Kenny Garrett im Gespräch mit jazz-fun.de

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Kenny Garrett, Foto: Hollis King

Kenny Garretts neueste Veröffentlichung Sounds from the Ancestors ist ein facettenreiches Album. Die Musik lässt sich jedoch nicht in die engen Grenzen des Jazz-Idioms pressen, was nicht verwunderlich ist, wenn man bedenkt, dass der Altsaxophonist und Komponist Größen wie Aretha Franklin und Marvin Gaye als wichtige Bezugspunkte anerkennt. Ähnlich wie Miles Davis' bahnbrechende LP On the Corner seine wichtigsten Vorbilder - James Brown, Jimi Hendrix und Sly Stone - unterlief und dann sein eigenes, einzigartiges, polyrhythmisches, grooviges und improvisationslastiges Universum schuf, besetzt Sounds from the Ancestors seinen eigenen Raum mit intellektueller Klarheit, klanglichem Einfallsreichtum und emotionalem Gewicht.

Wir haben mit Kenny Garrett gesprochen.

jazz-fun.de:
Wo waren Sie, als die Pandemie begann?

Kenny Garrett:
Ich war zu Hause in New Jersey, als die Pandemie ausbrach. Wir waren gerade von einer einmonatigen Europatournee zurückgekehrt.

jazz-fun.de:
Wie erleben Sie die aktuelle Zeit? Hat die Pandemie Ihr Leben verändert?

Kenny Garrett:
Ich nehme einen Tag nach dem anderen. Ja, die Pandemie hat mein Leben verändert. Ich habe viele großartige Musikerfreunde verloren.

jazz-fun.de:
Können wir über einen positiven Aspekt der aktuellen Ereignisse des Covid 19 sprechen?

Kenny Garrett:
Der positive Aspekt von Covid 19 ist, dass ich meine Familie und meine Freunde und die Segnungen, die ich erhalten habe, mehr zu schätzen gelernt habe.

jazz-fun.de:
Erzählen Sie uns etwas über Ihr neues Album.

Kenny Garrett:
Meine neue CD heißt "Sounds From The Ancestors". Die ursprüngliche Idee stammt aus meiner Kindheit. Jedes Jahr nach Thanksgiving habe ich alle meine 45er-Platten versteckt, die ich liebte. Und am Weihnachtstag spielte ich alle meine Lieblingsplatten ab, die mein Herz und meine Seele bis zum nächsten Jahr erfüllten. Ich begann zu denken, dass dies die Klänge der Vorfahren waren. Also begab ich mich auf eine musikalische Reise, die den Geist und die Klänge widerspiegelte.

Das Album enthält 8 Lieder und beginnt mit "It's Time To Come Home", einer Melodie, die ich mit Blick auf meinen Enkel geschrieben habe. Die Melodie ist ein Aufruf an ihn, nach Hause zu kommen, nachdem er den ganzen Tag draußen gespielt hat. "Hargrove" wurde für den verstorbenen großen Trompeter Roy Hargrove geschrieben. Wir haben bei vielen Gelegenheiten gemeinsam an der Front gestanden.

In "When the Days were Different" geht es darum, sich mit Familie und Freunden zu treffen, im Garten abzuhängen und eine gute Zeit zu haben.

"For Art's Sake" ist für zwei legendäre Schlagzeuger geschrieben, Art Blakey und Tony Allen. Art wurde von den afrikanischen Trommeln beeinflusst und Tony wiederum wurde von Art Blakey beeinflusst und schuf dann den Afro Pop Beat. Ronald Bruner schuf einen neuen Beat, um die Tradition fortzuführen. Dies sind einige der Stücke auf meinem neuen Album.

jazz-fun.de:
Welche Musiker spielen jetzt darauf?

Kenny Garrett:
Vernell Brown, Jr: Vernell Brown, Jr. - Klavier
Corcoran Holt - Bass
Ronald Bruner - Schlagzeug
Rudy Bird - Schlagzeug
Außerdem haben wir die Musiker Lenny White, Snare Drum; Pedrito Martinez, Gesang und Congas; Maurice Brown, Trompete; Jean Baylor, Gesang; Dreiser Durruthy, Bata und Gesang; Lenny Smith, Gesang; Chris Ashley Anthony und Sheherazade Holman; Gesang

jazz-fun.de:
Welche Projekte waren für Sie persönlich am erfolgreichsten?

Kenny Garrett:
"Songbook", "Beyond the Wall", "Black Hope", "Seeds from the Underground", "Pushing the World Away", "African Exchange Student".

jazz-fun.de:
In Ihrer Karriere haben Sie eine Stufe der Meisterschaft erreicht, die nur sehr wenige erreichen. Sehen Sie sich selbst in diesem Licht?

Kenny Garrett:
Ich betrachte mich als gesegnet, dass ich mit so vielen Legenden dieser Musik spielen durfte. Zum Beispiel Dizzy Gillespie, Miles Davis, Cootie Williams, Freddie Hubbard, Woody Shaw, Herbie Hancock, Chick Corea, McCoy Tyner, Hank Jones, Chucho Valdes, Pharaoh Sanders, Johnny Griffin, usw...

jazz-fun.de:
Was waren oder sind Ihre prägenden Einflüsse?

Kenny Garrett:
Charlie Parker, Miles Davis, Joe Henderson, John Coltrane, Grover Washington, Jr., Stanley Turrentine, Sonny Rollins, Hank Crawford, David "Fathead" Newman, Maceo Parker, um nur einige zu nennen.

jazz-fun.de:
Sind irgendwelche Tourneen geplant? Kommen Sie auch nach Europa?

Kenny Garrett:
Ja, es gibt Tourneepläne für Europa im Oktober und November 2021.

jazz-fun.de:
Vielen Dank!

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