Lisa Wulff - Poison Ivy

Lisa Wulff - Poison Ivy
Lisa Wulff - Poison Ivy

Lisa Wulff
Poison Ivy

Erscheinungstermin: 08.03.2024
Label: Laika Records, 2023

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jazz-fun`s recap:

Das ist Musik voller Abwechslung und stilistischer Reisen, serviert von einer etablierten, reifen und bewährten Künstlerin. Es gibt viele überraschende Wendungen. Wenn man das Album am Stück hört, weiß man nicht sofort, was gerade passiert ist. Ein sehr interessantes Album, das man sich unbedingt anhören sollte!

Lisa Wulff - Doublebass, Sopranobass, Composition
ilvan Strauß - Drums (1./2./5./6./11./12./13.)
Valentin Renner - Drums (3./4./7./8./9./10.)
Adrian Hanack - Saxophones (1./2./6./11./12.)
Gabriel Coburger - Saxophones, Flutes, Bassclarinet (3./4./7./9./10./12.)
Friedrich Paravicini - Ondes Martenot, Celestina, Cello (4./8./12.)
Philipp Schiepek - Guitar (6./9./12.)
Jakob Bänsch - Trumpet (8.)
Alma Naidu - Vocals (11.only CD)

Der Gewinn des Deutschen Jazzpreises und die Geburt ihrer Tochter - seit der Veröffentlichung ihres letzten Albums („Sense and Sensibility", 2021) kann Lisa Wulff auf zwei intensive und höchst erfreuliche Ereignisse zurückblicken. Ein drittes, einschneidendes Erlebnis war weniger erfreulich: die Corona-Pandemie, die das kulturelle Leben vorübergehend zum Erliegen brachte. Beide Gefühlswelten hat die Bassistin in den Stücken ihres neuen Albums „Poison Ivy" verarbeitet. „Das Zusammenspiel mit anderen Musikern und das Besondere, das aus diesen gemeinsamen Momenten entsteht - das hat mir damals am meisten gefehlt. Deshalb habe ich zahlreiche Gäste eingeladen, mit denen ich mich menschlich und musikalisch verbunden fühle - denn beides gehört für mich untrennbar zusammen", so Wulff über die Ausgangssituation des neuen Albums.

Also hieß es Koffer packen und ab nach München, wo die Bassistin zur Aufnahmesession lud. Ihrem Ruf folgten nicht nur Schlagzeuger Silvan Strauß, Saxofonist Adrian Hanack und Pianist Frank Chastenier, mit denen Wulff ihr bewährtes Trio bzw. Quartett bildet. Gitarrist Philipp Schlepek, Trompeter Jakob Bänsch, Sängerin Alma Naldu, Saxofonist Gabrlel Coburger, Schlagzeuger Valentin Renner und Multiinstrumentalist Friedrich Paravicini sind mit von der Partie, um den Stücken neue, frische Klangfarben zu verleihen. „Mit Lisa fühlt man sich schnell wie in einer großen Familie. Mir gefällt auch ihre künstlerische Haltung. Sie sucht sich Leute aus, deren Sound ihr gefällt, und lässt ihnen so viel Freiheit wie möglich. So kann es am Ende nur gut werden", blickt Paravicini auf die Aufnahmen zurück.

Neben dem Cello hatte er zwei seltene Tasteninstrumente in seinen Bus geladen: die Celestina (musikalisch die kleine Schwester der Celesta), deren Klang an ein Glockenspiel erinnert, und die Ondes Martenot - ein dem Theremin ähnliches Tasteninstrument, auf dem sich ein schwebender, geisterhaft anmutender Klang erzeugen lässt. Zu hören unter anderem in „Room 1337", das das Publikum in eine Klangwelt voller Mysterien und Bilder eintauchen lässt. Mysteriös und sphärisch kommt auch „Das Bad" daher - dank der Halleffekte, die Philipp Schiepek auf seiner Gitarre einstreut. Auch der Titel soll dazu beitragen, dass beim Hören ein "Kino im Kopf"-Effekt entsteht. Doch der Hintergrund ist ein anderer. „Das musikalische Thema besteht aus den Tönen D, As, B, A und D. Das kommt dabei heraus, wenn man viel Zeit zu Hause verbringt und sich die Aufgabe stellt, Worte in Töne umzusetzen", schmunzelt die Komponistin.

Die Spielfreude und Energie, die sie mit ihren Gästen entfesselt hat, entlädt sich im Titelstück „Polson Ivy". Ein Titel, der auf zwei Ebenen interpretiert werden kann. „Poison Ivy ist eine Figur aus den Batman-Comics, die mich als Kind sehr beeindruckt hat. Sie weiß alles über Pflanzen und macht sich deren Eigenschaften zunutze", sagt Wulff über die fiktive Botanik-Doktorin mit der grünen Haut. Eine Farbe, mit der auch Wulff assoziiert wird, seit sie in grünem Outfit auf der Bühne stand: „Dass daraus nach nur zwei Auftritten eine Art Corporate Identity wird, habe ich weder vorhergesehen noch beabsichtigt", betont sie, stellt aber klar: „Ich mag Grün, weil es die Farbe der Hoffnung ist und ich nach der langen Zwangspause ein Zeichen setzen wollte, dass es wieder Grund gibt, optimistischer in die Zukunft zu blicken".

Erstmals veröffentlicht Wulff ihre Kompositionen in unterschiedlichen Formaten und Zusammenstellungen. Während die Vinyl-Edition die musikalische Essenz der Session offenbart, warten CD und Digital Edition mit zusätzlichen Stücken auf. Zum Beispiel mit zwei verschiedenen Versionen von „Someone Might Fall in Love with Your Smile". Eine Version hat Wulff mit Kontrabass, Bassklarinette, Schlagzeug und Cello eingespielt, die andere in der Kerntrio-Besetzung plus Alma Naidu als Gastsängerin. Die wechselnden Besetzungen (vom Duo bis zum Quintett) lassen völlig unterschiedliche Klangwelten entstehen und machen „Polson Ivy" zu ihrem bisher stimmungs- und farbenreichsten Album.

Text: Laika Records

  1. Captain of my soul
  2. The smell of summer rain
  3. Sense and sensibility
  4. The road is ending
  5. Cosmic noise
  6. Bird's-eye-view
  7. A beautifully lonesome place
  8. Then we listened to the moon
  9. Absence of gravity
  10. Little ghost
  11. MCQ (Multiple-Choice-Question)
  12. Don't know why

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