Mr. Vertigo - 23 Meditations

Mr. Vertigo - 23 Meditations - Albumcover
Mr. Vertigo - 23 Meditations

Mr. Vertigo
23 Meditations

Erscheinungstermin: 12.12.2024
Label: Unit Records, 2024

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jazz-fun`s recap:

Melodiöse Themen, viele Soloparts in interessanten Arrangements. Die hervorragenden Instrumentalisten unter der Leitung von Ursus Bachthaler bereiten viel Freude. Eine Musik, die sowohl im Auto als auch bei der abendlichen Meditation ein tolles Erlebnis ist. (Jacek Brun, 28.12.2024)

Besetzung

Ursus Bachthaler - stratocaster&pedals
Thomas Bauser - rhodes&synths
Marco Maria Nenniger - bass
Florian "Flow" Haas - drums, pads
Daniel Mudrack - drums, cymbals

Über das Album von Mr. Vertigo "23 Meditations"

Hallo Musikfans, hier Ursus.

Vier Jahre sind vergangen seit dem Release von Mr.Vertigo’s Erstling „Hope - against better judgement“. Unser kleiner blauer Planet verändert sich rasant hin zu einem immer dysfunktionaler werdenden Ort, in dem unsere Spezies die traurige Rolle des rastlosen, getriebenen Brandbeschleunigers spielt. Welcome to the sixth mass extinction! War die Tonlage, der Grundsound des „Hope - against better judgement“ Albums eher melancholisch dunkel, oft wild, manchmal aber auch zärtlich sich gegen das drohende Unheil auflehnend, ist das Folgealbum „23 Meditations“ trotz der stetig schwindenden Hoffnung gesamthaft etwas fröhlicher und stilistisch (noch) bunter geworden. Geblieben ist der Wille, musikalische Geschichten in Form von kunstvoll arrangierten Songs zu erzählen, ohne dass dabei die langen Solobögen, die gemeinsam im Moment gestalteten musikalischen Reisen zu kurz kommen. Und gleich geblieben ist auch das dichte, vibrierende Zusammenspiel unserer zwei Schlagzeuger Daniel Mudrack und Florian „FloW“ Haas mit unserem Bassisten Marco Maria Nenniger. Neu dazugekommen ist mit Thomas Bauser ein alter Freund und musikalischer Weggefährte von mir, der einige inspiriert abhebende Fender Rhodes - und Moog Solos beisteuert und damit den Sound des Albums massgeblich beeinflusst. Das neue Album haben wir in zwei lockeren Sessions im Sommer 2024 in Sandhausen eingespielt und es lebt von einem ungezwungenen, freien Jamcharakter, in dem wir nicht die musikalische Perfektion, sondern das spontane Zusammenspiel im Moment feiern.

„Tranquility and Placidity“ ist ein poppig fröhlicher Opener der neuen Scheibe. Die zwei Drummer Daniel Mudrack und Florian Haas bringen diesen lockeren 7/8-Groove zusammen mit dem erdigen Bass von Marco Maria Nenniger zum bouncen, darüber spielen Gitarre und Fender Rhodes ein luftiges Unisonothema - es kommt einem die französische Riviera in den Sinn und plötzlich liegt Meeresrauschen und ein Hauch von „Air“ in der Luft. Wie auf dem letzten Album hat Daniel Mudrack auch auf „23 Meditations“ wieder zwei Kompositionen beigesteuert. Sie kommen leichter und optimistischer daher und hellen durch ihren Vibe den Sound des neuen Albums auf. Der zweite Song mit dem Titel „Flow Beatz“ ist eine kompositorische Zusammenarbeit von Florian Haas und mir. Florian Haas hat in der Corona Zeit begonnen, in seinem Proberaum kurze Videos aufzunehmen, in denen er moderne, selbstkomponierte Schlagzeug-Grooves präsentiert, oft zu einem von ihm eingespielten Synth-Sample. Diese Videos gingen schon bald viral und inspirieren seither Dj’s wie Musiker gleichermassen. Als ich eines verregneten Nachmittags auf den diversen Social Media Kanälen herumgestreunt bin, bin ich auf einen Groove von Flo gestossen, der mich besonders inspiriert hat. Ich habe ihn in eine Form gebracht und eine Bridge dazu geschrieben und daraus wurde wohl der am modernsten klingende Song dieses Albums. Für mich persönlich sind „23 Meditations“ und „To Bon“ weitere Highlights des Albums. „23 Meditations“ entstand im Jahr 2023 in einer Zeit, in der eine grosse Liebe von mir durch einen Hirntumor dahingerafft wurde. In den Monaten des Abschieds habe ich viel über das Sterben und unsere kurze Zeit auf diesem Planeten nachgesinnt und dazu oft die Musik von Bon Iver gehört. Und immer wieder bin ich auf den Song „Holocene“ zurückgekommen. Das Gitarrenpicking und der meditative Klang von „23 Meditations“ gehen bestimmt auf den starken Einfluss von Bon Ivers Musik zurück. Was den Song weiterhin speziell macht, ist seine Gliederung in drei musikalisch sehr verschieden eingefärbte Teile: der erste Teil, das Thema, ist eine stille, versöhnliche Meditation über das Sterben, über unsere Vergänglichkeit und das Abschiednehmen. Diese wird unterbrochen von einem frei improvisierten Rhodes-Zwischenteil, in dem unser Pianist und Keyboarder Thomas Bauser seine Vertrautheit mit der bachschen Fuge unter Beweis stellt ;) Der dritte Teil ist dann epischer Indierock-Jazz, der Trauer, Wut und Hoffnung in einer starken Bandperformance bündelt. Und „To Bon“ ist meine Hommage an ebendiesen Bon Iver aka Justin Vernon. Auch dieser Song nimmt einem auf eine lange Reise mit und ist in vier sich stark unterscheidende Teile gegliedert: einem sanften, verträumten Thema folgt ein frei improvisierter, modaler B-Teil, der on cue in einen auf kleiner Flamme köchelnden, immer hymnischer werdenden Vamp im C-Teil mündet. Nach der Klimax gibt es inspirierte Solobeiträge von E-Bass und Stratocaster über die Harmonieen des Themas. A real trip! Nehmt euch ein wenig Zeit and take a ride with us.

Text: Ursus Bachthaler

Titelliste

  1. Tranquility and Placidity
  2. Flow Beatz
  3. Momo on Mars
  4. 23 Meditations
  5. Factory
  6. Footsteps and a Cadillac
  7. Tottenhot
  8. To Bon
  9. Outro

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