, Ronald White) ft. Lionel Haas
- Gray Hair (I.Symeonidis)
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