Justin - Zitt Frigo

Justin - Zitt Frigo - Album cover
Justin - Zitt Frigo

Justin Zitt
Frigo

Erscheinungstermin: 24.10.2025
Label: Unit Records, 2025

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jazz-fun`s recap:

Das klassische Jazzpiano-Trio ist eine bewährte, aber zugleich anspruchsvolle Ausdrucksform. Unzählige Musikerinnen und Musiker haben sich in dieser Formation versucht – und doch gelingt es nur wenigen, ihr eine neue, eigene Stimme zu verleihen. Justin Zitt gehört zweifellos dazu.

Gemeinsam mit einer hervorragend eingespielten Rhythmusgruppe erschafft er auf Frigo einen intimen Klangraum, in dem sich die musikalischen Ideen frei entfalten können. Seine Kompositionen sind im Jazz verwurzelt, tragen aber stets seine persönliche Handschrift: harmonisch klar, rhythmisch subtil und voller klanglicher Transparenz.

Zitt gelingt es, das vertraute Format des Trios um neue Facetten zu erweitern – mit feinem Gespür für Dynamik, Struktur und emotionale Tiefe. Jede Note wirkt durchdacht, ohne an Spontaneität zu verlieren. So entsteht ein Album, das gleichermaßen zum konzentrierten Zuhören wie zum Loslassen einlädt.

Frigo ist ein weiterer Beweis für die kreative Kraft der jungen Generation bei Unit Records – ein Werk, das Tradition und Gegenwart auf natürliche Weise miteinander verbindet.

(Jacek Brun, 05.11.2025)

Besetzung

Justin Zitt - piano & composition
Julius Steyer - drums
Julian Grüneberg - bass

Ein Trio mit Stimme – Justin Zitt formt Klangräume voller Leben

Justin Zitt ist ein 23-jähriger deutscher Jazzpianist, der mittlerweile in Amsterdam und New York lebt. Er kam als Jugendlicher in die Jazzförderung „Jazz Juniors“ des Landes Baden-Württemberg, absolvierte anschließend ein Vorstudium bei Hubert Nuss an der HMDK Stuttgart und machte an der Musikhochschule Mannheim den Bachelor in Jazz Piano. Dort wurde er unter anderem von Rainer Böhm und Lorenz Kellhuber unterrichtet. Mittlerweile studiert er im Master am Conservatorium van Amsterdam mit einem Austauschsemester an der New School in New York. Zuletzt gewann er den ersten Preis beim achten Internationalen Klavierwettbewerb in Freiburg. Außerdem war er Mitglied im Gutenberg Jazz Collective (2022/23) des Jazz Campus Mainz und ist Stipendiat des Deutschlandstipendiums. Seit 2024 ist er außerdem Stipendiat der Kunststiftung Baden-Württemberg. 2025 wird sein Debütalbum „FRIGO” auf dem Label UNIT Records erscheinen.

Im Rahmen des GJC spielte er bereits Konzerte mit Ingrid Jensen, Kris Davis, Becca Stevens, Billy Hart und Ben Street. Weitere Auftritte führten ihn auf Bühnen in Deutschland, Frankreich und Großbritannien, wo er mit bekannten Musikern wie Nils Landgren, Rich Perry, Wanja Slavin, Mareike Wiening, Phil Donkin, Max Mutzke, Alex Goodman, Stefan Karl Schmid, Peter Gall und Fabian Arends zusammenarbeitete.

Sein Klavierspiel ist energetisch, spontan und kreativ. Durch seine virtuose Selbstverständlichkeit am Instrument bleibt die Musik frisch und lebendig. In seinen Kompositionen erkundet er komplexe Konzepte, deren improvisatorische Interpretation das Abstrakte konkret und spannend werden lässt.

Die zeitgenössische Jazz-Szene ist reich an Klaviertrios. Trotzdem finden sich immer wieder Akteure, die dem vertrauten Format neue Aspekte abgewinnen und mit eigenständigen Ideen verblüffen. Zu diesen Künstlern gehört Justin Zitt, der mit seinem Trio Frigo ein facetten- und klangfarbenreiches Debüt präsentiert. Als Pianist und Komponist bewegt sich Zitt am Puls des Modern Creative Jazz, verarbeitet bemerkenswert souverän Einflüsse der Neuen Musik und des Jazz, kreiert weite Bögen und verliert dabei das Publikum nie aus den Augen. Seine Stücke brillieren mit polyrhythmischen Strukturen und einer mehrdimensionalen, stark erweiterten Harmonik. Trotz der detailscharfen Ausarbeitung wirken sie stets lebendig und vermitteln eine Intensität, die sowohl intellektuell als auch emotional befeuert wird.

„Ich möchte, dass meine Musik beide Ansätze reflektiert – einerseits die vertiefte Beschäftigung mit dem Thema der Komposition, andererseits meine intuitive Herangehensweise“, erklärt Zitt. Ihm geht es darum, mit durchdachten Konzepten eine Aussage zu kreieren und diese durch emotionalen Ausdruck (er)fassbar zu machen. Entsprechend vielschichtig sind die Inspirationsquellen, aus denen sich die Kreativität des jungen Musikers speist.

Justin Zitt beschreibt drei Gruppen, die seine Fantasie als Komponist und Musiker beflügeln. Da wären zum einen die vertrackten Rhythmen und Texturen von Robert Landfermanns „Neon Dilemma” mit Elias Stemeseder, des Trios „Punkt.Vrt.Plastik” und Felix Hauptmanns Band „Percussion”. Zum anderen die europäische Klassik ab Ende des 19. Jahrhunderts, darunter Messiaens harmonische Ideen, Debussys Klangfarben und Alban Berg.

Das dritte Standbein ist die Traditionslinie des amerikanischen Jazz, insbesondere die dort entwickelten Möglichkeiten, über Formen zu improvisieren – von Bud Powell und Monk bis Sullivan Fortner und Craig Taborn.

Seit rund vier Jahren spielt das Trio Zitts Kompositionen und gibt seit 2023 auch Gigs in ganz Deutschland. „Bevor wir im Februar 2024 ins Studio gingen, hatten wir fast alle Stücke schon live gespielt. Einige sind über mehrere Jahre gereift, wir haben sie immer wieder in Details bearbeitet“, erzählt Zitt. „So konnten wir bei den Aufnahmen mit Varianten in Rhythmik und Harmonik arbeiten.“ Die Ergebnisse sind durchweg eindrucksvoll, teils auch faszinierend – sei es durch ihre höchst unterschiedlichen Metren inklusive Quintolen, ihre wechselnden Stimmungen, ihre Farbenspiele oder den übergreifenden Gestaltungswillen der Band.

Eines ist klar: Die Musik besitzt einen ungeheuren Charakter. Zitts rhythmische und melodische Imaginationskraft, sein Stilwillen und die gemeinsam mit seinen Mitspielern kreierte Klangsprache machen Frigo zu einem ebenso überraschenden wie eindrucksvollen Erlebnis und lassen das Debütalbum des Trios aus dem weiten Feld des Jazzpianos herausragen.

Text: Unit Records

Titelliste

  1. Penuel
  2. Toleranzangst
  3. Umrissen
  4. Die Uhr
  5. Divided into one
  6. Fontainebleau
  7. Ellipse
  8. Regen im Feuerwald

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