Maria Faust Sacrum Facere - Organ

Maria Faust Sacrum Facere - Organ

Maria Faust Sacrum Facere
Organ

Erscheinungstermin: 30.07.2020
Label: Stunt Records, 2020

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Im Jahr 2014 erschien das erste Album von Maria Fausts SACRUM FACERE (MFSF) in der Welt, das Kritiker und ungezwungene Zuhörer in der Würdigung des neuen ergreifenden Projekts vereint. Die Aufnahme wurde mit zwei Danish Music Awards ausgezeichnet und hat seither das Publikum bei Konzerten auf dem gesamten europäischen Kontinent in ihren Bann gezogen. Jetzt, im Jahr 2020, präsentiert uns Faust das nächste eindrucksvolle Kapitel in der Geschichte des Projekts.

Die erste Aufnahme des MFSF wurde von estnischer Folklore und traditionellem Runo-Gesang inspiriert, wobei verschiedene Elemente aus Jazz, Folk, Klassik und Popmusik nahtlos miteinander verwoben wurden. Die kompositorische Sprache, die die Komponistin, Arrangeurin, Bandleaderin und Saxophonistin Maria Faust schuf und für das Projekt einsetzte, war minimalistisch, melodisch und hymnisch, geschmiedet mit einer emotionalen Zugänglichkeit, die die Zuhörer in ihren Bann zog. Dieser einzigartige und wiedererkennbare Klangcode gedeiht im klanglichen Kontrast zwischen der sanften estnischen Schoßharfe (kannel), dem Bläserensemble und dem Klavier, die in packenden musikalischen Vehikeln erforscht werden.

Das neue Album von MFSF mit dem Titel ORGAN konzentriert sich auf den Klang und die Geschichte von Kathedralenorgeln. Ursprünglich als Kommunikationsmedium zwischen Mensch und Gott erfunden, wurde das Instrument auch als "Gottes-Lobpreis-Maschine" bezeichnet.

Die Geschichte der Kirchenorgeln in Estland ist düster: Das Sowjetregime verbot die Religion und schloss in der Folge Kirchen in besetzten Gebieten. Viele einst prächtige und heilige Gebäude wurden zu Lagerräumen für Mais und Öl umgebaut, einige sogar als Turnhallen genutzt. Fünfzig Jahre einer solchen Behandlung waren für viele der alten Instrumente vorhersehbar verheerend, aber einige sind seither restauriert worden.

Die St.-Nikolaus-Kirche in Tallinn, in der die neue Aufnahme stattfand, ist ein architektonischer, spiritueller und historischer Schatz. Im Mittelalter war sie eine der wohlhabendsten und schönsten Kirchen der Stadt. Sie soll Mitte des 13. Jahrhunderts gegründet worden sein und wurde dem Schutzpatron der Kaufleute und Seefahrer, dem heiligen Nikolaus, geweiht. Estland wurde durch den Zweiten Weltkrieg gelähmt und ein Bombenangriff am 9. März 1944 traf die Kirche mit einer Explosion, die zusammen mit dem darauffolgenden Feuer fast alles zerstörte. Mit dem Wiederaufbau der Kirche wurde 1953 begonnen, und nach mehr als dreißigjähriger Restaurierung wurde das Gebäude 1984 als Zweigstelle des Kunstmuseums von Estland eröffnet und den Bedürfnissen eines zeitgenössischen Museums und Konzertsaals angepasst.

Faust hat die "Gedächtnisanalyse" oft als Werkzeug und Inspirationsquelle bei der Schaffung ihrer Musik verwendet. Bei der Komposition des Materials für das erste MFSF-Album 2014 (Barefoot Records) konzentrierte sie sich auf das kollektive Gedächtnis, einschließlich Traditionen und Folklore. Bei IN THE BEGINNING on Stunt Records 2018 (eine Zusammenarbeit mit der dänischen Sängerin Kira Skov) beschäftigte sie sich mit dem kollektiven Gedächtnis und kollektiven Traumata. Bei MARIA FAUST MACHINA im Jahr 2019 (Stunt Records) tauchte sie in das physische Gedächtnis durch die Umgebung ein, einschließlich des Insellebens und der Natur.

ORGAN ist vom persönlichen Körpergedächtnis des Komponisten inspiriert. Sie feiert den menschlichen Körper (und das Leben) als eine mystische Kathedrale mit hoch aufragenden Decken, heiligen Altären, Statuen, Denkmälern, Schriften... und Orgeln, um die sich alles dreht. Je nach Aktivität können der Raum und der Körper feiern, tanzen, singen, trauern, weinen und schütteln.

Auf SACRUM FACERE "ORGAN" zieht Faust die Zuhörer in eine neue, abenteuerliche individuelle und kollektive Reflexion - und reflektiert dabei nicht nur die Reise und das Wachstum, das Komponistin und Band in den Jahren seit ihrem ersten Angebot im Jahr 2014 erlebt haben, sondern lädt die Zuhörer auch dazu ein, in ihre eigene Erinnerungsanalyse einzutauchen. Es ist Musik, die sowohl inspiriert als auch den Durst nach neuen Erfahrungen löscht, während sie gleichzeitig die Leidenschaft, mit der wir alle gelebt haben, respektvoll würdigt.

Text: Stunt Records

  1. Stroma part I
  2. Move
  3. Hold
  4. Milk
  5. Nin
  6. Stroma part II
  7. Bloom
  8. Stroma Part III
  9. Room

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