Das war die 7. KlangART Vision – für zeitgenössische Musik in Sachsen-Anhalt

Johannes Wiedenhofer
Johannes Wiedenhofer, Foto: Jürgen Reinsch
Die KlangART Vision 2026 ist am vergangenen Freitag mit vier Uraufführungen beim Kreuzgangprojekt im Kloster Michaelstein ausgeklungen. Der erfolgreiche Abschluss betont die Bedeutung des Festivals und der zeitgenössischen Musik in Sachsen-Anhalt – und über Landesgrenzen hinaus.
 
»Künstlerische Originalität verband sich mit Offenheit und Experiment, eine Vielfalt musikalischer Perspektiven mit verschiedenen Genres und Vergangenheit mit der Gegenwart. Diese schöpferischen Begegnungen haben dem Festival eine eigene Aura verliehen, an die wir auch künftig anknüpfen möchten.«, resümiert Markus Steffen, künstlerischer Leiter der KlangART Vision 2026.
 
Vom 30. April bis 10. Juli 2026 brachte das Festival 13 Veranstaltungen nach Magdeburg, Halle (Saale), Dessau, Naumburg und Blankenburg. Unter dem Motto »Aura« wurde u. a. das einflussreiche Œuvre des Jazzvisionärs Miles Davis gewürdigt – als Inspiration für gegenwärtiges Musikschaffen in Sachsen-Anhalt und im Zusammenspiel mit dem kulturhistorischen Erbe des Landes.
 
In diesem Rahmen wurde der dritte Fanny Mendelssohn Kompositionspreis ausgelobt. Gewinner ist der Münchner Komponist Johannes Wiedenhofer. Die Preisverleihung findet am 7. August 2026 in Halberstadt im John-Cage-Haus statt.
 
 

Das war die 7. KlangART Vision

 
Mehr als eine Hommage an Miles Davis: Zum Festivalauftakt präsentierten Sebastian Studnitzky and Friends sowie Fabrice Bollon und die Staatskapelle Halle in der Georg-Friedrich-Händel-Halle in Halle (Saale) zwei eigens für das Konzert geschaffene Kompositionen.
Schlagwerker Ivo Nitschke (Staatskapelle Halle) und Wenzelsorganist Nicolas Berndt ließen Klänge des Jazzvisionärs in Naumburg auf Werke von Johann Sebastian Bach treffen.
Und das Duo con:trust übersetzte die improvisatorische Jazzästhetik im Technikmuseum »Hugo Junkers« Dessau mit preisgekrönter Akkordeonkunst (John Cage Award 2025) in eine kammermusikalische Form.
 
Eine Premiere bot die Vertonung des Filmwerks »Moving Pictures 943-3, Kyoto Version« von Gerhard Richter und Corinna Belz im Planetarium Halle durch Marco Blaauw (NL) auf der Doppeltrichtertrompete: Erstmals in einem Kuppelsaal aufgeführt, erhielt das Projekt eine neue immersive Dimension.
Ein besonderes Klangerlebnis versprachen auch der preisgekrönte Organist Zsolt Máté Mészáros (H), Solotrompeter Lorenzo Bertozzo (I) und das Ensemble »Vokal Lokal« in dem akustisch wirksamen Raum der spätgotischen Hallenkirche St. Moritz in Halle.
 
Weitere visionäre Komponisten wurden geehrt, darunter Hans Werner Henze, der von dem Ensemble unitedberlin mit »Stimmen« sowie dem Bremer Schlagzeugensemble im Gesellschaftshaus Magdeburg gewürdigt wurde.
Im Puschkinhaus Halle gedachte das SchallSpektrum der »Gruppe Neue Musik Hanns Eisler«, einem der bedeutendsten Ensembles für Neue Musik in der DDR.
Musik aus dem geteilten Deutschland brachte indes Komponist Steffen Schleiermacher zu Gehör – solo und mit seinem Ensemble Avantgarde.
 
Haltung gezeigt und Vielfalt gefeiert haben Shantel (Disko Partizani) und Mentsh United, ein Ensemble von zwölf Musiker*innen aus ganz Europa, mit Bass, Beats und Botschaft in der Georg-Friedrich-Händel-Halle in Halle.
Einen weiteren Höhepunkt und den Abschluss der diesjährigen KlangART Vision bildete das dritte Kreuzgangprojekt im Kloster Michaelstein mit vier Uraufführungen der Komponisten Thomas Buchholz, C. René Hirschfeld und Jan Lucas zusammen mit der Sopranistin Lissa Meybohm und dem Bremer Schlagzeugensemble.
 
Über das Festival KlangART Vision
Das Festival KlangART Vision widmet sich der zeitgenössischen Musik mit Fokus auf dem musikalischen Schaffen in Sachsen-Anhalt. Zu erleben sind etablierte Größen und Nachwuchstalente, Soli, Ensembles und Orchester aus der Region und von internationalem Rang – an verschiedenen kulturhistorisch bedeutsamen Orten des Landes. Unkonventionell, experimentell, über Raum- und Genregrenzen hinweg, werden Brücken gebaut und neue Räume erobert, um ungewöhnliche Begegnungen zwischen den Künstler*innen und dem Publikum zu ermöglichen – und neue Visionen zeitgenössischer Klangkunst zu erschaffen.
 
 
 

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