Julian Siegel Jazz Orchestra - Tales From The Jacquard

Julian Siegel Jazz Orchestra - Tales From The Jacquard

Julian Siegel Jazz Orchestra
Tales From The Jacquard

Erscheinungstermin: 23.07.2021
Label: Whirlwind Recordings, 2021

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Julian Siegel - ts, ss, bcl, comp., arr.
Nick Smart - cond
Tom Walsh, Percy Pursglove, Henry Lowther, Claus Stötter - tp
Mark Nightingale, Trevor Mires, Harry Brown - tb
Richard Henry - btb, tuba
Mike Chillingworth, Jason Yarde - as
Stan Sulzmann - ts
Tori Freestone - ts, fl
Gemma Moore - bs, bcl
Mike Outram - g
Liam Noble - p
Oli Hayhurst - b
Gene Calderazzo - dr

Saxophonist und Komponist Julian Siegel ist zurück für seine vierte Veröffentlichung auf Whirlwind. Tales from the Jacquard ist seine bisher ambitionierteste musikalische Leistung und vereint die herausragenden Kräfte des Julian Siegel Jazz Orchestra. Nach der gefeierten Veröffentlichung Vista des Julian Siegel Quartetts und dem einflussreichen Partisans-Album Nit de Nit festigt Siegel seinen Ruf als einer der berühmtesten Künstler Europas, der mit Jazz und improvisierter Musik arbeitet.

Siegel ist als Mitglied einiger der großen großen Ensembles aufgetreten – seine Vita beinhaltet Hermeto Pascoal, Mike Gibbs, Kenny Wheeler, Django Bates und die NDR Bigband, sowie umfangreiche Gastauftritte auf diversen Tourneen. Jetzt ist der Instrumentalist selbst Leader: Tales from the Jacquard ist Siegels erste Platte an der Spitze eines großen Ensembles. Die Entstehung des Albums dauerte lange – Siegel paart „Jacquard“, einem Auftrag von Derby Jazz aus dem Jahr 2017, mit einer Auswahl von Hits, die ursprünglich für kleine Bands geschrieben wurden und für das eigens gegründete Jazzorchester arrangiert wurden.

In den halbstündigen „Tales from the Jacquard“ verschmilzt Geschichte mit Technik. Das Stück hat seine Wurzeln in den East Midlands, wo Siegels Eltern eine Fabrik für Textilspitzen besaßen. „Ich habe klare Erinnerungen an Ausflüge mit meinem Dad in den 70er Jahren in die Spitzenfabrik und an die Geräusche der Maschinen – er wollte sie dirigieren! Mein Dad hatte schon immer eine große Liebe zur Musik und nach der Arbeit zu Hause in Nottingham, gab es Ellington, Basie, Sarah Vaughan, Lockjaw Davis, Paul Gonsalves und Ben Webster neben viel klassischer Musik auf dem Plattenteller. Es schien eine natürliche Sache zu sein, den Klöppelprozess zu erforschen und die Ergebnisse zu nutzen, um neue Musik zu inspirieren.“

Das Experimentieren mit Jacquard-Karten spielte eine Schlüsselrolle in seinem Kompositionsprozess. „Ich erhielt eine einzelne Karte von Cluny Lace, einer seit langem etablierten Leavers-Lace-Fabrik in den East Midlands. In der Fabrik sah ich die Jacquardmaschinen mit ihren Lochkartenbögen, die das Muster an die Spitzenmaschinen übermittelten. Mit mehr Recherche war ich erfreut, in dieser Karte musikalische Möglichkeiten zu finden. Die Tatsache, dass jede Karte sowohl Zahlen als auch Rhythmen enthält, hat mir viele musikalische Ideen gegeben.“ Nachdem er seine Kartensprache ursprünglich in Spitze übersetzt hat, prägt der Jacquard nun den musikalischen Aufbau und schafft Melodien, Rhythmen, Orchestrierungen und harmonische Strukturen.

Es ist jedoch ein Jonglierakt, der die Mathematik der Karten ausbalanciert und der Band die Freiheit lässt, auch Spaß mit dem Stück zu haben. „Ich habe für die Improvisatoren in der Band geschrieben und versucht, der Musik nicht zu viel vorzuschreiben und die Band spielen zu lassen.“ Dies bedeutet einen freihändigen Ansatz für Kompositionen, mit viel Raum für Erforschung, der in die Formen eingebaut ist.

Diese Erfoschung wird mit „Blues“ fortgesetzt, das von einer schweren Basslinie getragen wird, über die Jason Yarde und Trevor Mires schillern. „Song“ und „The Goose“ erschienen auf Siegels Quartett-Album Vista und erhalten hier beide eine vollständige Erweiterung, die die Strukturen für Solo-Abenteuer von Mark Nightingale, Percy Pursglove und Stan Sulzmann öffnet. Dazwischen liegt „The Missing Link“, das aus einem düsteren Opening zu einem energiegeladenen Boppy-Swinger mit Trompeter Claus Stötter, eingeladen von der NDR Big Band Hamburg, wird. „Fantasy in D“, der Standard von Cedar Walton, schließt das Set energisch mit einem reduzierten Backarrangement ab – in diesem Fall ist weniger wirklich mehr.

Text: Whirlwind Recordings

jazz-fun.de meint:
Die Musik ist sehr interessant, vielfältig und manchmal überraschend. Die Band ist experimentell und geht weit weg vom Mainstream. Man hört auf diesem Album die große musikalische Kultur, die Erfahrung, die Chemie und die gute Zusammenarbeit aller Musiker. Großartige Kompositionen des Leaders runden den Rest ab. Ein großartiges Album!

  1. Tales From The Jacquard (part 1)
  2. Tales From The Jacquard (part 2)
  3. Tales From The Jacquard (part 3)
  4. Blues
  5. Song
  6. The Missing Link
  7. The Goose
  8. Fantasy In D

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