Makiko Hirabayashi Weavers - Gifts
Makiko Hirabayashi Weavers
Gifts
Erscheinungstermin: 24.01.2025
Label: enja, 2024
Dieses Album der außergewöhnlichen Komponistin Makiko Hirabayashi vereint vielfältige Einflüsse und Inspirationen zu einer einzigartigen Klangwelt. Trotz ihrer klassisch disziplinierten Herangehensweise entfalten sich in der Musik Momente voller Freiheit und Weite. Die gemeinsamen Improvisationen und der unverwechselbare Saxophonsound von Fredrik Lundin verleihen dem Werk eine besondere Faszination – ein Album, das man gehört haben muss! (Jacek Brun, 24.01.2025)
Besetzung
Fredrik Lundin - tenor and mezzo-soprano saxophones
Makiko Hirabayashi - piano
Thommy Andersson - bass
Bjørn Heebøll - drums & percussion
Über das Album "Gifts" von Makiko Hirabayashi Weavers
Es ist das zehnte Album der in Tokio geborenen Pianistin und Komponistin, die seit über 30 Jahren in Kopenhagen lebt. Der Vorgänger Meteora - in Triobesetzung - war von der gleichnamigen klösterlichen Einsiedelei im Nordwesten Griechenlands inspiriert. Gifts - eingespielt mit dem Quartett Weavers - ist eine Art Memoir ihrer eigenen musikalischen Sozialisation.
Makiko wächst in Tokio und Hongkong auf, erhält eine klassisch fundierte Instrumentalausbildung und entdeckt am Berklee College in den USA ihre Liebe zum Jazz. Im Jahr 2023 erhält die inzwischen international vielfach ausgezeichnete Musikerin einen Kompositionsauftrag für die Händel-Festspiele in Halle/Saale, der sich als musikalische Rückblende erweist. Ihre Mutter war in Makikos Kindheit und Jugend als Chorsängerin in die alljährlichen Aufführungen des "Messias" eingebunden. So steht der Bezug auf Händel in diesem Album für Musikalität als Gabe oder Geschenk, vielleicht aber auch als Substanz, die ihre eigenen, manchmal zersetzenden Kräfte entfaltet.
Manchmal genügt ein barocker Quartvorhalt als Improvisationsimpuls. In "High Tide" verirren sich strenge Fugato-Ansätze immer wieder ins Offene. "Weightless" ist zunächst eine längere Solo-Improvisation, aus der sich im Quartett die Verhandlung einiger Motive aus einem Largo von "Xerxes" herausschält, die in ein schwereloses Pingpong der Spitzentöne zwischen Sopransax und Klavier im Schatten der Bäume eines endlosen Sommers mündet. "Darkness And Light" entspringt den Klängen der Nacht und schleicht sich in einen hellen Morgen. "Red" trägt die Peitschenhiebe des Messias, während "Up River" mit Motiven der „Wassermusik“ so manche Wunde reinigt.
Die Weavers zeigen sich hier als ein geradezu intim eingespieltes Ensemble. Fredrik Lundin am Tenor- und Mezzosopransax beherrscht die weit gespannten lyrischen Bögen ebenso wie das expressiv-energetische Spiel. Thommy Andersson, einer der gefragtesten Bassisten Skandinaviens, ist bekannt für seinen warmen Ton und seine eher sanglich zurückhaltende, dadurch aber sehr intensive Gestaltung. Bjørn Heebøll am Schlagzeug ist in verschiedenen Genres zu Hause, was sich in seinem höchst innovativen, luftigen und zugleich kraftvoll-dynamischen Spiel widerspiegelt.
Die sensible Vertrautheit des Quartetts zeigt sich vielleicht am deutlichsten im Schlusspunkt des Albums: "Echoes", das in flirrender Unschärfe auf das traumhaft schöne Larghetto aus Händels D-Dur-Violinsonate zurückgreift und in seiner Bewegung zwischen Ursprung und Entwicklung, zwischen Reflexion und Projektion eindrucksvoll darauf verweist, dass Gifts nicht zuletzt auch ein spirituelles Album ist.
Titelliste
- High Tide
- Weightless
- Darkness And Light
- Red
- River
- Gifts
- Ghosts
- Surely
- Echoes
jazz-fun`s recap:
Einen Kommentar schreiben