Morgenthaler-Röllin-Ruben - Mister Z

Morgenthaler-Röllin-Ruben - Mister Z

Morgenthaler-Röllin-Ruben
Mister Z

Erscheinungstermin: 20.09.2019
Label: Between The Lines, 2019

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Robert Morgenthaler - trombone, effects
Urs Röllin - guitar, effects
Tanel Ruben - drums

Eigentlich ist es kein allzu großes Geheimnis. Hinter dem mystischen Projektnamen "Mister Z" verbirgt sich niemand Geringeres als Frank Zappa, der Großmeister der musikalischen Fusion, mit dem sich viele unmögliche Elemente zu einem erstaunlich stimmigen Ganzen verbinden ließen. Hat er nicht auch den legendären Satz geschrieben, den die Leute auch heute noch gerne verwenden, dass Jazz nicht tot ist, sondern nur ein wenig lustig riechen würde?

Inzwischen gibt es eine Reihe von Bands, deren Jazz-Interpretation überhaupt nicht stinkt, aber ohne einen muffigen, matschigen Nachgeschmack kommt. Das Trio, bestehend aus dem Schweizer Posaunisten Robert Morgenthaler und seinem festen Partner, dem Gitarristen Urs Röllin, mit dem estnischen Schlagzeuger Tanel Ruben, ist zweifellos eines davon. Die drei nahmen ein Album im Geiste des 1993 verstorbenen Idols auf, in dem sie durch neun lebendige Songs "geistig offen" flossen und es schafften, ihren Spaß eins zu eins auf diejenigen Hörer zu übertragen, die nach einer Alternative zum von Playlisten dominierten Musikkonsum suchen.

"Zappa ließ es nicht zu, dass seine Kreativität durch keine Schubladen verhindert wurde, konfrontierte das Konzentrat aus einer Musikwelt mit einer anderen und forderte unser Hörverhalten heraus wie niemand zu seiner Zeit", sagte Morgenthaler als begeisterter Fan des Musikzaubers aus Baltimore. Natürlich kann man diesen Zappa-ähnlichen Ansatz nicht studieren oder durch intensive Proben erlernen, man muss ihn einfach fühlen. Und seien Sie auch ein wenig von Zappa selbst, einem Musiker, der immer den Überblick über alle umherfliegenden Sounds, Rhythmen und Stile behält. Morgenthaler, Röllin und Ruben gehen bewusst an musikalische und physische Grenzen und schaffen eine nach allen Seiten offene, sehr intensive Klangwelt. So etwas kann nur mit einer unorthodoxen Besetzung wie dieser gelingen: kein Bass, sondern Posaune und Gitarre, zwei Tenorinstrumente. "Die Herausforderung war", erklärt Morgenthaler, "die Stücke so zu gestalten, dass niemand einen Bass verpasst, dass die Gitarre oder Posaune diese Aufgabe übernimmt." Die Percussion fungiert sowohl als Bindeglied als auch als Groove Keeper.

Zweifellos brauchen Robert Morgenthaler und Urs Röllin, die sich seit mehr als zehn Jahren auf dem weiten Feld der kongenitalen Improvisation fast synchron bewegen, viel Urvertrauen. Dass Tanel Ruben, den die Schweizer bei Jazzahead in Bremen trafen, relativ reibungslos in diese vertraute Männerfreundschaft eindringen konnte, lag daran, dass Morgenthaler und Röllin spontan "einen Blutsbruder" in ihm sahen. Der Austausch der Kulturen hat jede Sekunde in ihre Karten gespielt, "weil unsere Musik von genau dem lebt" sagt der Posaunist. Vertrautheit dient als Sicherheitsnetz, und die sich entwickelnde Sicherheit führt das Triumvirat in neue, fremde Regionen.

Und das Risiko wird belohnt. Bekanntes und Unbekanntes verschmelzen in Titeln wie "The Monolith", "Swear It", "Fuchsgang", "Getting Closer", "Smooth", "Space Takes Place", "Number 3" und Rubens Komposition "Kas Tahad Ma Jutustan Laulust" zu einem spannenden Konstrukt aus Noten, pulsierenden Beats und Pausen. Die einzelnen Stücke bilden den Rohling für die anschließende Improvisation, in der sie, obwohl filigran und diszipliniert, in jeder Hinsicht frei von Einschränkungen sind. Robert Morgenthaler: "Wir verwenden verschiedene Spielkonzepte, von Lärm bis Klang, von freiem Puls bis Groove, von Stille bis Fülle." Der Posaunist betont, dass es jedem Mitglied der Band freisteht, "abzurocken" oder eine Schicht traumhaften Klangs hinzuzufügen.

Wie klingt das? Wie ununterbrochene Überraschungen, schelmische Ideen, ungewöhnliche Allianzen, extremer Spaß und ein Neuanfang ins Vertraute. Und zeitgenössischer Jazz, frisch wie ein Bergbach, der durch einen Kiefernwald fließt. Darauf kannst du wetten: Zappa hätte sich "Mister Z" gewünscht. Und er ist nicht der Einzige.

  1. Hello Mister Z
  2. Swear It
  3. Number 3
  4. Kas Tahad Ma Jutustan Laulust
  5. Space Takes Place
  6. Fuchsgang
  7. Getting Closer
  8. Smooth

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