Rezension des Albums "The Trilogy" von Joe De Gregorio

Joe De Gregorio - The Trilogy - Album cover
Joe De Gregorio - The Trilogy

Joe De Gregorio
The Trilogy

Erscheinungstermin: 30.01.2026
Label: Joe De Gregorio, 2025

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Drei Städte, drei Kapitel – ein großes Jazzprojekt

jazz-fun`s recap:

Der Pianist, Sänger und Komponist Joe De Gregorio präsentiert mit The Trilogy (Volume I) ein außergewöhnlich ambitioniertes Projekt: drei miteinander verbundene Alben, aufgenommen innerhalb eines einzigen Jahres – in New York City, Los Angeles und Paris.

Diese Trilogie ist jedoch weit mehr als eine Reihe von Veröffentlichungen. Sie versteht sich als zusammenhängende künstlerische Erzählung, als musikalische Reise durch Ursprung, Entwicklung und globale Gegenwart des Jazz. Begleitet wird De Gregorio dabei von einigen der prägendsten Persönlichkeiten der Szene, darunter der legendäre Bassist Ron Carter und der Schlagzeuger Peter Erskine.

Im Zentrum des Projekts steht eine grundlegende Frage:
Wie kann Jazz seinen Wurzeln treu bleiben und zugleich authentisch zu einer heutigen, internationalen Hörerschaft sprechen?

Jeder Teil der Trilogie nähert sich dieser Frage aus einer anderen Perspektive. Blues, genreübergreifende Komposition und vokales Repertoire bilden drei unterschiedliche Blickwinkel auf denselben musikalischen Kern. Gemeinsam ist ihnen eine Sprache, die aus Improvisation, erzählerischer Kraft und tiefem Respekt vor der Geschichte des Jazz entsteht.

Kapitel I – In Blues (For Blues’ Sake)
Der erste Teil führt zurück zum emotionalen Ursprung des Jazz: dem Blues. Aufgenommen im legendären Van Gelder Studio, entfaltet sich hier ein intimer musikalischer Dialog zwischen De Gregorio und Ron Carter. Ergänzt wird dieses Kapitel durch Aufnahmen im Heimstudio von Peter Erskine in Santa Monica.

Der Blues erscheint hier nicht nur als musikalische Form, sondern als innerer Kompass – als Ausdruck von Geschichte, Erinnerung und unmittelbarer Gegenwart.

Kapitel II – Crossover
Der zweite Teil öffnet die Türen weit. In Los Angeles verschmelzen Jazz, Funk, afro-kubanische und brasilianische Rhythmen mit kammermusikalischen Elementen. Neben Erskine und dem Bassisten Ike Sturm erweitert ein Streichquartett das Klangbild des Trios.

Die Musik gewinnt dadurch eine fast filmische Weite – ein moderner, melodischer Jazz, der stilistische Grenzen bewusst hinter sich lässt.

Kapitel III – Crooner’s Journey
Der abschließende Teil führt nach Paris und stellt die Stimme ins Zentrum. Gemeinsam mit der Saxophonistin Géraldine Laurent, dem Schlagzeuger Louis Moutin, dem Bassisten Stéphane Kerecki sowie der Sängerin Karine Fôret entstehen neue Interpretationen internationaler Standards – gesungen in fünf Sprachen.

Diese Aufnahmen wirken zugleich intim und kosmopolitisch, fast wie ein musikalisches Gespräch zwischen Kulturen.

Einheit in der Vielfalt
Was The Trilogy (Volume I) so besonders macht, ist seine innere Geschlossenheit. Jeder Abschnitt besitzt eine eigene ästhetische Welt – und doch fügt sich alles zu einem klaren Gesamtbild zusammen.

Von den historischen Studios der amerikanischen Jazztradition über die experimentelle Offenheit der Westküste bis zur lyrischen Intimität von Paris entsteht eine musikalische Landkarte, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verbindet.

Diese außergewöhnliche Dokumentation ist nicht nur reich an großartiger Musik. Sie ist zugleich ein beeindruckendes Stück Jazzgeschichte – erzählt von einem Künstler, der nicht nur stilistische Grenzen überwindet, sondern auch Generationen von Musikerinnen und Musikern miteinander in Dialog bringt.

So wird The Trilogy zu einer kraftvollen Erinnerung an das Wesen dieser Musik:
Jazz ist kein System von Kategorien und Abgrenzungen. Jazz ist ein lebendiger Strom von Begegnungen, Ideen und Emotionen.

Und genau darin liegt seine größte Schönheit.

(Jacek Brun, 08.04.2026)

Besetzung

In Blues (For Blues Sake)
Ron Carter - Bass
Peter Erskine - Drums
Joe De Gregorio - Piano

Crossover
Joe De Gregorio - Piano & Vocals
Ike Sturm - Bass
Peter Erskin - Drums

Crooner’s Journey
Joe De Gregorio - Piano & Vocals
Géraldine Laurent - Alto Sax
Louis Moutin - Drums
Stéphane Kereck - Bass
Karine Fôret - Vocals

Titelliste

  1. Lambo No. 5
  2. Menschenfeind
  3. Trotz
  4. Jazon Hunter Strikes Again!
  5. Meloda
  6. Attitude Adjustment
  7. We Will Still Be Here Tomorrow
  8. Lines & Crimes
  9. The Machines That Walk At Midnight

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