Makiko Hirabayashi Trio - Meteora

Makiko Hirabayashi Trio - Meteora
Makiko Hirabayashi Trio - Meteora

Makiko Hirabayashi Trio
Meteora

Erscheinungstermin: 22.09.2023
Label: enja records, 2023

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jazz-fun`s recap:

Die auf dem Album versammelten Lieder entführen uns in eine Welt der Ruhe, der Besinnung und der Konzentration. Jedes Lied hat seinen eigenen Charakter, aber es lassen sich einige Merkmale finden, die allen gemeinsam sind: Sparsamkeit der Mittel, Minimalismus und Klarheit der Form. Kein virtuoses Feuerwerk, keine übertriebenen Emotionen, sondern eine asketische Klangwelt, zart und doch ausdrucksstark und präzise. Grandiose Musik, wir sind begeistert!

Makiko Hirabayashi - piano
Klavs Hovman - bass
Marilyn Mazur - drums

Meteora - eine Kette von griechisch-byzantinischen Klostergebäuden und Einsiedeleien in Thessalien, die seit dem 11. Jahrhundert im auslaufenden Gebirgszug des Pindos-Gebirges oberhalb des Pinios in der thessalischen Ebene auf und in den Gipfeln von Sandsteinfelsen errichtet wurden. In teilweise über 600 m Höhe waren einige von ihnen lange Zeit nur über Strickleitern oder Seilwinden erreichbar. Je nach Wetterlage wirken die Bauwerke wie vom Himmel gefallen oder - bei Dunst oder Nebel - wie in der Luft schwebend (beides vom Wortursprung gedeckt). Seit jeher Inspiration und Bildquelle für Künstler aller Genres, so auch 2003 für das gleichnamige Album der Alternative-Megastars Linkin Park.

Makiko Hirabayashi lernte den Ort während einer Konzertreise nach Athen kennen und war sofort von seiner Symbolkraft gefangen: Die isolierten Einheiten, die doch in einem größeren Zusammenhang stehen; das fragile Schweben bei gleichzeitiger Bodenhaftung.

So scheint der Opener des neuen, fünften Albums ihres Trios geradezu genial gewählt. Warp bezeichnet im Englischen unter anderem die Gesteinsschicht, aber auch den Kettfaden, was einerseits auf die frühe Klosterkette verweist, andererseits aber auch direkt an das Vorgängeralbum Weavers anknüpft, auf dem viel mit Kettfäden gewebt wurde. Ein hoch gestrichener Bass, der dezente Einsatz von Elektronik: auch das, wie alles Folgende, irgendwie aus dem Weltall.

Es sind spartanische Strukturen, die sich erst beim wiederholten Hören als komplexe Architektur erweisen. Meditativ und flüchtig, dem Sujet entsprechend, und doch dauerhaft in den Fels gehauen. Minimalistische Pianofiguren, aus denen sich in der Wiederholung melodische Fragmente herausschälen, die gerade in ihrer Verknappung reichlich Stoff zur Improvisation bieten. Mit lautmalerischer Perkussion pittoresk impressionistisch getupft wie in Birds Ascending, aber auch rhythmisch ausufernd, tendenziell up tempo wie in Chestnut Alley oder Himmelstürzender Meteor. Dazwischen improvisierte Miniaturen wie The Door oder Slip als sphärische Verbindungen zwischen den Welten. Imaginäre Türen, Strickleitern oder Scharniere.  

Nach dem Lockdown-Album Weavers agiert Makiko Hirabayashi mit Klavs Hovman am Bass und der legendären Perkussionistin Marilyn Mazur wieder in ihrer angestammten Triobesetzung und erobert sich Raum und Zeit zurück. Ein Teil des produzierten Materials gehört seit Jahren zum Live-Repertoire und damit zur Geschichte des Trios; dass es sich nun über die Zeiten hinweg zum Album fügt, ist der symbolischen Klammer Meteora zu verdanken.

Text: enja records

  1. Warp
  2. Birds ascending
  3. The door
  4. Chestnut Alley
  5. Meaningful encounter
  6. Skorpio recital
  7. Meteor
  8. Infinity
  9. Desert rose
  10. Kilden
  11. Slip

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