Spendenaufruf für eine Filmdokumentation - BELINA - Music for peace

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BELINA
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Weltweit sind nach Angaben des UNHCR mehr als 68 Millionen Menschen auf der Flucht, das entspricht der Einwohnerzahl Frankreichs, Tendenz steigend. Heute gibt es mehr Kriegs- und Krisenherde als je zuvor. In der gegenwärtigen Lage mit Drohgebärden, Rassismus und Flüchtlingsströmen, ist es wichtig, wenn die Welle der Folklore wieder die Menschen erreicht. Denn Musik schlägt Brücken, ähnlich wie der Sport, und kann maßgeblich zur Völkerverständigung, zur Toleranz und zum Frieden beitragen. Ein Wiegenlied aus Nordkorea z. B. berührt emotional genauso wie ein afrikanisches oder amerikanisches Lullaby. Schon Folk-Ikone Joan Baez und die musikalischen UNICEF-Botschafter Harry Belafonte und Nana Mouskouri wandten sich früh der Weltmusik zu und kämpfen seither für Menschenrechte und Frieden.

Porträtiert wird die von Krieg und Verfolgung traumatisierte Polin BELINA (1925-2006), die in Frankreich und Deutschland eine neue Heimat fand und die ihre Vision lebte, mit Musik die Menschen und deren Herzen zu erreichen. Sie haderte nicht mit ihrem Schicksal, sondern verstand es, zu vergeben und dem vermeintlichen „Feind“ die Hand zu reichen. Doch der Weg der Sängerin, die als Jüdin nach dem 2. Weltkrieg Deutschland als „musikalische Diplomatin“ repräsentierte, war oft von Unverständnis und kommerziellen Ambitionen der Produzenten begleitet, denen sie sich widersetzte.

BELINA verlor zu Beginn des 2. Weltkriegs fast ihre gesamte Familie, unter falschen Namen gelang ihr die Flucht nach Hamburg, von polnischen Landsleuten denunziert kam sie ins KZ, ein Pastor verhalf ihr zur Flucht. Nach dem Krieg erhielt BELINA die franz. Staatsbürgerschaft. 1963 brachte ihr das von Truck Branns gedrehte TV-Porträt den internationalen Durchbruch, es folgten zwei Welttourneen während des Vietnams-Krieges, mitunter in Regionen, an denen es nie zuvor Konzerte gegeben hatte oder die vom Krieg erschüttert wurden. Die langersehnte Rückkehr in ihre Heimat Polen erlebte BELINA jedoch als persönliche Katastrophe. Sie hatte diese endgültig verloren, sie zog zu ihrem Sohn nach Hamburg. Nach der Trennung von ihrem Gitarristen versuchte die Plattenindustrie BELINA wieder - wie am Anfang ihrer Karriere - auf billige Schlager zu reduzieren. Doch aus dem einstigen Flüchtlingsmädchen war inzwischen eine selbstbewusste, weltgewandte Frau geworden, die nun offen sagte, was ihr missfiel, und sich damit nicht immer Freunde machte.

BELINA singt in dem weltberühmten Song Exodus:…Ein Land ist mein, in dem ich je geliebt, ein Land, das mir die Freiheit gibt.“ - Was ist Heimat? - Können Flüchtlinge und Verfolgte anderswo Wurzeln schlagen? (BELINA 1969: „Ich bin überall zu Haus!“) - Was für eine Wirkung hat Musik, insbesondere die Folklore als überliefertes Kulturgut der Völker? - Kann eine Wiederbelebung der erfolgreichen Folkwelle der 1960er-Jahre heute erneut die Menschen zusammenführen und zu einem besseren Miteinander beitragen?

Das Oscar prämierte Lied Exodus aus dem gleichnamigen Filmepos spannt einen Bogen von den Verfolgten und Vertriebenen des Nationalsozialismus, unter denen auch viele Deutsche waren, bis hin zur heutigen Flüchtlingskrise und dem wieder aufgeflammten Antisemitismus und Rechtspopulismus. Am Beispiel des einstigen Flüchtlingsmädchens Nina, die in den 1960er-Jahren zur gefeierten Sängerin BELINA wurde, wird klar, dass wir Menschen im Grunde alle gleich sind und niemand uns gefragt hat, wo wir geboren werden und leben möchten. Musik befriedet, wie 1914 das gemeinsame Singen von Stille Nacht im Schützengraben an der Westfront oder die aktuellen Konzerte von Daniel Barenboim im Gaza-Streifen und an der innerkoreanischen Grenze. Am Ende des Films singen Frauen aller Kontinente und Glaubensrichtungen den Song Exodus in einer aktuellen, mehrsprachigen Version und reichen sich die Hände.

Filmlänge 60-90 Minuten
Weitere Infos unter: www.boettcher-film.de

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