Rezension des Albums "Alchemy" von Joo Kraus

Joo Kraus - Alchemy - Album cover
Joo Kraus - Alchemy

Joo Kraus
Alchemy

Erscheinungstermin: 02.10.2026
Label: Joo Kraus, 2026

Joo Kraus - Alchemy - bei Spotify anhören

Wenn aus Vertrauen etwas Neues entsteht

jazz-fun`s recap:

Alchemie bezeichnet die Kunst, aus einfachen Elementen etwas Wertvolles zu schaffen. Für Joo Kraus ist das ein passendes Bild für ein Album, das aus langjähriger Freundschaft, gemeinsamen Erfahrungen und vier sehr unterschiedlichen musikalischen Stimmen entstanden ist.

Mit Ralf Schmid am Klavier, Veit Hübner am Bass und Torsten Krill an Schlagzeug und Percussion versammelt Kraus Musiker um sich, mit denen ihn weit mehr verbindet als eine gemeinsame Studiosession. Diese Vertrautheit hört man.

Alle vier brachten eigene Skizzen und Ideen mit, die innerhalb weniger Tage zu gemeinsamen Kompositionen weiterentwickelt wurden. Daraus entstand keine Sammlung einzelner Beiträge, sondern eine Musik, die unmittelbar aus dem Zusammenspiel wächst.

Jazz, Funk und urbane Grooves bilden die Grundlage, dazu kommen offene melodische Flächen, warme Klangfarben und Arrangements, die genug Raum für spontane Entscheidungen lassen. Die Musik bleibt beweglich, ohne ihre Klarheit zu verlieren.

Joo Kraus setzt mit Trompete, Stimme, Percussion und Effekten markante Akzente, doch das Album lebt nicht von einer dominierenden Leaderfigur. Ralf Schmid bringt harmonische Tiefe und rhythmische Impulse ein, Veit Hübner sorgt für einen flexiblen, kraftvollen Unterbau, Torsten Krill treibt die Stücke mit viel Gefühl für Dynamik und Groove voran.

Das Zusammenspiel wirkt präzise, aber nie kontrolliert bis ins Letzte. Die Musiker kennen einander gut genug, um sich Freiheiten erlauben zu können.

Genau daraus entsteht die Leichtigkeit von Alchemy.

Diese Musik lädt zum Mitgehen ein. Zum Wippen, Tanzen und manchmal einfach dazu, für eine Weile den Kopf auszuschalten. Die Arrangements bleiben interessant genug für konzentriertes Zuhören, ohne den unmittelbaren Spaß am Klang zu verlieren.

Auch die Produktion unterstützt diesen Eindruck. Alles klingt klar, warm und druckvoll, ohne überproduziert zu wirken. Die Instrumente behalten ihre Eigenständigkeit, fügen sich aber jederzeit zu einem homogenen Gesamtbild.

Alchemy ist damit kein Album, das seine Qualität durch Komplexität beweisen muss.

Es überzeugt durch Spielfreude, Groove und das Vertrauen vier erfahrener Musiker, die genau wissen, wann sie führen und wann sie Raum lassen müssen.

Manchmal braucht es für Alchemie keine geheimnisvolle Formel. Es reichen auch vier Musiker, die sich wirklich zuhören.

(Jacek Brun, 30.10.2026)

Besetzung

Joo Kraus – trumpet, vocals, percussion, fx
Ralf Schmid – piano
Veit Hübner – bass
Torsten Krill – drums, percussion

Titelliste

  1. Screwed Up
  2. Blinders On
  3. DUB im Dunkeln
  4. Santa Barbecue
  5. A Touch of ShubiShalala
  6. Minimal Vokuhila
  7. Slo Cal
  8. Licht im Osten
  9. Bumer
  10. Lonely Hiking
  11. Luftholen

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