Matti Klein - Soul Trio Bouncin' In Bubbleverse
Matti Klein
Soul Trio Bouncin' In Bubbleverse
Erscheinungstermin: 26.09.2025
Label: Shuffle Shack Records, 2025
Das Matti Klein Soul Trio ist in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich. Schon die Besetzung – Wurlitzer, Saxophon und Schlagzeug – sorgt für Aufmerksamkeit und weckt Erwartungen. Hier wird mit Klängen gespielt, experimentiert, aber immer mit einem klaren Ziel: Es muss grooven, und es muss Soul haben. Alles, was das Trio tut, ist dieser Idee untergeordnet.
Man sagt: Wo Matti Klein ist, da ist Groove – und das bestätigt sich auf diesem Album erneut eindrucksvoll. Die drei Musiker wirken wie verzaubert, sie spielen mit Rhythmen, Farben und Sounds, die ganz auf die gemeinsame Vision ausgerichtet sind: Freude am Spiel und pure Kreativität.
Bouncin’ In Bubbleverse könnte mehr sein als nur ein weiteres Album. Es klingt wie ein künstlerisches Statement, vielleicht sogar wie ein Meilenstein für diese Band, die seit Jahren auf Bühnen in aller Welt zu Hause ist. Ein Werk voller Energie, Ideen und Lust am Gestalten – und ein großartiges Hörerlebnis!
(Jacek Brun, 04.10.2025)
Besetzung
Matti Klein - wurlitzer, fender rhodes, bass, piano
Lars Dieterich - bass clarinet
André Seidel - drums
Groove im Bubbleverse: Matti Klein Soul Trio entfesselt neue Klangwelten
Wir alle leben in unserer eigenen Blase, heißt es. Durch die Macht der sozialen Medien und Algorithmen sind wir in einer Welt gefangen, in der wir immer nur das Gleiche hören wollen. Aber ist das wirklich so?
Matti Klein und sein Soul Trio beweisen mit ihrem dritten Album „Soul Trio Bouncin’ In Bubbleverse”, das am 26.09.2025 erscheint: Es kann unglaublich viel Spaß machen, mit den verschiedensten Blasen aus den Bereichen Jazz, Funk, Hip-Hop oder Space-Rock zu jonglieren, ihre Grenzen auszuloten und sie lustvoll zum schillernden Zerplatzen zu bringen. Um so den Blick auf Neues freizumachen.
Das Unorthodoxe ist ohnehin eine Spezialität des Dreiergespanns. Das Trio verfügt über einen einzigartigen Sound, der aus den warmen Klängen von Kleins Wurlitzer-E-Piano, dem tiefen Fundament eines seltenen 1973er Rhodes Bass und dem effektreichen, expressiven Spiel von Saxofonist und Bassklarinettist Lars Dieterich entsteht. Verbunden mit den rhythmisch höchst flexiblen Drums von André Seidel wird daraus „eine neue, heiß brodelnde Variante des beliebten Orgeltrio-Formats“, wie das britische Magazin Jazzwise einmal feststellte.
„Als Musiker bist du ständig unterwegs in allen möglichen Bubbles“, erklärt Bandleader Klein den Albumtitel. „Mal bist du auf einem großen Festival, dann wieder in einem kleinen Jazzclub. Und wir bouncen da ständig herum und tauchen immer wieder in ein neues Universum ein.“ Der Mann weiß, wovon er spricht. Schließlich ist der 1984 in Berlin geborene Vintage-Keyboard-Meister so etwas wie Deutschlands „hardest travelling man“ im Namen des Groove.
Als Mitglied der erfolgreichen Jazzfunk-Formation Mo’ Blow und als musikalischer Direktor der brasilianischen Soulpop-Legende Ed Motta stand er schon auf den Bühnen der wichtigsten Jazzclubs in New York, Tokio, London und Paris. Auch sein 2017 gemeinsam mit Dieterich und dem Mo’-Blow-Kollegen Seidel gegründetes Soul Trio kann inzwischen auf über 300 Konzerte in allen Teilen der Welt zurückblicken, darunter Auftritte und Touren in Südafrika, Malaysia, Bahrain, Finnland und Großbritannien.
