Maya Fadeeva - Edge Of Eden

Maya Fadeeva - Edge Of Eden
Maya Fadeeva - Edge Of Eden

Maya Fadeeva
Edge Of Eden

Erscheinungstermin: 18.04.2025
Label: Glamjazz Records, 2025

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jazz-fun`s recap:

Auf diesem Album gibt es Songs, in denen die jazzige, soulige Klangfarbe von Maya Fadeevas Stimme besonders zur Geltung kommt - und das klingt wirklich schön. Nicht alle Titel erreichen diese Tiefe, so dass das Album insgesamt etwas uneinheitlich wirkt. Stilistisch bewegt sich die Musik zwischen Jazz, Soul und Pop - immer mit einer ganz eigenen Note. Das große Potenzial ist deutlich hörbar, und trotz kleiner Brüche macht das Album insgesamt viel Spaß. (Jacek Brun, 20.04.2025)

Über das Jazz Album "Edge Of Eden" von Maya Fadeeva

Maya Fadeeva ist studierte Jazzsängerin und weitgereiste Komponistin. Als Schöpferin poetischer Groove-Perlen legt sie mit „Edge Of Eden“ ein souliges neues Album vor.

Es gehört weniger Mut als unbestreitbares stimmliches Können dazu, ihre Stimme an die Spitze einer Platte zu stellen. „For You“, der erste Song von Maya Fadeevas neuem Album „Edge Of Eden“, gibt mit erdig-sinnlichem Cantus die erbauliche Spur vor, auf der die Studioaufnahme wandelt. Der zunächst sparsam instrumentierte Puls des Stücks gewinnt von Strophe zu Strophe an geschmackvoll geschichtetem Groove-Momentum. Schließlich bestimmt sogar ein Saxophon akzentuierend die Metrik mit. Das fein austarierte Arrangement basiert auf Maya Fadeevas musikalischer Fähigkeit, klassisches Songwriting mit klangästhetischer Moderne korrespondieren zu lassen. Handgespieltes und Samples ergeben unter ihrer Ägide etwas Drittes, ein offenes System. Die Freiheit des Jazz trifft auf die Geschmeidigkeit des Soul. Die Hintertür für funkige Licks, die Fadeeva mit Vorliebe mit aufrichtiger Songaussage verbindet, bleibt derweil stets weit offen.

„Warrior“, eine auf Hip-Hop-Beats basierende Ballade, stellt das altbackene Klischee vom Leiden für die Liebe spielerisch auf den Kopf. In den folgenden Songs wirft Fadeeva immer wieder Beziehungsfragen auf: In welchem Verhältnis stehen wir zueinander, zum Leben und letztlich zu uns selbst? Wie Kapitel eines Buches, die zusammen eine spannungsgeladene, einfühlsam vermittelte Handlung ergeben, sind die neun neuen „Edge Of Eden“-Songs angeordnet. „For You“ markiert den Anfang der Platte als Einladung zur Interaktion zwischen Fadeeva und ihren Zuhörer:innen. „It’s Your Turn“ bedeutet am Ende: Nehmt das Gehörte und Erlebte und macht etwas Eigenes daraus, in welcher Form auch immer! Die schlichte Ukulelenbegleitung des Schlussstücks ist durchaus ermutigend gemeint.

Der Hauptteil des Albums grüßt jedoch freundlich-huldigend, aber keineswegs abgöttisch-kopierend zwei Großmeister der raffiniert arrangierten Popmusik. „Hallo Walter! Welcome Donald!“, ruft Maya Fadeeva den Steely Dan-Heroen Becker und Fagen zu. In die musikalische Moderne übertragen, dient dessen nachhallender Geist Fadeeva zum freiheitsschaffenden Brückenbau zwischen Künstler:innen- und Zuhörer:innen-Seele. „Edge Of Eden“ flirtet trotz oder vielleicht gerade wegen seiner Anlehnung an Popsongstrukturen konsequent mit dem Jazz. Immer wieder brechen Akkorde aus geradlinig wirkenden Arrangements aus, um parallele musikalische Spielweisen zu erkunden.

Das kurzweilige „Trompetensolo“ im Finale des lateinamerikanisch anmutenden Songs „Mukunda“ etwa entwickelt Sog als gesungenen Monolog. Dabei lässt Fadeevas Stimme keinen Zweifel daran, dass sie auf außerordentlicher Disziplin beruht. Ihre Kunst ist es, jeden Zuhörer direkt anzusprechen. Jede Sehnsucht, die sie vermittelt, motiviert zur Sehnsucht. Jedes Grundvertrauen in die konstruktive Kraft des menschlichen Geistes regt zur Selbsterkundung an. Dabei will die Musik keineswegs überfordern. Sie bevormundet aber auch nicht mit allzu einfacher Plakativität.

Vom Unterschied zwischen menschlicher Schönheit und menschengemachter Schwere erzählt Maya Fadeevas „Edge Of Eden“.

„Ich will in meinen Texten nicht pädagogisieren, sondern Einladungen zur konstruktiven Auseinandersetzung formulieren“, erklärt Maya Fadeeva die Narrative ihrer Songs. „Dem massiven Spaltungsdruck, dem wir alle zunehmend ausgesetzt sind, möchte ich die Kraft der Resilienz entgegensetzen. Überall wird mit der vermeintlichen Macht der Angst hantiert. Aber die Kunst darf sich nicht auf ihre Seite schlagen, denn dann schlägt sie zurück. Es kostet viel Kraft, immer wieder gegen die Angst anzukämpfen. Akzeptiert man dagegen seine Gefühle, so entsteht Verwandlung. Sie macht widerstandsfähiger und empfänglicher für das Konstruktive im menschlichen Geist. Ich möchte mit meinen Liedern ein Angebot zur Selbstoffenbarung machen“.

Folgerichtig ist der jugendlich swingende Song „Sing As One“ ein Appell an den Individualismus. Gemeinsames Singen ist gut, solange die eigene Stimme nicht im Chor der Gleichschaltung untergeht. „All A Dream“ paradiert keck-funky, flankiert von wohlig-souligen Trompetenkränzen, erhaben der Selbstgnade entgegen. Gäbe es so etwas wie einen musikalischen Himmel, „Edge Of Eden“ hätte sich dort zweifellos einen Platz erobert. Wie man im übertragenen menschlichen Sinne die Schwelle dorthin überschreitet, skizziert Maya Fadeeva auf ihrem neuen Album mit einnehmender Seele.

Text: Glamjazz Records

Titelliste

  1. For You
  2. Warrior
  3. All a Dream
  4. Mukunda
  5. Sing as One
  6. You Are
  7. Catching Summertime
  8. Chega de Saudade
  9. It's Your Turn
  10. Warior

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