Kari Ikonen - Ikonostasis

Kari Ikonen - Ikonostasis

Kari Ikonen
Ikonostasis

Erscheinungstermin: 21.04.2017
Label: Ozella, 2017

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Kari Ikonen - piano, moog synthesizer, rhodes, Voice
Ra-Kalam Bob Moses - drums, sonic beds
Mathias Eick - trumpet
Louis Sclavis - clarinet, bass clarinet

Duette in utopischen Klangwelten

Kari Ikonen ruht sich nur ungern aus. In seiner über ein Jahrzehnt langen Karriere war der finnische Pianist an fast 50 Alben beteiligt, ist mit unzähligen Formationen getourt und erfindet sich noch heute nahezu jede Woche neu. Obwohl man sich inzwischen an seine Umtriebigkeit gewöhnt hat, lässt IKONOSTASIS ganz besonders aufhorchen. Für dieses zutiefst persönliche Projekt nämlich hat Ikonen einige seiner Lieblingskollegen dazu eingeladen, zusammen mit ihm das Grenzgebiet zwischen Experiment und Schönheit zu erforschen. Das dabei entstandene Album kombiniert zehn dieser Kompositionen zu einem ebenso innovativen wie betörenden Werk –und klingt dabei seltsam vertraut und zugleich unvergleichlich.

In mehr als einer Hinsicht ist IKONOSTASIS die logische Fortsetzung von Ikonen's beliebtem Klaviertrio. Bereits dort nämlich war die Zusammenarbeit von einer großen Offenheit geprägt, bei der kein Musiker die alleinige Deutungshoheit innehatte. Während Ikonen aber innerhalb des Trios noch auf einen Konzertflügel bestand, fügt er dem Instrumentarium nun seinen geliebten moog sowie ein Fender Rhodes hinzu, und rührt mit ihnen ihnen eine visionäre neue Klangpalette an.

Vor allem in den Duetten mit Louis Sclavis an der (Bass-)Klarinette entstehen wagemutige utopische Klangwelten irgendwo zwischen P-Funk-Ästhetik und der Avantgarde. Doch sogar in „akustischen“ Stücken wie dem epischen, 15-minütigen „Trinity“, werden zunächst erkennbare Elemente –eine zarte Harmonie hier, eine brüchige Trompete und einige verträumte Pianoläufe dort –langsam aber sicher in düstere Strömungen unterhalb der Oberfläche hinab gezogen. Sogar die menschliche Stimme führt einen nur noch tiefer in die entlegensten Winkel von Ikonen's Fantasie.

Passend zu diesem vielseitigen Ansatz wurde „IKONOSTASIS“ nicht an einem einzigen Ort aufgenommen. Vielmehr entstand die Scheibe über einen Zeitraum von mehr als zwei Jahren „hier und dort“ und wann immer sich die Gelegenheit dazu ergab –die letzte Session liegt gerade einmal drei Monate zurück. Erst als sich Ikonen mit dem Perkussionisten, Produzenten und Jimi-Tenor-Kollaborateur Abdissa "Mamba" Assefa in den Ambience Studios in Helsinki zum Abmischen zusammen setzte, entdeckte er einen roten Faden, der sich um die Pole emotionaler Introspektion und stilistischer Expansion rankte. Doch folgt er keiner konventionellen Erzähl-Logik mehr. Vielleicht lässt sich „IKONOSTASIS“ auch gar nicht als Album deuten, sondern eher als eine Art Suite, innerhalb der mehrere kleine Zyklen für Kontraste und gegenseitige Verstärkung sorgen.

Schon mit selbstbewussten Interpretationen komplexer Klassiker wie John Coltrane's „Giant Steps“ hat sich Ikonen nicht nur als einer der führenden Vertreter der Szene seines Landes etabliert, sondern den finnischen Jazz als Ganzes in Europa ganz weit nach vorne katapultiert. Mit „IKONOSTASIS“ wagt er einen noch größeren Schritt. Dies ist Musik ohne Grenzen oder selbstauferlegte Einschränkungen, getrieben von nichts anderem als der reinen Freude am Spielen, ohne Rücksicht auf die Ergebnisse. Bei Weitem kein „Nebenprojekt“ dürfte es die Beteiligten noch lange beschäftigen. Kari Ikonen wird das nur recht sein. Sich aus zu ruhen hat diesem Mann schließlich noch nie gelegen.

  1. Toccatina
  2. Sinephony
  3. Prophetes
  4. Biangular
  5. Sacrement
  6. Trinity
  7. Porte de l'Est
  8. Catiubada de Teheran
  9. Cappella nella Luna

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