Jean-Marie Machado - Majakka

Jean-Marie Machado - Majakka

Jean-Marie Machado
Majakka

Erscheinungstermin: 05.02.2021
Label: La Buissonne, 2020

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Jean Marie Machado – piano, compositions
Vincent Segal – cello
Keyvan Chemirani – drums
Jean Charles Richard – saxophones and flute

Jean-Marie Machados Musik kennt keine Grenzen und hybridisiert, um Kulturen und Sprachen ineinanderfließen zu lassen. In diesem Album versammelt der Pianist unter dem hübschen Namen Majakka (das finnische Wort für Leuchtturm) verschiedene Musikstücke, die seiner musikalischen Reise eine besondere Farbe verliehen haben, inspiriert von seinem kulturellen Erbe, seinen Begegnungen und seiner produktiven Karriere als Komponist. Werke des Lebens und der Musik, die ihn wie das Licht eines Leuchtturms leiten...

"Zum ersten Mal hatte ich das Gefühl, zurückzublicken und mir einige meiner alten Platten wieder anzuhören", erzählt Machado. "Ich sah eine Farbe herauskommen, die zu meiner wurde, ein Licht, das sich aufdrängte. Ich hatte das Bedürfnis, etwas zu akzeptieren, das gegen meinen Willen geschehen war", fügt er hinzu.

So wurde die Idee geboren, Stücke zusammenzubringen, die aus der gleichen Familie zu stammen schienen, die die gleichen Farben teilten und eine Nähe zur brasilianischen Musik und der der spanischen Impressionisten kultivierten, die Machados Weg ebneten.

So stammen "Bolinha", "Um vento leve" und "Emoção de alegria" aus dem Projekt "La main des saisons", das auf dem Werk des Dichters Fernando Pessoa basiert. "Les yeux de Tangati" wurde für ein Duett mit Dave Liebman geschrieben, dem großen New Yorker Saxophonisten, mit dem Machado bereits drei Alben aufgenommen hat, und "Gallop Impulse" stammt aus dem Album "Impulse Songs" (Label Hortus, 2018), auf dem bereits der Zarb von Keyvan Chemirani zu hören war, der auf Majakka wieder mit Machado zusammenkommt.

"Nach der Zusammenarbeit mit Naná Vasconcelos habe ich versucht, Musiker zu treffen, die digitale Percussions spielen", erinnert sich Machado. "Mit den Fingerspitzen und nicht nur mit den Handflächen zu spielen, bringt Percussion und Klavier zusammen und vereint sie. Das besondere Profil von Keyvan Chemirani, der die Tradition kennt, aber auch für modernste Musik offen ist, hat mich sehr interessiert. Er ist das freie Elektron des Quartetts und schafft mit seinen Improvisationen das Unerwartete".

Machado kommt hier auch wieder in die Nähe von Vincent Segal: "Wir haben die Wege von Vasconcelos zur gleichen Zeit gekreuzt", sagt er. "Ich habe sofort gemerkt, dass dieser Musiker völlig offen für alle Arten von Musik ist. Wir finden uns genau da wieder, wo wir aufgehört haben, mit all den Erfahrungen, die wir mit der Musik gemacht haben. Die philosophische Idee ist dieselbe, unser Anliegen ist es, andere Musik kennenzulernen".

Der Saxophonist Jean-Charles Richard, der mit Machados Projekten vertraut ist (er ist seit zwölf Jahren Mitglied des Danzas-Orchesters), vervollständigt das Quartett: "Er ist ein sehr intelligenter Interpret; er ist der Melodiker des Quartetts, derjenige, der die meisten Lieder trägt. Er kennt meine Musik auswendig. Emotional gesehen ist er mein engster Musiker".

Bewegend und inspirierend, Jean-Marie Machados Musik schafft Brücken, suggeriert Bilder, öffnet Passagen. "Majakka ist eine Gruppe von Aufklärern. Diese Musik der Passage, das ist vielleicht die wahre zeitgenössische Musik", sagt der Mann, der sich selbst als "ein Komponist des geschriebenen Wortes, der die Improvisation als störendes Element einsetzt" definiert.

Für die Aufnahme des Albums, die im vergangenen September im Studio von La Buissonne in einem offensichtlich gestörten Kontext stattfand, komponierte Machado mehrere Originalstücke für das Quartett: "Les pierres noires", "La mer des pluies" und "Outra Terra", die an Ort und Stelle geschrieben wurden, um sowohl von einer Veränderung im persönlichen Leben als auch von einer tiefgreifenden Transformation unserer Erde zu zeugen, die uns alle angeht.

Die Melodien, die Klänge, die Töne, die Rhythmen, die suggestiven Titel der Stücke... alles ist reich und großzügig auf Majakka. Poetisch, gemeißelt, manchmal in zarter Rundheit, manchmal mit großer Inbrunst.

Die Qualität des Schreibens und der Arrangements, kombiniert mit der Exzellenz der Interpreten (Keyvan Chemirani, der vor Erfindungsreichtum und Überraschungen nur so strotzt, Jean-Charles Richard, ein sensibler Melodiker mit einem schillernden Klang, Vincent Segal, elegant und virtuos, ein Experte für die Klänge der Welt) unterstreicht einmal mehr die Vollendung des Weges von Jean-Marie Machado.

Text: La Buissonne

jazz-fun.de meint:
Es gibt eine außergewöhnliche Subtilität in diesem Album, die es ermöglicht, die Nuancen jeder Geschichte und jedes Sounds zu genießen. Das Ergebnis ist sehr natürlich, ungezwungen und musikalisch höchst interessant.

  1. Bolinha
  2. Les pierres noires
  3. Um vento leve
  4. La lune dans la lumière
  5. Gallop impulse
  6. Outra terra
  7. Emocao de alegria
  8. La mer des pluies
  9. Les yeux de Tangati
  10. Slow bird

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