Jonathan Salvi Arugula Sextet - Arugula

Jonathan Salvi Arugula Sextet - Arugula  - Albumcover
Jonathan Salvi Arugula Sextet - Arugula

Jonathan Salvi Arugula Sextet
Arugula

Erscheinungstermin: 24.05.2024
Label: Double Moon Records, 2024

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jazz-fun`s recap:

Die sieben Eigenkompositionen des Leaders oszillieren um die Ästhetik des modernen Jazz. Das Album wird von leicht verdaulichen Melodien dominiert und jedes Thema ist mit ausgiebigen Improvisationen verwoben. Jonathan Salvi spielt gekonnt mit den Formen und bewegt sich auf vorbildliche Weise auf bekannten musikalischen Pfaden. Ein sehr gutes Album, das man unbedingt hören sollte. (Jacek Brun, 24.05.2024)

Jonathan Salvi - Vibraphone
Paul Butscher - Trumpet
Emilio Vidal - Guitar
Joshua Beureux - Drums
Jérémie Krüttli - Double bass
Robinson de Montmollin - Piano

Seine Kompositionen sind anspruchsvoll, eigenwillig, phantasievoll. Dennoch ist für Jonathan Salvi die rein körperliche Komponente des Musizierens ein wesentlicher Faktor: "Wenn ich Vibraphon spiele, dann tanze ich! Das vermittelt sich auch, wenn man ihn live erlebt, wie ihm immer wieder gesagt wird. Der Eindruck des Tänzerischen wird dadurch verstärkt, dass der Schweizer immer mit vier Schlägeln spielt. Seine exzellente Technik geht Hand in Hand mit improvisatorischer Brillanz. Es ist längst überfällig, dass die internationale Jazzwelt seine Klasse entdeckt.

„Arugula“ ist die zweite Eigenproduktion von Jonathan Salvi. Die erste hat er bereits 2017 mit seinem Landsmann Samuel Blaser, dem renommierten Posaunisten, realisiert. Ein Projekt mit Geschichte. Beide lieben das Blue-Note-Album Destination... Out!“ des Altsaxofonisten Jackie McLean aus dem Jahr 1963. Am Vibrafon: der junge Bobby Hutcherson, der damals an weiteren grandiosen Alben des Progressive Jazz beteiligt war. Salvis Bekenntnis ist eindeutig: „Natürlich ist Gary Burton technisch überragend, aber die ganz große Inspiration ist für mich Bobby Hutcherson“. Der Sound und die Spielweise von Jonathan Salvi sind ausgesprochen perkussiv. Das hat aber auch mit anderen musikalischen Vorlieben zu tun. Afrikanische Musikstile haben ihn ebenso geprägt wie verschiedene Spielarten der Latin Percussion, vor allem die kubanische.

Die Musiker, die er für Arugula zusammengebracht hat, leben in verschiedenen Schweizer Städten: Bern, Lausanne und Biel. Jonathan Salvi stammt aus Neuenburg. Nach Studienjahren in Luzern, Lausanne und im französischen Strasbourg kehrte er in seine Heimatstadt zurück. Den Kern des Ensembles kennt er noch aus seinen wegweisenden Studienjahren in Luzern, allen voran den Pianisten Robinson de Montmollin. Vibraphon, Klavier und Gitarre in dieser Besetzung: eine mutige Entscheidung. Für Salvi kein Problem, entsprach es doch seinen spezifischen konzeptionellen und kompositorischen Vorstellungen. Wie gut das funktionieren kann, zeigen die klugen, vielschichtigen Arrangements nach dem Prinzip: Alles eine Frage der Rollenverteilung.

Salvis Stücke und Arrangements sind reichhaltig und komplex, angefangen bei den vielschichtigen rhythmischen Strukturen. Vor dem Studiotermin spielte die Band eine Reihe von Konzerten: das perfekte Warm-Up, um den anspruchsvollen Stücken einen natürlichen Fluss zu geben. Für Salvi die perfekte Verbindung: „Komposition und Arrangement sind für mich mindestens so wichtig wie die solistischen Beiträge. Ich mag es nicht, wenn das Interessanteste an einem Stück die Improvisation ist“. Dass er auch über enorme lyrische Qualitäten verfügt, zeigt das atmosphärische „Warning“. Auf andere Weise atmosphärisch klingt „Floating River“.

Jonathan Salvi ist Anfang 30. Obwohl „Arugula“ eine feste Band ist, gibt der Vibraphonist zu, dass er sich nicht mit einer Gruppe zufrieden gibt. Zurzeit gibt es noch ein Trio und eine elfköpfige Formation, für die er Musik geschrieben hat. Reizvoll findet er es auch, als Interpret im Kontext von Klassik und zeitgenössischer Musik aufzutreten. Das sucht er immer wieder. Aber: "Auf der Jazzbühne fühle ich mich am wohlsten.

Jonathan Salvi, ein leidenschaftlicher Koch, kam bei der Zubereitung eines Gerichts auf den Namen des Sextetts. In einem Rezept stieß er wieder einmal auf den Namen Arugula. „Ich mag schon den Klang dieses Wortes“. Und er findet, dass seine Musik einiges mit der schmackhaften Rauke gemeinsam hat: die Würze und die Erfrischung zum Beispiel.

Jonathan Salvi wurde am 24. September 1993 in Neuchâtel geboren. Durch seinen musikbegeisterten Vater hörte er von klein auf afroamerikanische und jamaikanische Musik. Klassische Musik spielte zu Hause keine Rolle. Mit zehn Jahren begann er zu trommeln: im Stil der großen Basler Fasnachtstradition. Mit 15 beschloss er, klassische Perkussion zu lernen - und musste dafür „erst einmal alles vergessen, was ich aus der Trommeltradition mitgebracht hatte“. In dieser Zeit hörte er immer mehr Jazz und entdeckte den Reiz der Improvisation. Zum Schlüsselalbum wurde damals Keith Jarretts „Köln Concert“, zum Schlüsselerlebnis ein Duo-Auftritt, den er mit einer mehrminütigen Solo-Improvisation einleitete. Da er auch Melodien spielen wollte, kam Jonathan Salvi über das Xylophon zum Vibraphon. Nach der Schule wollte er erst einmal ausprobieren, ob er das Zeug für ein Studium an der Hochschule Luzern hat. Und fasste dort sofort Fuss. Von Anfang an stellte er eigene Formationen zusammen - Duo, Trio, Quartett. Sein Abschlusskonzert bestritt er mit einem Trio plus Streichquartett.

Text: Double Moon Records

  1. Pile ou face
  2. Wanderig
  3. Multiple minds
  4. Dangerous friend
  5. Floating river
  6. Piquer des hannetons
  7. Blues at the parcs

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