Rezension des Albums "Non Artificial" von Nenad Vasilic
Nenad Vasilic
Non Artificial
Erscheinungstermin: 08.05.2026
Label: Galileo Vertrieb, 2026
Musik ohne Masken – Nenad Vasilics Klangwelt voller Wärme und Wahrheit
Nach mehr als 25 Jahren internationaler Karriere wirkt Nenad Vasilic auf Non Artificial bemerkenswert klar in seiner musikalischen Vision. Das inzwischen 16. Album des Bassisten, Komponisten und Bandleaders ist weit mehr als nur ein weiteres Kapitel seiner Diskografie – es wirkt wie ein bewusst formuliertes künstlerisches Statement über Authentizität, Klangkultur und musikalische Wahrhaftigkeit.
Schon der Titel verweist auf die Grundidee dieses Albums: nichts Künstliches, nichts Überladenes. Gemeinsam mit Vuk Vasilic am Piccolo-Bass, Samo Hude an Klavier und Fender Rhodes sowie Pedja Milutinovic am Schlagzeug entwickelt Vasilic eine organische Klangsprache, die ganz auf Natürlichkeit und unmittelbare musikalische Kommunikation setzt.
Die ausschließlich von Vasilic komponierten Stücke verbinden Jazz mit Einflüssen der Balkanmusik und klassischer Tradition auf äußerst überzeugende Weise. Dabei wirken diese Elemente niemals wie dekorative Zitate oder stilistische Referenzen – vielmehr scheinen sie tief in den Kompositionen verwurzelt zu sein. Gerade diese Selbstverständlichkeit macht die Musik so glaubwürdig.
Besonders beeindruckend bleibt die melodische Stärke des Albums. Die Kompositionen besitzen Klarheit, Wärme und eine bemerkenswerte innere Geschlossenheit. Gleichzeitig öffnen sie große Räume für Improvisationen, in denen alle Musiker ihre eigene Stimme entfalten können, ohne jemals den Zusammenhang des Ganzen aus den Augen zu verlieren.
Das akustische Klangbild trägt wesentlich zur Wirkung von Non Artificial bei. Die Aufnahmen klingen transparent, warm und hervorragend umgesetzt – jeder Ton wirkt bewusst gesetzt, jede Nuance bleibt hörbar. Gerade in einer Zeit oft überproduzierter Klangwelten entfaltet diese musikalische Ehrlichkeit eine besondere Kraft.
Non Artificial überzeugt nicht durch Lautstärke oder spektakuläre Effekte, sondern durch Reife, Tiefe und musikalische Integrität. Man spürt in jedem Stück die Erfahrung eines Künstlers, der genau weiß, was er erzählen möchte – und wie.
Ein wunderschönes, zeitlos wirkendes Album voller Wärme, Melodie und musikalischer Offenheit – Musik, die lange nachhallt.
(Jacek Brun, 24.05.2026)
Besetzung
Samo Hude - Piano, Fender Rhodes
Vuk Vasilic - Piccolo Bass
Nenad Vasilic - Kontrabass
Peda Milutinovic - Schlagzeug
Titelliste
- Seven Riff
- Nostalgia
- Medna
- Straight to the point
- Trilerna
- Bass Jam
- Fight Song
- Someones Waltz
- UFO
- Seven Drops
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