AM FLÜGEL DER ZEIT

Dortmund

AM FLÜGEL DER ZEIT - ein Projekt der PARZELLE IM DEPOT

Die Parzelle im Depot ist eine Spielstätte für experimentelle Musik im Kulturort Depot in der Dortmunder Nordstadt. Zwischen Free Jazz, Improvisation, elektronischer Musik, Punk und Noise treffen hier lokale, regionale und internationale Musiker:innen aufeinander.

Mit der Konzertreihe AM FLÜGEL DER ZEIT öffnet die Parzelle einen neuen Resonanzraum. Der Konzertflügel steht im Zentrum der künstlerischen Praxis als Klangkörper in Band- und Ensembleprojekten.

Die eingeladenen Formationen stammen aus der internationalen und regionalen Szene für Free Jazz, improvisierte Musik und zeitgenössische Klangkunst. Die Pianist:innen erforschen den Flügel in all seinen Möglichkeiten: sie präparieren ihn, zupfen und dämpfen Saiten, spielen im Innenraum, nutzen stumm gedrückte Tasten und Pedale, verfremden Klänge elektronisch.

Im Zentrum steht das Miteinander und der offene Prozess. Jede Aufführung ist ein Experiment, in dem die Eigenarten des Flügels – von perkussiver Direktheit über harmonische Tiefe bis zu subtilen Resonanzen – in die kollektiven Klanglandschaften der Bands eingehen. So entstehen dynamische, vielschichtige Musikwelten, geprägt von Improvisation, Risiko und musikalischer Intuition.

AM FLÜGEL DER ZEIT lädt dazu ein, den Flügel neu zu hören – nicht als Solinstrument, sondern als offenes, interaktives Instrument im lebendigen Dialog eines Ensembles. Ergänzend zur Konzertreihe ist mit improwise ein offenes Arbeits- und Aufführungsformat integriert, für das sich junge Musiker:innen aus der Region bewerben können und das ihnen die Möglichkeit bietet, in einem dreitägigen Prozess eigene improvisatorische Praktiken zu entwickeln und öffentlich zu präsentieren.

Philip Zoubek - Pianist, Komponist und Klangforscher

Philip Zoubek
Philip Zoubek, Foto: Degenhardt

Philip Zoubek ist Pianist, Komponist und Klangforscher aus Österreich und lebt in Köln. Er zählt zu den prägenden Stimmen der europäischen Improvisations- und zeitgenössischen Musik und ist insbesondere für seinen innovativen Umgang mit präpariertem Klavier sowie für die Erforschung der Übergänge zwischen akustischem und elektronischem Klang bekannt. Für dieses Konzert hat Zoubek ein außergewöhnliches Quartett zusammengestellt: die dänische Saxophonistin Lotte Anker, den französischen Perkussionisten Toma Gouband sowie die ebenfalls in Köln lebende Cellistin Elisabeth Coudoux. Vier markante Musiker:innenpersönlichkeiten treffen aufeinander — Künstler:innen, die über Jahre hinweg eigenständige Zugänge zu ihren Instrumenten und unverwechselbare künstlerische Handschriften entwickelt haben. Ihre Musik bewegt sich zwischen Free Jazz, Neuer Musik, Reduktion und spontaner Komposition. Im Zentrum stehen dabei ein feines Gespür für Klang und Struktur sowie die gemeinsame Entwicklung musikalischer Formen im Moment des Spiels.
Ein Konzertabend im Spannungsfeld von Improvisation, Klangforschung und spontaner Formbildung.

FDF TRIO

Nicolas Field (UK), John Dikeman (USA) und Thomas Florin (Schweiz) bilden das 2022 gegründete, energiegeladene und improvisationsfreudige Free-Jazz-Trio FDF.

