Lariza - Weave

Lariza - Weave

Lariza
Weave

Erscheinungstermin: 28.01.2022
Label: Double Moon, 2021

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Lena-Larissa Senge - vocals, synths
Raissa Mehner - guitar
Lorenz Schönle - saxophone
Darius Faryar - bass
Lukas Schwegmann - drums

Eine ganz eigene Welt aus akustischen und elektronischen Klängen entwirft das Kölner Quintett Lariza um die Sängerin Lena-Larissa Senge, die außerdem den Synthesizer bedient, auf seinem Debüt-Album „Weave“. Fast alle der zehn Songs, die hier zu hören sind, stammen aus Senges Feder und sie bedient sich beim Komponieren ungewöhnlicher Strukturen. Gegründet hat sie die Band vor sechs Jahren während ihres Studiums in Osnabrück.

„Meine ursprüngliche Idee war eigentlich, eine Band zu gründen, in der Klavier und Gitarre zusammen kommen, ergänzt durch Schlagzeug und Bass“, erzählt sie, „außerdem wollte ich unbedingt ein Saxofon in der Band haben, weil ich diesen warmen Klang so mag. Damals war ich stark von brasilianischer Musik inspiriert, in der die Kombination von Klavier und Gitarre sehr häufig ist. Über die Jahre hat sich die Band sehr gewandelt und unser Sound ist immer elektronischer geworden. Mittlerweile gibt es gar kein Klavier mehr, sondern stattdessen Synthesizer. Unser Schlagzeuger spielt auch E-Drums und unser Saxofonist setzt das Electronic Wind Instrument, kurz EWI, ein. Wir wollen einfach möglichst viel Spielraum in unserem Instrumentarium haben und viele verschiedene, facettenreiche Klangflächen erschaffen.“

Auch Gitarristin Raissa Mehner ist eine Meisterin darin, von schwebenden Klängen bis zu harten Rockriffs die ganze Klangpalette ihres Instruments einzusetzen. „Ich habe mich schon immer viel mit Effektpedalen beschäftigt und das wurde in dieser Band offen angenommen“, erzählt sie. „Ich habe gemerkt, dass ich alles, was mir einfällt, vorschlagen kann. Oft benutze ich die Gitarre gar nicht mehr als Harmonieinstrument, sondern das Saxofon spielt die begleitenden Muster oder der Bass die Akkorde. Dadurch habe ich unendliche Möglichkeiten dazu gewonnen.“

Neben Senge und Mehner gehören noch drei Männer zu Lariza. Es sind der Saxofonist Lorenz Schönle, der Bassist Darius Faryar und der Schlagzeuger Lukas Schwegmann. Zu fünft laden Lariza zu einer Klangreise ein, bei der es immer darum geht, die Freiheit der Improvisation in unkonventionelle Songs zu gießen und den Reichtum der klanglichen Möglichkeiten auszuschöpfen. Larizas Songs beleuchten dabei durchaus die Welt, die uns umgibt, aber sie tun das auf eine Art und Weise, die nicht immer eindeutig interpretierbar ist. „Bei uns löst die Musik Empfindungen und Interpretationen aus und genau das möchten wir auch bei unserem Publikum erreichen“, formuliert Lena-Larissa Senge ihren Anspruch. „Die Menschen sollen sich durchaus ihren eigenen Reim darauf machen, da möchten wir gar nichts vorgeben. In meinen Kompositionen lasse ich deshalb gerne viel Raum für Fantasie. Wir hören auch immer ganz unterschiedliche Interpretationen aus unserem Publikum.“

Besagtes Publikum haben Lariza bereits auf zahlreichen Tournee durch Deutschland, Österreich und Tschechien erreicht, 2016 hat die Band den Study Up Jazz Award in Osnabrück gewonnen. Die eigene Klangästhetik, die Lariza sich in den letzten Jahren erarbeitet hat, erreicht nun auf „Weave“ ihre volle Blüte.

„Alle elektronischen Instrumente, die bei uns eingesetzt werden, dienen der Erweiterung der Soundpalette“, hat Senge festgestellt. „Es geht darum, Klangmalerei zu betreiben und dabei haben alle Instrumente verschiedene Rollen. Durch die Kombination aus akustischen und elektronischen Instrumenten entstehen immer neue Klangkonstellationen. Das ist für uns eine große Spielwiese geworden, die noch komplexere Verwebungen von Klängen zulässt. Dadurch entsteht auch ganz neues Material.“

Manche der Songs auf „Weave“ werden durch gemeinsam improvisierte „Interludes“ miteinander verbunden. So ist ein sorgfältig konstruiertes Album entstanden, das sich zielsicher seinen Weg zwischen experimentellen Klängen, poppigen Patterns und jazziger Hingabe bahnt. „Ist das noch Jazz?“, fragt Saxofonistin Angelika Niescier, um gleich begeistert zu antworten: „Und wie! Mit Experimentierfreude en masse von einer Band, die mit Freude Grenzen verwischt.“

Text: Double Moon

jazz-fun.de meint:
Eine weitere großartige Auswahl von Jazz Thing Next Generation. Ein gut komponiertes, gespieltes und aufgenommenes Album. Hier dominiert die Vieldeutigkeit, die sich in unvorhersehbaren Erzählungen einzelner Stücke, vielfältigen, manchmal überraschenden Improvisationen und auch ungewöhnlichen Klängen zeigt. Ein gelungenes Debüt.

  1. Gaia
  2. Sakura
  3. Cirrus (interlude)
  4. Coalescing with the blue
  5. Oryx
  6. Tentacular (interlude)
  7. Junonia
  8. I wish I were a river
  9. Lucency (interlude)
  10. Bathe in the green

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