Malstrom - Bremen

Malstrom - Bremen - Album cover
Malstrom - Bremen

Malstrom
Bremen

Erscheinungstermin: 14.03.2025
Label: Berthold Records, 2025

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jazz-fun`s recap:

Drei Musiker, die seit über 15 Jahren zusammen spielen, bilden ein Trio, das immer wieder mit frischer Kreativität überrascht. Malstrom fasziniert durch präzises Zusammenspiel, klangliche Geschlossenheit und ein tiefes gegenseitiges musikalisches Verständnis, das sich vor allem in den gemeinsamen Improvisationen zeigt. Ihre Live-Aufnahmen sind besonders mitreißend - man spürt förmlich, wie die Musik in Echtzeit lebt und atmet. Virtuosität, starke Kompositionen und ein beeindruckender Bandsound machen „Bremen“ zu einem Erlebnis, das aufmerksames Zuhören geradezu herausfordert - und reich belohnt. Eine klare Empfehlung! (Jacek Brun, 10.05.2025)

Besetzung

Florian Walter – Saxophone
Axel Zajac – Guitar
Jo Beyer – Drums

Intuitive Klangexplosion – Malstrom begeistert mit Live-Energie auf „Bremen“

Jazz ist auf der Bühne entstanden, Rockmusik ist auf der Bühne entstanden. Und zwar in Interaktion mit dem Publikum. Auf dem neuen Malstrom-Album "Bremen", dem zweiten Live-Album der Band, fließt all das zusammen: Jazz, Rock und ein zunehmend begeistertes Publikum, das immer wieder lautstark in die Musik hineinjubelt. Das Konzert, das auf Bremen" dokumentiert ist, fand im September 2024 statt und markierte den Abschluss einer Tournee sowie das Ende einer dreijährigen Förderung, die Malstrom die Freiheit gab, live immer mehr auszuprobieren.

Zu diesem Anlass spielte das Trio einen Querschnitt durch den eigenen Katalog. Die Bandhymne "Malstrom" vom Debütalbum "Enter the Malstrom" etwa wird live auf der Bühne im Mittelteil fröhlich zerfasert und auf knapp neun Minuten gestreckt. Wie überhaupt alle Stücke auf diesem Album noch einmal neu und anders klingen, nicht nur mit neuen Improvisationsteilen versehen, sondern immer wieder auch so, als wären sie sozusagen von innen nach außen gekehrt worden.

Wobei es bei Malstrom ohnehin schwer ist, zu entscheiden, was komponiert und was improvisiert ist, und am Ende ist es auch egal. Aber das Ineinanderfließen von Improvisation und Komposition ist immer ein ziemlich deutliches Zeichen dafür, dass Musiker in der Lage sind, mit traumwandlerischer Sicherheit miteinander zu spielen.

In der Musik von Malstrom geht es um Energie und Kontakt. Und es geht um Vielfalt. Was die Band auf der Bühne an Sounds, Genres à la New Yorker Downtown-Jazz der John-Zorn- oder Jim-Black-Schule, Metal, Improvisationen und Referenzen, Melodien und halsbrecherisch anmutenden Rhythmen scheinbar freihändig, aber hochkonzentriert miteinander verschmilzt, ist schlicht einzigartig. Und sie wirkt unmittelbar: Wenn sich etwa im Stück "Hallo Katze" Schlagzeug und Gitarre immer wieder konzentriert ineinander schieben und wieder voneinander lösen, während das Saxophon melodieverliebt über ein Thema improvisiert, wird das vom Publikum direkt kommentiert.

Das auf "Bremen" dokumentierte Konzert fand im Rahmen des Festivals Freaques de la Musique statt, das Avant Rock, Noise, Math Rock und Jazz in einer kleinen Halle des Bremer Güterbahnhofs vereint. Genreübergreifend werden hier Menschen zusammengebracht, die sonst nicht ins gleiche Konzert gehen würden. Malstrom ziehen Jazz-Hörer:innen, Metal-Fans und Freunde von Avant Rock und generell sonderbarer Musik an. Überhaupt, Energie und Kontakt, die Bühne, das Publikum: Szenenapplaus ist auf Jazz-Live-Alben immer wieder zu hören, etwa wenn ein besonders gelungenes Solo gewürdigt wird. Doch in Bremen" passiert etwas anderes und mehr. Die Zuhörerinnen und Zuhörer feuern die Band an, jubeln und pfeifen spontan vor, während und nach besonders verrückten Passagen.

Die Frage, ob Malstrom eine Rockband oder ein Jazztrio ist, kann nur mit Ja beantwortet werden.

"Es kommt so viel Energie vom Publikum zurück. Es ist wie ein Ping-Pong-Effekt: Wir schießen da rein, die Leute freuen sich und schießen es wieder zurück, und dann fangen wir es auf und machen wieder etwas daraus. So entstehen auf der Bühne musikalische Dinge, die für uns einfach magisch sind. Durch das ganze Live-Spielen hat sich ein tief im Unterbewusstsein verankertes Verständnis dafür entwickelt, was gut funktioniert und was nicht. Wir können jetzt auf einer ganz anderen Ebene miteinander spielen als am Anfang. Wir spielen nicht mehr nur das Stück, wir spielen wirklich mit dem Stück."
(Jo Beyer, Schlagzeug)

"Das Material, das wir schreiben, ist extrem komplex. Das ist im Jazz nicht ungewöhnlich. Ungewöhnlich ist, dass wir diese Stücke wie eine Rockband seit Jahren immer wieder spielen. Mit diesem Material, auch dem komplizierten, spielerisch umzugehen und sich weitere Freiheiten zu erarbeiten, das gibt dem Ganzen dann wirklich noch mal eine andere Tiefe."
(Florian Walter, Saxophon)

"Wenn man mit viel Risiko spielt, hat man viel Verantwortung für die anderen. Und das gibt dann immer eine große Energie, so als Gesamtbatzen, der man auf der Bühne als Band wird. Und dann ist es umso cooler, wenn vor der Bühne Leute stehen, die das feiern und uns das spiegeln. Dann wird der Konzertsaal zu einer Art Schmelztiegel".
(Axel Zajac, Gitarre)

Text: Berthold Records

Titelliste

  1. Hashtag Go Headless
  2. Malstrom
  3. Hallo Katze
  4. Klaus Dieters Dance
  5. Smurfboard
  6. Schnee Im Sommer

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