Martti Vesala Soundpost Quintet - Stars Aligned

Martti Vesala Soundpost Quintet - Stars Aligned

Martti Vesala Soundpost Quintet
Stars Aligned

Erscheinungstermin: 04.05.2018
Label: Ozella, 2018

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Martti Vesala - trumpet & fluegelhorn
Petri Puolitaival - tenor saxophone, alto flute
Joonas Haavisto - piano
Juho Kivivuori - double bass
Ville Pynssi - drums & percussion

Wohin Martti Vesala auch geht, er hört immer diese eine Musik: Klassischen Jazz, melodisch aber nicht anbiedernd, funky und doch entspannt, voller packender Grooves und Soli. Es ist die Musik einer anderen Ära - der 60er und 70er – und ihr Sound könnte nicht ferner von den Klischees sein, die man gemeinhin Vesala's finnischer Heimat zuschreibt: Der nordischen Melancholie, den traurigen Akkorden, den kühlen Linien. Und doch zelebriert der Trompeter auf „Stars Aligned“ diesen vermeintlich abgegriffenen Sound so leidenschaftlich, virtuos und originalgetreu wie kaum ein anderer zurzeit – kein Wunder, dass das legendäre Downbeat Magazin bereits Vergleiche mit Miles Davis zieht.

Ebenso wie dem Vorgängerwerk „Helsinki Soundpost“ hört man auch dem neusten Album wieder an, dass das Soundpost Quintett höchste Priorität für Vesala genießt. Seit den ersten Schritten mit diesem Line-Up ist er als Komponist an ihm gewachsen, betrachtet die Limitierungen des rein akustischen Line-Ups als Herausforderung. So ist der Klang seit dem Debüt vom Subtilen, Kammermusikalischen in Richtung von etwas Epischem und Majestätischen gewachsen. Während der Blick auf „Helsinki Soundpost“ nach innen ging, zu den Wurzeln, geht er auf „Stars Aligned“ nach oben, nach außen, auf die großen Bühnen der Welt.

Mitverantwortlich für diesen Klang irgendwo zwischen Vintage und Moderne ist Star-Produzent Miikka Huttunen, der bereits einige der derzeit erfolgreichsten finnischen Musiker betreut hat. Hier wurden die acht detailverliebt durcharrangierten Stücke von „Stars Aligned“ in gerade einmal drei Tagen aufgezeichnet: Der Titel-Track mit seinem emotional ambivalenten Thema und utopischen Harmonien; die experimentelle, ins Freie tendierende Studie „Murky Green“; sowie, zu guter Letzt, beat-betonte Kompositionen wie „Driving Force“ oder „A Murder of Crows“, die mit ihren elastischen Schlagzeug-und-Bass-Loops schon beinahe an David Holme's klassischen Soundtrack zu „Ocean's Eleven“ erinnern.

Die Trompete steht in allen Stücken an zentraler Stelle, doch ist „Stars Aligned“ vor allem der Triumph einer großartig eingespielten Band, die gerade noch ihr Können auf einer ausgedehnten Finnland-Tour unter Beweis gestellt hat. Für 2018 steht nun, neben der Präsentation der neuen Scheibe, der Rest der Welt auf dem Programm. Zurecht, denn auch wenn Martti Vesala seine nordischen Wurzeln nicht verleugnet, so ist doch der vermeintlich so ferne Sound von „Stars Aligned“ seine wahre Heimat. Dies ist die Musik, die ihm im Kopf umhergeht – ganz egal, wo er herkommen mag, ganz egal, wohin er gerade geht.

  1. Compulsion
  2. The Sun's Eye
  3. Stars Aligned
  4. A Murder Of Crows
  5. The Lost Sea
  6. Rooftops
  7. Murky Green
  8. Driving Force

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