Joe Krieg Quartet - Beau Gosse

Joe Krieg Quartet - Beau Gosse

Joe Krieg Quartet
Beau Gosse

Erscheinungstermin: 21.04.2023
Label: Double Moon Records, 2023

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Simon Ort - Bass guitar
Nils Wogram - Trombone
Matthias Bublath - Piano
Uli Kleideiter - Drums
Joe Krieg - Guitar

Für den Gitarristen Joe Krieg steht stets die Melodie im Vordergrund und so hat er auch für sein neues Album „Beau Gosse“ acht Songs komponiert, deren Melodien sich möglichst im Ohr der Hörer festsetzen sollen. Aber zunächst sollte man für alle, die des Französischen nicht mächtig sind - Kriegs Mutter ist Französin und er ist bilingual aufgewachsen -, den Titel des Albums erläutern.

„Der Titel steht umgangssprachlich für ‚schönes Kind‘“, erklärt der Gitarrist. „Mein verstorbener Cousin, dem der Song gewidmet ist, pflegte uns als Kinder mit diesem Ausdruck zu begrüßen. Das habe ich damals nicht richtig verstanden, stattdessen dachte ich, dass er ‚gros gosse‘ - ‚dickes Kind‘ - gesagt hätte. Später haben wir das Missverständnis dann aufgeklärt. Die Melodie habe ich mit der Erinnerung an ihn geschrieben.“

Eingespielt hat Krieg das Album mit seinem Quartett, zu dem seit ewigen Zeiten der Schlagzeuger Uli Kleideiter gehört - mit Simon Ort am Bass verzeichnet die Band aber auch einen Neuzugang. „Mit Uli bin ich musikalisch groß geworden, wir spielen schon seit unserer Jugend zusammen“, erinnert Krieg sich. „Simon dagegen ist neu in der Band, weil mir sein Sound und seine Art, über Stücke zu denken, gut gefallen.“

Hinter dem Klavier sitzt Matthias Bublath, der zuletzt mit seinem eigenen Trio das Album „Orange Sea“ veröffentlicht hat. Auf ein zweites Harmonieinstrument mag der Bandleader nicht verzichten. „Wenn ich meine Stücke schreibe, höre ich immer den Sound eines Klaviers“, erzählt Joe Krieg, „wahrscheinlich, weil ich selbst ein bisschen spielen kann. Das ist der Grund, warum ich immer einen Pianisten in der Band habe.“

Auf den meisten Songs ist dann noch ein Gast zum Quartett gestoßen, es ist der Posaunist Nils Wogram, der als Preisträger des renommierten Albert-Mangelsdorff-Preises schon lange zu den prägenden europäischen Musikern auf seinem Instrument zählt und dessen flüssiger Stil gut zu der Musik von Joe Krieg passt. „Ich versuche immer wieder, etwas Neues zu entdecken“, erläutert der Gitarrist seine Philosophie. „Auf dem letzten Album habe ich mit einem kompletten Bläsersatz gearbeitet, das klang sehr mächtig. Die Idee eines weiteren Solisten als Gast gefällt mir aber grundsätzlich. Beim Jazzfestival in Würzburg habe ich dann Nils Wogram angesprochen, weil ich fand, dass er gut zu meinen Stücken passt.“

Kriegs feinsinniger und perlender Stil kontrastiert großartig mit Wograms Posaune, was man beispielsweise in den Unisono-Passagen von „In Tricle Finitie“ hören kann - Wograms dramaturgisch klug gestaltetes Solo untermalt der Gitarrist dann mit sanft klingenden hohen Tönen, während die Rhythmusgruppe mächtig voranschreitet. In den Balladen „Frère Jacques“ und „Sugarboat“ ist die Band dann endgültig zum Quintett mutiert, bei dem alle Rädchen, die von den fünf Musikern in Bewegung gesetzt werden, perfekt ineinander greifen. Einem weiteren Jacques ist das kurze „Prélude“ gewidmet, das das weit ausholende „Music Superspreader“ einleitet. „Auf dem Weg zum Jazz hatte ich verschiedene Mentoren“, berichtet Joe Krieg, der in der Nähe von Würzburg aufgewachsen ist. „Jaques war ein Kenner klassischer Musik und ein großer Bach-Fan, mit dem ich viel Zeit verbracht habe. Deshalb habe ich ihm dieses Stück gewidmet, dass ja auch sehr nach Bach klingt.“

Mit „Beau Gosse“ ist der Band von Joe Krieg ein Album gelungen, das mit stilvoller Geschmackssicherheit eine kultivierte Klanglandschaft für sich erobert hat. „Sich innerhalb der eigenen musikalischen Grenzen frei zu bewegen und diese dabei immer wieder auszuweiten und neu zu stecken ist ebenso wichtig, wie auch jene Grenzen zu akzeptieren und anzunehmen“, findet der Bandleader. Auf seinem neuen Album ist der Gitarrist diesem Ziel mit seiner abwechslungsreichen und dynamischen Musik wieder ein Stück näher gekommen.

Text: Double Moon Records

jazz-fun.de meint:
Die Harmonien sind klar, die Melodien rein und die einzelnen Stimmen der Improvisatoren stark und ausdrucksvoll. Ein Album mit intelligenten musikalischen Fusionen und einem sehr interessanten Sound zwischen Posaune und Gitarre

  1. Beau gosse (our vincent)
  2. Prelude (pou jacques)
  3. Music superspreader
  4. Lento (reinette van zijtveld - lustig)
  5. In tricle finitie
  6. Port henning
  7. Frere jacques
  8. Sugarboat

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