Klaus Paier - Asja Valcic - Vision for Two - 10 Years

Klaus Paier - Asja Valcic - Vision for Two - 10 Years

Klaus Paier - Asja Valcic
Vision for Two - 10 Years

Erscheinungstermin: 30.08.2019
Label: ACT, 2019

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Klaus Paier - accordion, bandoneon
Asja Valcic - cello

Seit zehn Jahren machen der Akkordeonist Klaus Paier und die Cellistin Asja Valcic im Duo Musik, die Publikum wie Kritik begeistert: „Atemberaubend“ urteilt zum Beispiel Der Spiegel, ein „packendes Zusammenspiel“ hört der britische Guardian. Vier vielfach preisgekrönte Alben haben die beiden in dieser Zeit eingespielt. Die Reise begann 2009 mit dem Debüt „À Deux“, seitdem machen Paier und Valcic die Kombination Akkordeon-Cello zu einem unvergleichlichen Klangerlebnis.

Schon die Titel ihrer zurückliegenden Alben verraten, welcher musikalischen Zutaten sich die in Österreich lebenden Musiker für ihrer Tonkunst bedienen: 2013 setzten sie ihren gemeinsamen Weg mit „Silk Road“ fort, es folgte „Timeless Suite“ (2015) und mündete in die opulenter im Quartett angelegten „Cinema Scenes“. Stets ist der Klang ihr Ausgangspunkt, das seidige und geschmeidige, in der Tongestaltung klassische Spiel, das ihre Musik zeitlos macht. Dazu kommt mehr und mehr der vom Augenblicks- und Freiheitsgedanken des Jazz getragene Spirit und die enorme, fast filmische Bildhaftigkeit ihrer Stücke.

Und so ist auch der Titel ihres neuen Albums selbstredend: „Vision for Two - 10 Years“ steht für eine Bestandsaufnahme, aber auch für die fortwährende Neuerfindung und den Ausblick dieses visionären Duos. Der Titeltrack breitet gleich zum Einstieg alle Errungenschaften aus: Das Akkordeon führt mit reinem Klang und in stetem Fluss die Motive ein. Das Cello nimmt sie auf und führt sie weiter in einen dramatischen, elegischen Bogen. Ein Zwischenspiel ändert den Tonfall, der Rhythmus beschleunigt, südosteuropäische Klänge mischen sich dazu. Eine jazzige Improvisation nimmt diese musikalischen Gedanken auf und führt zum Höhe- und Schlusspunkt des Stückes, der das Thema wieder aufgreift. Gleich darauf führt das Cello mit einem praktisch aus dem Nichts kommenden Vorspiel und kontrapunktischen Zerlegungen in das zweite Stück „Moment of Lightness“ ein, den das Akkordeon zum Wechselspiel aufgreift. Das Album nimmt seinen weiteren, in den Bann ziehenden Lauf. Paier und Valcic laden den Hörer ein, tief in eine vielschichtige wie faszinierende Klangwelt einzutauchen.

Man hört „Vision for Two“ nicht nur die zehnjährige Vervollkommnung dieses Zusammenspiels, sondern auch eine viel längere Vorgeschichte an. Beide, Paier wie Valcic, kommen ja aus der Klassik. Klaus Paier studierte in Klagenfurt bei Rudolf Pillich, doch schon seit dem zehnten Lebensjahr schrieb er eigene Stücke und suchte seine eigene Tonsprache. „Da bin ich im Studium relativ bald beim Jazz gelandet“, erinnert er sich. Die großen Jazz-Komponisten von Ellington und Basie bis zu Monk und Mingus, waren frühe Inspirationen.

Immer mehr Einflüsse saugte er auf und verschmolz alles zu seinem unverwechselbaren eigenen Personalstil, auf der Suche nach einer universellen, sich stets weiterentwickelnden Klangsprache. Immer vom Klang ausgehend hat sich der Visionär Paier auch schon früh mit der „Hardware“ beschäftigt. Nachdem er seine Akkordeons und Bandoneons stets verbesserte und umbaute, um dem Instrument „das Schnaufen auszutreiben“ und es noch direkter, leichter und variabler spielbar zu machen, hat er nun ein komplett selbst konstruiertes Akkordeon mit perfekten Klangeigenschaften und Einzeltonerweiterung bauen lassen, das den passenden Namen „Passion“ trägt und auf „Vision for Two“ zum ersten Mal zum Einsatz kommt.

Die gleiche Leidenschaft bringt Asja Valcic mit. Nach ihrer klassischen Ausbildung in Zagreb, Detmold und am Tschaikowsky Konservatorium in Moskau startete sie eine preisgekrönte Karriere als Solistin. Doch auch sie führte die Suche nach neuen Ausdrucksmöglichkeiten über die Klassik hinaus. 2004 wurde sie Gründungsmitglied des, durch ein Projekt von Klaus Paier zusammengefundenen, radio.string.quartet.vienna, dessen stilistische Grenzgänge sie durch die Zusammenarbeit mit Jazzern wie dem Geiger Adam Bałdych und dem Pianisten Iiro Rantala (in dessen String Trio sie nach wie vor spielt) immer mehr in Richtung Improvisation ausbaute. So nimmt sie ebenso wie Paier dank der Kombination ihrer herausragenden klassischen Technik mit der Liebe zur stilistischen Offenheit und dem freien Spiel eine von internationalen Medien attestierte Ausnahmestellung an ihrem Instrument ein.

Die Stücke auf „Vision for Two“ belegen die einmaligen kompositorischen, kreativen wie gestalterischen Qualitäten dieses traumwandlerisch agierenden Duos. „Straight Thirteen“ groovt mit seiner vom vibrierenden ungeraden Takt aufgeladenen repetitiven Hookline. Melancholisch-dramatisch ertönt „Angela“, „Hidden Thread“ dagegen ist impressionistisch gefärbt und „A Love’s Delight“ greift südamerikanische Elemente auf. Während sich Valcic mit „Dans l‘esprit de Debussy“ vor Debussy verneigt, hat Paier mit „Mozart Incognito“ eine swingende Hommage an einen anderen Meister der abendländischen Kunstmusik komponiert. Bevor das Album mit der Bandoneon-Ballade „El Alba“ schließt, verrät der Titel eines mit perkussiven Elementen spannungsvoll verdichteten Jazz-Latin-Blues, in welcher Phase sich Paier und Valcic nach zehn Jahren sehen: „Moving On“. Beide haben mit ihrer Vision vom Zusammenspiel zu zweit Außerordentliches erreicht – und noch viel vor.

Text: ACT

  1. Vision For Two
  2. Moment Of Lightness
  3. Straight Thirteen
  4. Angela
  5. A Love’s Delight
  6. Hidden Thread
  7. Dans l’esprit de Debussy
  8. Mozart Incognito
  9. Moving On
  10. El Alba

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