Jazz-Legende Rolf Kühn im Alter von 92 Jahren in Berlin verstorben

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Rolf Kühn, Foto: Gregor Fischer, picture alliance
Rolf Kühn, Foto: Gregor Fischer, picture alliance

Schweren Herzens geben Ehefrau Melanie Kühn, Bruder Joachim Kühn, die Agentur Jazzhaus Artists und das Label Edel/MPS den Tod des Jazz-Klarinettisten Rolf Kühn am 18. August 2022 in Berlin bekannt.

Rolf Kühn konnte auf ein bewegtes Leben zurückblicken. Geboren 1929 in Köln, aufgewachsen in Leipzig, war seine Kindheit durch Repressionen geprägt, die er als "Halbjude" im Dritten Reich zu ertragen hatte. Bereits in dieser Zeit widmete er sich seiner geliebten Klarinette. Nach einem Engagement beim RIAS-Tanzorchester zu Beginn der 50er Jahre lebte er für sechs Jahre in New York City und spielte als erster Klarinettist in der Band von Benny Goodman, gründete eigene Bands und wurde mit dem Downbeat Critics Poll als Clarinet New Star ausgezeichnet. Es folgte eine lange Station in Hamburg beim NDR, bis es ihn wieder nach Berlin als Musikalischer Leiter des Theaters des Westens zog. Rolf Kühn hat eine Vielzahl von Alben veröffentlicht und hunderte Musiken für Film und Fernsehen komponiert. Sein Lebenswerk wurde u. a. mit der German Jazz Trophy und der höchsten Auszeichnung des Preises der Deutschen Schallplattenkritik geehrt und 2019 in der TV-Dokumentation "Brüder Kühn - Zwei Musiker spielen sich frei" dokumentiert. Er gab bis zuletzt Konzerte auf den großen Bühnen der Welt von New York bis zur Elbphilharmonie.

Rolf wird immer als der inspirierende, sanfte, innovative und jung gebliebene Künstler und Mensch in Erinnerung bleiben, der er war. Er lebte ein erfülltes Leben, das bis zu seinem letzten Tag der Musik, der Kultur und der Freude gewidmet war.

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