Jazz Lights 2011 mit Besucherrekord

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Jazz Lights 2011

Jazz Lights 2011 mit Besucherrekord

Als am Sonntag, 10. April im Carl Zeiss Saal der letzte Applaus für die Musicalbühne der Musikschule Oberkochen / Königsbronn verklingt, sind auch die diesjährigen Jazz Lights zu Ende. 2011 verzeichnet das Festival einen Besucherrekord.

Bereits zum 21. Mal veranstalten die Stadt Oberkochen und die Leitz GmbH & Co. KG gemeinsam die Jazz Lights. Jedes Jahr zieht das Festival zahlreiche Jazzfans aus Nah und Fern an. Viele von ihnen kommen immer wieder. Sie sind im Laufe der Jahre zu Stammgästen geworden. So groß wie in 2011 war die Resonanz auf das Festival allerdings noch nie: Drei schon im Vorfeld komplett ausverkaufte Konzerte sprechen eine deutliche Sprache. Mehr als 4.500 Besucher zählten die Veranstalter bei den insgesamt neun Programmpunkten. „Eine beachtliche Besucherzahl und ein großartiges Publikum,“ freut sich Festivalleiter Reinhold Hirth.

Duke Ellington Orchestra
Die beiden Konzerte mit dem Duke Ellington Orchestra und mit der Nigel Kennedy Band markierten die Höhepunkte der Jazz Lights 2011. Mit der Verpflichtung des Duke Ellington Orchestra haben die Veranstalter möglicherweise einen lang gehegten Wunsch vieler Jazzfans in Deutschland erfüllt, war doch der legendäre Klangkörper seit vielen Jahren nur noch selten in europäischen Nachbarländern zu hören. Auch 2011 bleibt das glänzende Konzert im Carl Zeiss Saal in Oberkochen voraussichtlich das einzige Deutschland-Gastspiel der Big Band.

Nigel KennedyMinutenlange Standing Ovations hatte der Auftritt von Stargeiger Nigel Kennedy und seiner Band zur Folge. Vorausgegangen war ein dreieinhalbstündiges Konzert, bei dem ein sichtlich gut gelaunter Nigel Kennedy sein Publikum auf eine musikalische Reise von Bach bis Heavy Metal mitgenommen hatte. Das Konzert, das bereits Anfang Februar ausverkauft war, zog nicht nur Besucher aus ganz Deutschland an. Auch Fans aus dem benachbarten Ausland beteiligten sich am Run auf die Tickets.


Zum ersten Mal überhaupt gastierte das Festival auch in Heidenheim. Die Veranstalter hatten das dortige Café Swing als Veranstaltungsort für den Jazz Lights-Auftakt gewählt. Das Markus Minarik Trio lieferte die Musik dazu und beeindruckte mit ausdrucksstarken Eigenkompositionen und intensiven Jazz-Interpretationen von Rock- und Pop-Klassikern. Im Zusammenspiel mit der stimmungsvollen Atmosphäre im Café Swing entstand so ein denkwürdiger Jazz Club-Abend, bei dem das österreichisch-amerikanische Trio eine Reihe neuer Fans für sich gewinnen konnte.      

Zu einer Party vom Feinsten wurden die Jazz Lights bei den Konzerten der Zydeco-Playboys und fünf Tage später von Albie Donnelly’s Supercharge. Bei beiden Konzerten war der Teufel los. Auf den Sitzen hielt es niemanden mehr. Vier Stunden lang Dampf, richtig Dampf machten Playboys-Bandleader „Mr. Zydeco“ Oliver Kraus und seine Mannen in der Königsbronner Hammerschmiede. Und die legendäre Band Supercharge um R&B-Kanone Albie Donnelly schien mit ihrem furiosen Auftritt den ehrwürdigen Trude Eipperle-Rieger-Konzertsaal auf Schloss Kapfenburg unbedingt zum Einsturz bringen zu wollen: Druckvolle Attacken der gewaltigen Bläsersektion, minutenlange Schlagzeugsoli, ein E-Gitarrist, der auch mit den Zähnen spielt und Albie’s englischer Humor brachten das Publikum zum Toben.

Auch die anderen Jazz Lights-Veranstaltungen in Oberkochen, und im Brauereigasthof „Goldener Hirsch“ in Heubach stießen beim Publikum auf große Resonanz. „Eine rundum erfolgreiche Festival-Ausgabe,“ findet Hirth. „Das motiviert auch das Jazz Lights-Team, sich für das nächste Jahr wieder richtig ins Zeug zu legen.“  

Die Jazz Lights haben sich vor allem mit Konzerten aus dem Bereich des Jazz-Klassik-Crossover einen ausgezeichneten Ruf erworben. So bietet das Festival seit Jahren Künstlern wie Jacques Loussier, den Klazz Brothers oder Jean-Luc Ponty eine Plattform, ihre musikalischen Grenzüberschreitungen voranzutreiben. Mit dem Konzert der Nigel Kennedy Band haben die Veranstalter das Profil des Festivals in 2011 weiter geschärft. Die beiden Abende mit den Zydeco-Playboys und mit Albie Donnelly’s Supercharge dagegen bedeuten eine stilistische Erweiterung im musikalischen Spektrum der Jazz Lights. „Wir wollten etwas Neues ausprobieren und große Partys mit guter Musik organisieren,“ erklärt Hirth. Ein Konzept, das durchaus zukunftsfähig ist. Beide Veranstaltungen fanden großen Anklang beim Publikum. Aber auch Fans von Jazz-Klassik-Crossover werden bei den Jazz Lights weiter auf ihre Kosten kommen. „In ein paar Wochen beginnen schon die ersten Vorbereitungen für die nächsten Jazz Lights,“ sagt Hirth.

Wie in den letzten Jahren bildete eine eigens einstudierte Produktion der Musicalbühne der Musikschule Oberkochen / Königsbronn der Schlusspunkt der Jazz Lights. Eine kleine Festival-Tradition. Mit der erfolgreichen Aufführung der „Götterolympiade“ war die Arbeit für die Musicalstars von morgen jedoch noch nicht beendet. Anlässlich der Jazz Lights fand unter der Schirmherrschaft der Patton Stiftung: Sustainable Trust vom 15. bis zum 16. April ein Musical-Workshop mit dem renommierten Boston Children’s Theatre statt. Dabei ging es den Dozenten aus Boston nicht nur darum, die jungen Darsteller aus der Region in Gesang, Tanz und Schauspiel zu schulen. Sie waren auch deshalb nach Oberkochen gekommen, um Talente zu sichten und diese für ein Stipendium vorzuschlagen, das ihnen die Teilnahme am Sommerprogramm des Children’s Theatre in Boston ermöglicht. Auch bei den Jazz Lights 2012 wird der Musical-Workshop wieder auf dem Programm stehen.

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