Tim Lefebvre - New Bass Concepts

Tim Lefebvre - New bass concept
Tim Lefebvre - New bass concept

Den US-Bassisten Tim Lefebvre kenne ich seit seinen ersten Konzerten in Europa Ende der 90er Jahre. Seither ist er viel und oft in Deutschland unterwegs gewesen – eine Zeitlang fest in Till Brönners Band, aktuell mit Michael Wollny oder in Wayne Krantz’ Trio.
Seine eigenen Bands „Who’s Hat is This“, Rudder oder Boomish, in denen er Drum’n’Bass-Elemente mit wilden Soundverfremdungen mischt, sind ebenso spektakulär wie seine Mitarbeit in der Tedeschi Trucks Band oder auf dem letzten Album von David Bowie, „Black Star“, das zusammen mit Donny McCaslins Band eingespielt wurde. An Kontra- und E-Bass gleichermassen originell unterwegs, hat er für Kurt Rosenwinkels Label Heartcore-Records ein E-Bass Tutorial aufgenommen.

Das zweiteilige Tutorial ist genauso unkonventionell wie Tim Lefebvre auch als Musiker ist.

„Ich bin kein ausgebildeter Lehrer“ sagt der Bassist gleich zu Beginn, aber genau das macht den Charme des Lehrvideos aus. Manchmal etwas abschweifend, manchmal etwas sprunghaft erzählt und demonstriert Tim Lefebvre seine Ideen zu Groove und Sounds. Schon die ganz simplen Tipps, die er gibt, und sei es nur ganz profane Dinge wie die Länge der gespielten Noten, die doch einen eklatanten Unterschied ausmachen, helfen Musikern weiter. Seine charmante Art, über seine Einflüsse und die Geschichte der E-Bassisten nebenbei einfliessen zu lassen, seine Bewunderung für Willie Weeks, Pino Palladino und andere epochale Bassisten oder seine Liebe zu Drum’n’Bass sind authentisch.

„Ich bin Autodidakt, ich mache, was für mich komfortabel ist“ – doch die Tipps, die dabei vor allem in Teil 1 gegeben werden, helfen jedem Bassisten, innovativer und formsicherer zu werden.

So demonstriert Lefebvre, wie man schon nur mit zwei leeren Saiten eine Basslinie über eine achttaktige Phrase improvisieren kann. Manchmal auch mit Einschränkungen, die es ihm selber schwer machen (z.B. keine Sechzehntelnoten spielen). Wie sich eine Phrase ändern kann, wenn man die Länge oder die Akzente auf den Noten ändert, ist eklatant.
Er erklärt D’Angelo Grooves, und coole Backingtracks zum runterladen bieten gutes Handwerkszeug.

Das Alles dürfte auch für Nicht-Bassisten interessant sein, weil man viel über die Funktion und die Macht des Bassfundaments lernen kann. Dass der Inhalt auf unterhaltsame, nicht zu akademische Art erklärt wird, macht das Video sehr kurzweilig.

Im zweiten Teil geht es um Sounds und Modifizierungen, denn Tim Lefebvre ist ein Meister der Effektgeräte. Nach dem Basic Fundamental lernt man Lefebvres Pedal Welt kennen, denn der Bassist ist für seine Sounds bekannt, die gar nicht mehr nach Bass klingen. Der Zauber in den Effekten erklärt und demonstriert er alle gut verständlich. Auch die andere Art, Bass mit Effekten zu spielen, wird erläutert. Drum’n’Bass und Ambient Music sind die Plattform für die wilden Basssounds.

Der zweiteilige Lehrgang ist mit Untertiteln versehen, bei manchen sprunghaften Ideen ganz hilfreich. Wichtige angesprochene Themen, Alben oder Künstler werden am Ende nochmal zusammengefasst.

Ein tolles Video, und genau das Nicht-Akademische macht es so charmant.
Man hat den Eindruck, als würde Tim Lefebvre Interessierten nebenbei beim Soundcheck ein paar Sachen zeigen und Tipps geben.

Bass Concepts Volume 1 (sechs Einheiten, u.a. 8 bar phrases, Dilla Beats)
Bass Concepts Volume 2 (fünf Einheiten)
New Bass Concepts - Part 1 & 2 Bundle

Text: Angela Ballhorn
Fotos: Elmar Petzold

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