Das Ensemble vereint drei profilierte Musiker der internationalen Improvisationsszene, die konsequent nach neuen Klangabenteuern suchen und das Unerwartete ins Zentrum ihres Spiels stellen. Im offenen, rein akustischen Format entfaltet sich eine Musik, die sowohl in der Fülle wirbelnder Klangtexturen als auch in präzise gezeichneten, komplexen rhythmischen Strukturen ihren Ausdruck findet – bis an die Extreme ausgereizt und dabei stets hochreaktiv. Aus der freien Improvisation heraus entsteht ein intensiver musikalischer Prozess von großer Dynamik, getragen von Erfahrung, schneller Reaktionsfähigkeit und aufmerksamem gegenseitigem Zuhören. Besonders prägend ist dabei der Flügel: Thomas Florin setzt mit lyrischen wie auch perkussiv erweiterten Klaviergesten entscheidende Impulse für das sich im Moment ständig neu organisierende Zusammenspiel des Trios.

FDF ist international aktiv und arbeitete mit Gästen wie Akira Sakata, Tetuzi Akiyama und Jeb Bishop zusammen. Das Debütalbum „Drag It To The Bottom“ erschien 2023 im Rahmen einer Japan-Tournee. 2024 folgten eine US-Tour sowie das Album „Possibility and prejudices from within a cup“. (LP, Konnekt).

Debacker | Javaid

Salim(a) Javaid, czech-pakistanische Saxophonist:in und die belgische Pianistin Marlies Debacker leben beide in Köln und arbeiten seit längerem in unterschiedlichen Konstellationen zwischen Improvisation und zeitgenössischer Musik zusammen.

Convolution ist der Versuch, Saxophon und Klavier zum Meta-Instrument zu verschmelzen. Die Musik wirft den Blick neugierig und melancholisch auf die Schatten des Vergangenen - Nachhall, Ausklang, Resonanzen - und lässt diese zum musikalischen Material werden. Die Musiker:innen destillieren Einflüsse aus zeitgenössischer (Kammer-)Musik, freier Improvisation und Elektronik zu einer dichten, düsteren Klangwelt voller Spannung. Erinnerungen an verschiedene Spielhaltungen, Ästhetiken und Atmosphären dienen als Grundlage für die inhärenten Mechanismen der einzelnen Teile von Convolution.

Trotz vieler musikalischer Pausen enthält die Musik kaum Stille. Ein zentrales Material der Stücke mit Klavier ist das Spiel mit Nachhall und die Modulation von Resonanzen des Klavier-Innenraums. Diese sich stetig ändernden Schatten von Klangereignissen werden im Zusammenwirken pianistischer Aktionen (wie z.B. Pedalspiel und stumm gedrückten Tasten) mit dem Saxophon zu formbarer Materie. Das Saxophon spielt im Bereich der Aktivierungsschwelle des Nachhalls, sodass es mal in den Resonanzen aufgefangen wird und mal mit diesen verschmilzt. Die Art und Weise der Aufnahme zieht Zuhörer:innen in diese schattenhafte Welt und öffnet das Gehör für die Nuancen des Klanggeschehens.

open call: improwise - Raum für improvisierte Musik & Klangforschung in Dortmund

Im Rahmen der Konzertreihe „Am Flügel der Zeit“ entsteht mit improwise ein neues Arbeits- und Präsentationsformat für zeitgenössische improvisierte Musik.

Parzelle Verein e.V. lädt junge und jung gebliebene Musiker:innen aus Dortmund und der Region ein, sich für die Teilnahme an diesem offenen Projektformat zu bewerben.

improwise ist eine dreitägige künstlerische Arbeitsphase, in der Musiker:innen in wechselnden Formationen (Solo, Duo, Trio, Ensemble) gemeinsam improvisatorische Prozesse entwickeln. Im Mittelpunkt stehen Klangforschung, kollektive Echtzeit-Komposition und die Entwicklung individueller musikalischer Sprachen jenseits stilistischer Grenzen.

Die Arbeitsphase wird von der international gefeierten Pianistin und Improvisatorin Marina Džukljev geleitet.

Weitere Informationen zu den Voraussetzungen und dem Bewerbungsprozess finden Sie hier: Teilnahme & Rahmenbedingungen

Am Flügel der Zeit - weitere Informationen

Weitere Informationen zu der Konzertreihe stehen hier zur Verfügung: Am Flügel der Zeit

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