Jazzahead! 2017: Musikerinnen diskutieren Gleichberechtigung im Jazz

(Kommentare: 0)

Berlin, 27. April 2017 | Die viel diskutierte Benachteiligung von Frauen in der Jazzbranche ist ein beliebtes Thema unter JournalistInnen, PolitikerInnen und WissenschaftlerInnen – doch was sagen die Musikerinnen eigentlich selbst dazu? Die Vorstände der Union Deutscher Jazzmusiker Alexandra Lehmler, Anette von Eichel und Silke Eberhard haben Ulla Oster von der Initiative Jazzhaus Köln und Wolfram Knauer vom Jazzinstitut Darmstadt zu einer Podiumsdiskussion eingeladen, die am Samstag, 29. April 2017, um 13 Uhr auf der diesjährigen jazzahead! in Bremen stattfindet.

Das Thema Gleichberechtigung polarisiert: während sich manche Musikerinnen kampfeslustig in Diskussionen zur Frauenquote im Jazz stürzt, möchten andere am liebsten gar nicht über Chancengleichheit reden und lehnen gezielte Förderung von Frauen pauschal ab. Viele männliche Kollegen ergreifen die Flucht, wenn es um Frauenförderung im Jazz geht, oder halten das erst gar nicht für ein relevantes Thema.

Doch wie sieht es denn nun wirklich aus in der deutschen Jazzlandschaft? Ist die Branche ein Spiegel der Gesellschaft? Gibt es sie bereits, die Gleichberechtigung von Männer und Frauen im Jazz? Und falls nicht: wie könnte so etwas überhaupt aussehen? Was kann man tun, um Mädchen, junge Frauen und auch die schon länger aktiven Musikerinnen zu fördern? Brauchen wir eine Frauenquote an deutschen Hochschulen? Wird es in der Zukunft auch ProfessorINNEN für Instrumentalmusik in Deutschland geben – und ist das wichtig? Und würden am Ende vielleicht auch die Männer im Jazz davon profitieren?

Bei einem ähnlich ausgerichteten Panel beim 23. UDJ-Jazzforum im vergangenen November in Köln wurde festgestellt, dass es unter Jazzmusikerinnen großen Gesprächsbedarf zum Thema „Frauen im Jazz“ gibt. Die jazzahead! in Bremen bietet als größte europäische Jazzmesse einen angemessenen Rahmen für die Fortsetzung dieser Diskussion. Die Union Deutscher Jazzmusiker setzt sich als bundesweite Interessenvertretung für eine stärkere Berücksichtigung der Lage von Jazzmusikerinnen und -musikern in Deutschland ein.

Wie jedes Jahr ist die Union Deutscher Jazzmusiker auf der jazzahead! 2017 auch als Aussteller vertreten (Stand 6C23, Halle 6). Darüber hinaus findet am Samstag, 29. April um 14:30 Uhr im Anschluss an die Podiumsdiskussion die jährliche Mitgliederversammlung auf dem Messegelände statt, zu deren öffentlichen Teil auch Nichtmitglieder herzlich willkommen sind. Nach der Versammlung lädt die UDJ gegen 17 Uhr zu einem kleinen Empfang an ihren Stand ein.

Alexandra Lehmler
Alexandra Lehmler | Vorstandsmitglied der Union Deutscher Jazzmusiker, Foto: Frank Schindelbeck

Über die Union Deutscher Jazzmusiker

Seit sie im Jahre 1973 von renommierten Persönlichkeiten der deutschen Jazzszene ins Leben gerufen wurde, engagiert sich die Union Deutscher Jazzmusiker für die Belange der Jazzmusikerinnen und Jazzmusiker und um die verbesserte Präsenz und Wahrnehmung des Jazz in Deutschland. Zu ihren zentralen Zielen gehört es, eine funktionsfähige Infrastruktur aufzubauen, in der Musikerinnen und Musiker leben, arbeiten und kreativ sein können. Nach der „Initiative für einen starken Jazz in Deutschland“ erfuhr die Union Deutscher Jazzmusiker Anfang 2012 eine grundlegende Neustrukturierung und Stärkung, die zu einer Verdreifachung der Mitgliederzahlen führte. Die Union Deutscher Jazzmusiker hat sich kulturpolitisch als wichtiger Ansprechpartner etabliert und ist in nationalen und internationalen Gremien und Organisationen vertreten. Dazu gehören die Bundeskonferenz Jazz, der Deutsche Musikrat oder die Künstlersozialkasse. Sie entsendet Experten in Jurys von Preisen oder Förderprogrammen.
http://www.u-d-j.de/

Einen Kommentar schreiben

Was ist die Summe aus 7 und 2?

Zurück