Nils Wülker & Arne Jansen - In Concert
Nils Wülker & Arne Jansen
In Concert
Erscheinungstermin: 30.08.2024
Label: Warner, 2024
Es ist schwer, sich diese beiden Instrumentalisten getrennt vorzustellen, denn sie spielen schon so lange zusammen, wie ich mich erinnern kann. Ob in größeren Ensembles oder, wie jetzt, als Duo. Ihr gegenseitiges telepathisches Verständnis, ihr Zusammenspiel, ihre Leidenschaft für das Kreieren und Spielen auf ihre eigene lyrische, intime Art und Weise und die außergewöhnlichen instrumentalen Fähigkeiten machen ihre Musik immer zu einem wahren Hörgenuss. Ein weiteres großartiges Album dieses ungewöhnlichen Duos, wir sind begeistert! (Jacek Brun, 30.08.2024)
Nils Wülker — trumpet & flugelhorn
Arne Jansen – electric & acoustic guitars
Mehr als eine Fortsetzung, eher eine Steigerung: Ihr gefeiertes Duo-Programm Closer" brachte Nils Wülker und Arne Jansen nach fast fünfjähriger Zusammenarbeit Anfang 2023 erfolgreich an die Spitze der Charts und in die schönsten Konzertsäle des Landes. Mit diesem Album zünden sie konsequent die nächste Stufe ihrer Entwicklung. „In Concert“ ist in seiner Präzision des Moments und der Weite der Klangräume weit mehr als ein weiteres Live-Album: In dreizehn spannenden und zugleich entspannten Konzertmomenten macht dieses, Nils Wülkers vierzehntes Album, aus der instrumentalen, elektronisch gekonnt unterstützten Reduktion auf das Zusammenspiel von Trompete und Gitarre ein neues, organisch gewachsenes Kunstwerk.
„Im Vergleich zu unserem Studioalbum ist noch viel mehr Interaktion hinzugekommen“, sagt Nils Wülker, der die Musik für „In Concert“ auch im eigenen Studio abgemischt hat. „Es macht uns immer mehr Spaß, die technischen Möglichkeiten auszuschöpfen, aber jetzt sind wir wirklich frei - miteinander und mit der Technik, die uns wie die Instrumente in Fleisch und Blut übergegangen ist.“
Schon der Opener „YaYaYa“, eine Instrumentalversion dieser Ballade des australischen Singer/Songwriters RY X, erzeugt diese besondere, intime Stimmung, die sich durch das gesamte 69-minütige Album zieht. Es spricht für die beiden Musiker, für die Musik an sich, aber auch für ihr Publikum, dass man die knisternde Live-Atmosphäre zu Beginn mehr spürt als hört. Die Zuhörerinnen und Zuhörer sind euphorisch, aber ruhig, fast andächtig und konzentriert, egal ob sie in der Hamburger Fabrik stehen oder im Münchner Prinzregententheater sitzen. Oft wird mit dem Applaus gewartet, bis die letzten Töne verklungen sind, um dann umso enthusiastischer loszubrausen. Schon bei den Live-Auftritten zu „Closer“, das es auf Platz 6 der Jahrescharts, Platz 15 der Albumcharts und Platz 1 der Jazzcharts schaffte, war oft die Rede davon, wie überraschend abwechslungsreich das Programm des Duos auch im Konzert ist. „In Concert“ folgt der Live-Dramaturgie und lässt auf die schwelgerischen Melodien zum Auftakt bald das energetische „Deep Dive“ folgen, eine Lektion im organischen Verweben von geloopten Rhythmen und der gemeinsamen und gegenseitigen Steigerung der beiden Musiker. Die Spannungsbögen, die dabei auf- und ausgebaut werden, entstehen immer wieder neu - und entfalten mit jedem Mal mehr Wirkung. Wie etwa in einem Interlude von Trent Reznors „Hurt“ zu „Let’s Go Out Tonight“ von The Blue Nile, das auf einfühlsamste und melodischste Weise frei improvisiert ist. Auch hier zeigen sich die Stärken des „großen Melodikers“ (Die Zeit) Wülker: Motivische Entwicklung und melodischer Aufbau schaffen viel Raum in den Soli und mehr Raum in der Interaktion.
Die besondere Qualität im Zusammenspiel von Nils Wülker und Arne Jansen, die über acht Alben und weit mehr Jahre gewachsen ist, zeigt sich auch in den Closer"-Versionen dreier Stücke, die bisher nur in größerer Besetzung veröffentlicht wurden. Zum Beispiel Wanderlust", das ursprünglich 2017 auf dem Studioalbum On" zu hören war. Die Live-Version eröffnet dem Duo ganz neue Möglichkeiten, die in einem gefühlvollen Frage-Antwort-Spiel von Trompete und Gitarre gipfeln. „Highline“ stammt aus dem Album „Go“ der Band aus dem Jahr 2020. Ursprünglich ein Trompetenduo mit Wülkers amerikanischem Kollegen Theo Croker, wird der Song hier zu einem funkigen Showcase der beiden Musiker, in dem sie nicht nur zeigen, was sie können, sondern vor allem, wie elegant und eng sie ihre musikalischen Ideen miteinander verweben. Zum Abschluss spielen sie die schwebende, glitzernde Ballade „Rays Of Winter Sun“, die bisher nur digital im Rahmen einer im vergangenen Winter erschienenen EP veröffentlicht wurde. Ein kraftvolles, in sich ruhendes Finale dieses Live-Albums und ein eindrucksvolles Statement der gemeinsamen Entwicklung dieses hochkarätigen Duos.
- YaYaYa
- The Great He-Goat
- Beyond The Bavarian Sky
- Deep Dive
- Nika’s Dream
- Wanderlust
- Intro
- Hurt
- Interlude
- Let’s Go Out Tonight
- He Who Counts The Stars
- Highline
- Rays Of Winter Sun
jazz-fun`s recap:
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