TATIANA NOVA - Ja ulybat'sja perestala

(Kommentare: 0)

TATIANA NOVA - Ja ulybat'sja perestala (sprich: Ja Ullebàtse Perestàla)

Tatiana Nova
Tatiana Nova

Die russische Jazz-Sängerin und Komponistin TATIANA NOVA (Jg. 1995) hat sich für ihr neustes Werk an ein Gedicht aus dem Jahr 1915 gewagt. Sie vertonte „Ja ulybat'sja perestala“ (zu deutsch: Schon lange habe ich aufgehört zu lächeln) von Anna Akhmatova - einer der größten Poetinnen Russlands. Schon als Kind las NOVA in ihren Bücher und war fasziniert von den Bilder, die Akhmatova mit ihren Worten malte. Als sie vor wenigen Jahren nach Deutschland umzog, musste wenigstens ein Gedichtband von Akhmatova mit.

"Mir ist das Gedicht „Ja ulybat'sja perestala“ wieder in die Hände gefallen, als ich Liebeskummer hatte. Schon beim Lesen habe ich einen gewissen Rhythmus gespürt und dachte mir: Dazu möchte ich Musik schreiben! Wenig später hatte ich die Melodie und die Akkorde dazu im Kopf.“

Frei übersetzt heißt es in dem Gedicht:

Schon lange habe ich aufgehört zu lächeln
Der kalte Wind lässt meine Lippen gefrieren.
Ein weiterer Hoffnungsschimmer ist erloschen,
ein weiteres Lied hinzugefügt.

Gegen meinen Willen werde ich dieses Lied abtreten,
auch wenn die Leute es belächeln und beleidigen.
Denn das Schweigen der Liebe
ist für die Seele einfach unerträglich.

Obwohl nur acht Zeilen Text vorlagen, hat NOVA es geschafft daraus ein fast fünfminütiges Musikstück dazu zu komponieren (4:41). Dabei war ihr wichtig, dass der Text im Vordergrund steht und viel Raum bekommt. Daher hat sie sich bewusst für nur drei Harmonien entschieden: Zwei Moll Akkorde und einen einen Dur Akkord. Der ungerade 7/4 Takt ist inspiriert von dem Bild, was NOVA hatte: „Für mich geht es in dem Gedicht um eine Frau. Eine sehr traurige Frau die in der Kälte spazieren geht, da sie es vielleicht Zuhause nicht mehr aushält. Deswegen sagte ich auch meinem Schlagzeuger: Spiel als ob der kalte russische Wind kommt!“

Maximal persönlich sollen die großartigen Vocals von NOVA wirken. „Ich hab es gar nicht als singen wahrgenommen. Vielmehr wollte ich den Eindruck erwecken, als ob jemand den Text zur Musik sprechen würde.“ Besonders wird es bei Minute 3.09: Hier entsteht das Lied, welches im Gedicht angesprochen wird. Als Hörer kann man regelrecht die Unruhe der Protagonistin fühlen, die damit hadert das Lied zu veröffentlichen.

„Das Gedicht ist so traurig schön, das Bild im Kopf dazu so stark, dass ich es nicht nur vertonen, sondern ihm auch eine visuelle Sprache geben wollte.“ So entstand ein passendes Video mit der Künstlerin Doina Titanu. Sie entwarf eine Illustration zu dem Gedicht, welche sie anschließend bewusst minimalistisch animierte, so dass Form und Inhalt nicht miteinander konkurrieren.

Was hätte wohl Anna Akhmatova dazu gesagt, dass ihr Gedicht 105 Jahre nach Veröffentlichung von einer russischen Künstlerin vertont wird? „Eigentlich hat sie damals schon darauf hingewiesen, dass das Gedicht vertont werden kann.“ ist NOVA überzeugt.

Tatiana Nova - Gesang
Mikko Krebs - Altsaxophon
Jakob Kirchner - Tenorsaxophon
Clemens Reichmann - Klavier
Otis Sander - Bass
João Raineri - Schlagzeug

Aufgenommen und gemischt von Jakob Hegner

Einen Kommentar schreiben

Kommentar von Spindler Olga |

Привет Татьяна! Мне очень понравилась эта тема! Я немного слежу за твоим развитием (музыкальным) в Германии, я тоже живу переодически в Дрездене. Данная композиция очень достойная и индивидуальная! Я поздравляю тебя с этим! Более того интересная подача клипа . Желаю тебе успеха в твоем творчестве!

Was ist die Summe aus 9 und 8?

Zurück