Melike Şahin - Akkor
Melike Şahin
Akkor
Erscheinungstermin: 08.11.2024
Label: Gülbaba Records, 2024
Musik, die man selten in einer solchen Konstellation hören kann. Instrumental und klanglich ist alles in einem gut produzierten Pop gehalten, gesanglich klingt es nach Sngwritern, und alles wird auf Türkisch gesungen. Die Texte sind hier, trotz toller Musik, das Wichtigste. Man muss sich schon anstrengen, um alles gut zu verstehen. Das Album ist aufgrund seiner europäisch-türkischen Atmosphäre äußerst interessant und beachtenswert, wir haben nicht oft die Gelegenheit, uns mit solcher Musik zu beschäftigen. (Jacek Brun, 26.11.2024)
Über das Album von Melike Şahin "Akkor"
AKKOR, das neue Album der Sängerin, Songwriterin und Komponistin Melike Şahin, ist eine selbstbewusste Überlebenserklärung, die traditionelle anatolische Pop- und Folkeinflüsse in die Zukunft katapultiert und die türkische Superstar-Diva wie einen Phönix aus der Asche einem internationalen Publikum wieder vorstellt. Begleitet wird die Ankündigung von der neuen Single und dem Video Canın Beni Çekti (ausgesprochen „Dschah-nuhn Beh-ne Tschek-tee“).
Mit einem sinnlichen Disco-Groove stellt Şahin den männlichen Blick auf den Kopf. Sie fordert einen Verehrer heraus, es ihr an Kühnheit gleichzutun und singt mit dem spielerischen Flair des klassischen Boogie der 70er und 80er Jahre. Canın Beni Çekti erinnert an die New Yorker Diven Asha Puthli oder Diana Ross und ist ein Beispiel für die Zeitlosigkeit von Şahins Musik.
Melike dazu: “The moment you hear it, this song instantly transports you to a Yeşilçam scene; the golden age of Turkish cinema. It’s a flirty piece where I play with the concept of silent flirts, like through eye-gazing. It features a woman who says “Come up to me if you dare, baby”, but you already know she is out of reach - you’re aware of her inaccessibility, knowing you can only admire her from a distance. With its witty and assertive lyrics, it’s one of my favourite songs of this new era I’m in”.
AKKOR wurde live in London mit dem Produzenten Martin Terefe (London Brew, Buika, Jamie Cullum) aufgenommen und präsentiert eine Auswahl der talentiertesten und innovativsten Musiker der Szene, darunter die Gitarristen Dave Okumu und Raven Bush (Violine) sowie Sterling Campell (David Bowie) am Schlagzeug, Glen Scott (Eric Bibb) und Nikolaj Torp Larsen an den Keyboards. Das Album bringt eine internationale Note in ihre ergreifenden Performances und ist der bisher pointierteste und umfassendste Ausdruck von Şahins Sound.
Nachdem sie mit den türkischen Psych-Legenden BaBa ZuLa auf der ganzen Welt aufgetreten war, veröffentlichte Şahin 2021 ihr Debütalbum Merhem, das Milliarden von Streams erreichte und ihr den Ruf einer unvergesslichen Live-Performance einbrachte. Beeinflusst durch den Stil von Sade ist sie auf der Bühne eine elegante und anmutige Erscheinung.
Während Şahin Merhem als ein Album über Heilung beschreibt, sagt sie, dass es auf AKKOR ums Überleben geht, sowohl auf emotionaler Ebene, um den Umgang mit schwierigen Beziehungen, Kindheitstraumata und dem Druck des neu entdeckten Ruhms, als auch auf sozialer Ebene, um den Kampf für die Rechte der Unterdrückten angesichts staatlicher und medialer Gewalt.
AKKOR ist kraftvoll und verletzlich zugleich und zeigt die orchestrale Größe und das dramatische Flair, das aus Şahins Liebe zur traditionellen anatolischen Pop- und Folkmusik resultiert, angereichert mit der Dringlichkeit einer zeitgenössischen Produktion. Von Şahins unverwechselbarer Stimme zusammengehalten, springt AKKOR zwischen nahöstlicher Melancholie und klassischem Disco-Hedonismus hin und her, für ein Album, das stilistisch so offen, pluralistisch und affirmativ ist wie die Botschaften, die es transportiert.
Şahin hat es sich zur Aufgabe gemacht, sich der Kritik und Zensur ihrer progressiven Kreativität zu stellen: AKKOR ist ein Ausdruck von Şahins persönlicher Entwicklung und eine Bestätigung ihres stetig wachsenden Status als Stimme einer Generation, ihre Texte wurden als Aufruf zur Durchsetzung der Rechte der Frauenbewegung in der Türkei adaptiert. Obwohl sie sich selbst nicht als Aktivistin bezeichnet, haben Şahins ergreifende Texte die Frauenbewegung in der Türkei geprägt. Die Worte “I deserve each and every inch of this smile" zieren Protestbanner am Internationalen Frauentag und Festplakate bei der Pride.
“This is the moment that I told myself, Yes, I am an artist”, sagt Şahin. “I am carrying all of the other things because of this, because I am affecting people's lives, and I am giving some power.” AKKOR - was übersetzt „glühend“ bedeutet - lässt Melike wieder aufstehen und heller als je zuvor erstrahlen.
Alles in allem ist AKKOR laut Şahin ihr Wiedergeburtsalbum - ein Statement der Selbstermächtigung, mit dem sie hofft, weiterhin die Stimmen der Menschen um sich herum zu erheben.“You are seeing a woman who falls down, but who rises again and flies“, erklärt sie. “Maybe she doesn't win, maybe she doesn't lose, but she's a survivor“, schließt Şahin. “She is a phoenix.”
Titelliste
- Sag Salim
- Ortak
- Ifsa
- Korkmasam Ölürdüm
- Canin Beni Cekti
- Beni Ancak
- Ne Ettim Sana?
- Durma Yürüsene
- Napicam?
- Burdayim
jazz-fun`s recap:
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