Natalia Kiës - Phœnix

Natalia Kiës - Phœnix

Natalia Kiës
Phœnix

Erscheinungstermin: 10.03.2023
Label: JazzSick Records, 2022

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Natalia Kiës - Piano and Vocals
Keita Ogawa - Percussions
Moto Fukushima - Bass (on Track 1, 5, 6 and 7)

In vielerlei Hinsicht entzieht sich Phoenix einer Beschreibung. Wie soll man etwas Brillantes in Worte fassen?! Bereits das Lesen der Texte (bzw. die Übersetzungen aus englischer und polnischer Sprache) zeigt eine poetische Seele, die zum Leben erweckt wurde. Und versteht man Jazz als eine musikalische Sprache, so bietet Phoenix neue Zwischentöne für die traditionellen Vorstellungen darüber, wie diese Sprache gesprochen werden soll. In der Tat spiegelt alles in diesem Album Natalia Kiës persönlichen Lebensweg wider... nicht geradlinig, sondern verschlungen, labyrinthisch… mit Umwegen und Stopps in unterschiedlichsten musikalischen Ländern. Dabei gibt sich ihr einzigartiges Gespür für experimentelles Jazzpop-Songwriting ein Stelldichein mit den Stilmitteln der »musique concrète« und der musikalischen Erkundung ihrer Wurzeln – ein Wandeln auf den Pfaden, Spuren und Folgen von Herkunft. So erstrahlt ihre polnische Seite in einem neuen Glanz, denn die teils »fremden« Texte sprechen in ihren Kompositionen eine wahrhaft universelle Sprache und offenbaren ein unverwechselbares Klangspektakel, ein klanginduziertes Woanders Sein. Mit Perkussionist und Grammy-Preisträger Keita Ogawa (New York), Moto Fukushima (New York) am Bass und Manuel Schlindwein (Köln) als Produzent und Audio Engineer, gipfeln in Phoenix 11 sowohl charakteristische als auch zeitlose Kompositionen in ein tiefgründiges und atemberaubendes Album voll musikalischer und emotionaler Drehungen und Wendungen.

Mit Phoenix hat Natalia Kiës sich selbst erkannt. Sie ist da. Das ist geradeaus. Sehr langsam ist die einzige Art wie man in dieser Welt vorankommt. Wer hätte das Gedacht?! Im Snowtrain reist sie von hinter sich in die Zukunft des experimentellen Popjazz. Dabei sind die Traumpfade in Mówić przez sen eine nützliche Orientierungshilfe zur Navigation durch das irdische Wirrwarr. Zumindest, bis einem bei I Am Gone der Atem stockt und ganz nebenbei daran erinnert, dass nicht alle Wege nach Rom führen. Mit Kropelka schlendert sie zusammen durch das Leben eines tanzenden Regentropfens. Seitdem sie sich erinnern kann, dringt aus jeder Pore von Edda der Kampf mit sich selbst. Doch wieviel Kampf ist genug, wenn man sich noch zärtlich in die Augen schauen will? Der große Liebesrausch zwischen Piksel i Pigment bleibt aus, doch die Musik streichelt filigran unsere Ohren. Auf der Suche nach der eigenen Stille, findet Kiës in Świetlik einen Seelenverwandten und in Moja własna cisza ein abgefahrenes Klangspektakel – erstaunlich, dieses klanginduzierte Woanderssein. Mit Traces verfängt sie sich im World-Wide-Web und ruft ihm entgegen: Wer ist hier eigentlich der Parasit in unserer Beziehung? Sie besingt den gläsernen Bürger und verabschiedet sich mit Crystalline fragend von jeglicher Privatsphäre: Haben wir uns schon wieder verirrt? Wie schön, das gehört alles zu geradeaus.

Natalia Kiës, geboren in Nikolai und aufgewachsen in Nordrhein-Westfalen, studierte klassisches Klavier an der Folkwang Universität der Künste Essen und anschließend Jazz/Pop Gesang an der ArtEZ Universität der KünsteArnhem. Darüberhinaus schloss sie ein Zweitstudium in Psychologie an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf zum Einfluss von Musik und Stress auf kognitive Leistungsfähigkeit ab. In New York absolvierte sie Meisterklassen unter Gretchen Parlato, Kurt Elling, Shai Maestro und Taylor Eigsti. Sie lebt und arbeitet in Köln und New York.

Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist. (Victor Hugo)

So gesehen war Natalia Kiës schon immer kommunikativ, ihre vorrangige Sprache die Musik: Während ihre Altersgenossen Melodika, Blockflöte und Glockenspiel zum Zwecke der Tongeräuscherzeugung traktieren, sitzt die Fünfjährige aus freien Stücken zu Hause am Klavier und übt sich voll kindlicher Begeisterung in klassischer Musik. Dieses Idyll wird unterbrochen, als die Familie nach dem Fall des Eisernen Vorhangs von Oberschlesien nach Deutschland übersiedelt. Natalia muss ihr heißgeliebtes Klavier zurücklassen – ein Drama für die damals Achtjährige. Die Leidenschaft für die Musik liegt zunächst brach, zu viele Eindrücke und Herausforderungen in dem neuen Land müssen bewältigt werden. Aber der Drang, ihr Leben der Musik zu widmen, wächst…

In der Tat spiegelt alles in Natalias Musik ihren persönlichen Lebensweg wider… nicht geradlinig, sondern verschlungen, labyrinthisch… mit Umwegen und Stopps in unterschiedlichsten musikalischen Ländern gestrandet in ihrer eigenen musikalischen Welt, voller reizvoller Kontraste und viel Raum für Entfaltung. Geprägt von ihrem Klavierspiel, ihrer Stimme, vielfältigen Eindrücken des experimentellen Jazzpop und Stilmitteln der »musique concrète« spricht ihre Musik eine wahrhaft universelle Sprache, offenbart ein klanginduziertes Woanders Sein.

Text: JazzSick Records

jazz-fun.de meint:
Die Lieder des Albums sind in Klang "verpackte" Gedichte der Künstlerin, wobei der Inhalt des Albums nicht im Sinne von "gesungener Poesie" zu verstehen ist. Das künstlerische Niveau der Kompositionen ist bestechend und die 11 Lieder sind ausdrucksstarke Kleinode, vielfältig in Form und Klang. Wir sind begeistert!

  1. Crystalline
  2. Moja Własna Cisza
  3. I am Gone
  4. Fall Asleep
  5. Piksel I Pigment
  6. Traces
  7. Edda
  8. Świetlik
  9. Kropelka
  10. Snowtrain
  11. Mówić Przez Sen

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