Jan Prax & Gene Lake - Head to the Sky

Jan Prax & Gene Lake - Head to the Sky

Jan Prax & Gene Lake
Head to the Sky

Erscheinungstermin: 22.10.2021
Label: Double Moon, 2021

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Gene Lake - Drums
Jan Prax - Saxophone
Mark Bowers - Guitar
Frederico Gonzales Peña - Keyboard
Nicky Moroch - Guitar
Paul Pesco - Guitar
Ricky Peterson - Piano

Wer „Swagg“ mit Doppel-G schreibt, der muss ganz schön funky unterwegs sein. So ist es jedenfalls beim Zusammentreffen des deutschen Ausnahme-Saxofonisten Jan Prax mit dem amerikanischen Schlagzeuger Gene Lake. Den Kontakt hergestellt hat ein berühmter Kollege von Prax.

„Bei den Leverkusener Jazztagen ist David Sanborn auf mich aufmerksam geworden und hat mich immer mal wieder gefragt, bei ihm einzusteigen“, erinnert er sich. „Irgendwann hat er mich dann Gene Lake empfohlen und so haben wir uns kennen gelernt.“

Über seinen jungen deutschen Kollegen soll Sanborn damals „Du bist so jung, ich hasse Dich“ gesagt haben, was eindeutig als Kompliment gemeint war. Danach veröffentlichte Prax zwei CDs mit seiner eigenen Band - „Keepin’ A Style Alive“ auf ACT und „Ascending“ bei Challenge -, die bei Presse und Publikum ziemlich einschlugen. Doch mit dieser eher dem Hardbop zugehörigen Musik hat „Head To The Sky“ nicht mehr viel zu tun.

„2018 bin ich nach New York geflogen und in Genes Heimstudio haben wir ausprobiert, welche Stücke funktionieren könnten“, erzählt Prax. „Wir haben Ideen ausgearbeitet und Songs geschrieben.“

Und die sind eindeutig groove-orientiert. Gene Lake ist ein Schlagzeuger, der diese Tradition authentisch verkörpert. Der Sohn des Avantgarde-Saxofonisten Oliver Lake hat aber schon auf ziemlich vielen verschiedenen Baustellen gearbeitet. Der Drummer hat sowohl für Fusion-Giganten wie Joe Zawinul oder Marcus Miller gespielt, aber auch mit Avantgardisten wie Steve Coleman oder Henry Threadgill und mit Soul- und R&B-Musikern wie Maxwell oder Boz Scaggs. Und genau da ist der Punkt zu finden, an den Jan Prax gerne anknüpfen wollte.

„In den letzten Jahren habe ich mich damit beschäftigt, eine authentische Spielweise für Groovemusik zu finden, weil ich es ehrlich gesagt einfach geil finde“, sagt er. „Da musste ich wirklich viel suchen, damit es nicht einfach so klingt, als ob man als Jazzmusiker da drüber spielt.“

Das Ergebnis klingt ziemlich aufregend. Wie Prax sich in diesem Kosmos aus trockenen Beats, fiesen Keyboard-Klängen und saftigen Gitarren-Licks bewegt, ist beeindruckend.

„Das Timing spielt eine große Rolle“, hat er festgestellt. „Man muss mehr mit dem Beat spielen können. Man kann nicht einfach drüber spielen, man muss wirklich einloggen und mit dem Beat spielen. Wenn man keine wirklich starke Time hat, klingt es nicht richtig und überzeugend. Es ist eine komplett andere Baustelle.“

Die acht Tracks des Albums sind vornehmlich von einem enormen Wumms getragen, den Lake stets raffiniert gestaltet und in den Prax sich komplett einklinken kann. „Gene Lake war mir von vielen Platten ein Begriff“, erzählt der Saxofonist. „Auf den Platten von Meshell Ndegeocello oder Maxwell spielt er zum Beispiel eine entscheidende Rolle. Natürlich ist er ein unglaublicher Drummer, aber was mich noch mehr schockiert hat, ist, dass er auf genau dem gleichen Level auch E-Bass spielt. Außerdem produziert er auch auf einem unglaublichen Niveau. Es war toll, mit jemandem zu arbeiten, der so viel von der Tradition in sich trägt.“

Einen Bassisten brauchten die beiden deshalb nicht, aber fünf Gastmusiker tragen zur Vielfalt und zum Variantenreichtum der Musik bei. Es sind die beiden Keyboarder Ricky Peterson und Frederico Gonzales Peña sowie drei Gitarristen Mark Bowers, Nicky Moroch und Paul Pesco. „Wir haben in zwei Phasen in New York aufgenommen“, berichtet Jan Prax, „die letzten Spuren habe ich dann bei mir in Karlsruhe aufgenommen. Die anderen Jungs haben in den USA in ihren jeweiligen Heimstudiios aufgenommen.“

Zwischen die groovy Songs haben Prax und Lake auch ein paar Erholungsmomente eingebaut, deren schönster wohl der Titelsong ist, den die beiden Protagonisten gemeinsam komponiert haben.

„‚Head to the Sky‘ gefällt mir besonders gut, weil es so eine Superstimmung erzeugt“, findet Prax. „Mit den akustischen Gitarren klingt es besonders schön.“

Text: Double Moon

jazz-fun.de meint:
Dieses Album zeichnet sich durch einen großartigen Sound und vielschichtige Kompositionen ohne offensichtliche harmonisch-melodische Lösungen aus, die oft mit Klimawechseln überraschen.

  1. Vibranium
  2. Head to the sky
  3. Redwoods
  4. Grace and mercy
  5. Enlightenment
  6. A way out
  7. Swagg
  8. Get out of my way

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