Diese langjährige Eingespieltheit schlägt sich auf „Soul Trio Bouncin’ In Bubbleverse” auf besondere Weise nieder. Alle Stücke aus der Feder des Bandleaders verfügen nämlich über eine Art Zugabe, die Elemente des gerade beendeten Songs aufnimmt, diese aber viel freier und teilweise gänzlich anders interpretiert. „Echos“ hat Klein diese Reflexionen getauft, die dem Filterblasen-Thema des Albums eine weitere Bedeutungsnuance verleihen. Wenn man sich locker macht und seinen Standpunkt verändert, sieht man die gleiche Sache plötzlich mit ganz anderen Augen.
„Das hat sich in unseren Konzerten entwickelt“, erzählt Klein. „Der Song ist eigentlich vorbei, aber einer macht einfach weiter und zieht die anderen in einen Jam hinein. Mir gefällt diese Spontaneität. Weil man durchbricht, was man sonst macht, und einen anderen Blick darauf wirft. Das wollte ich auch fürs Album.“ Das heißt: Die im Geiste eines kollektiven Solos gemeinsam entwickelten Echos erzählen auf „Soul Trio Bouncin’ In Bubbleverse“ die aus dem Referenzstück bekannten Geschichten weiter oder überführen sie in andere Dimensionen.
So erhält die zart verträumte Sommerromanzen-Ballade „A Summer Fairytale“ im Nachgang etwa ein feuriges Latin-Happy-End. Das Stück „New Frontiers“, das zwischen HipHop-Ästhetik, Yacht-Pop-Sonnenschein und metrisch auf den Kopf gestellten Retro-Souljazz vermittelt, wird in eine psychedelisch-polyrhythmische Hymne überführt. Das rockig vorantreibende „Left Lane Larry“, das vom Linksverkehr auf der britischen Insel inspiriert wurde, kehrt als seelenvoller Blues wieder. „Capetown After Dark“, das ebenfalls prägende Tournee-Erlebnisse des Trios verarbeitet und mit seiner bittersüßen Energie überzeugt, erhält in seinem Echo-Nachhall eine tiefere, spirituelle Note.
Ohnehin zeigt das erste in Kleins eigenem Studio in Prenzlauer Berg entstandene Album, wie sehr das Trio in den vergangenen Jahren zusammengewachsen und gereift ist. Nummern wie das beinahe chansonhafte „End of Sight“, das Klein auf der Azoreninsel Graciosa verfasste, künden von einer ungemeinen inneren Ruhe und dem Wissen, dass man sich auf die anderen verlassen kann.
Das Trio hat auch eine weitere seiner unverkennbaren Trademarks perfektioniert: den Einsatz wilder, ungerader Taktarten. Keine der Kompositionen auf „Soul Trio Bouncin’ In Bubbleverse“ steht im herkömmlichen 4/4-Takt. Das nimmt man der Band keineswegs krumm. Ganz im Gegenteil: Man tanzt dazu. „Odd Times to Party“ eben, wie es im Auftaktstück des Albums so hübsch doppeldeutig heißt. „Genau das ist die Aussage des Albums“, erklärt Matti Klein, „wir mögen in herausfordernden und seltsamen Zeiten leben, aber wir machen das Beste draus!“
Titelliste
- Odd times to party
- Times (Echo)
- New frontiers
- Frontiers (Echo)
- A summer fairytale
- Fairytale (Echo)
- Capetown after dark
- Capetown (Echo)
- End of sight
- Sight (Echo)
- Left lane Larry
- Larry's blues (Echo)
jazz-fun`s recap:
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