Nina Simone - Fodder On My Wings

Nina Simone - Fodder On My Wings

Nina Simone
Fodder On My Wings

Erscheinungstermin: digital: 03.04.2020
Label: Verve / Universal Music, 2020

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Nina Simone - piano, vocals, harpsichord, shaker, tambourine, harmony
Sylvain Marc - electric bass, vocals
Sydney Thiam - congas, bells, woodblock
Paco Sery - percussion, tympani

Brass section arranged & conducted by Nina Simone
Produced by Yves Chamberland & Giancarlo Cerri
Recorded 1982 in Paris, France

Große Kunst entsteht oft in dunklen Stunden. Nina Simones heutzutage nahezu vergessenes Album “Fodder On My Wings”, aufgenommen 1982, kurz nachdem sie nach Paris gezogen war, ist dafür ein eindrucksvolles Beispiel. Es war eines von Nina Simones Lieblingsalben, aber da es ursprünglich für ein kleines französisches Label aufgenommen wurde, war es seit seiner Erstveröffentlichung nur sporadisch erhältlich. Jetzt veröffentlicht Verve das emotionale Werk neu mit drei Bonustracks als CD, LP und erstmals digital.

Alle Songs stammen aus der Feder Nina Simones, bis auf „Alone Again (Naturally)“ (Musik: Gilbert O’Sullivan). „Fodder On My Wings“ enthält teilweise geradezu schmerzhaft persönliche Songs der legendären Sängerin und Pianistin. Zu der Zeit, als sie das Album aufnahm, lebte Nina Simone erst kurz in Frankreich und fühlte sich isoliert. Ihre psychische Erkrankung hatte sich verschlimmert, ihr Familienleben lag in Trümmern.

Musikalisch ging Nina Simone auf dem Album neue Wege. Ihre Stimme war spröder und härter als zuvor, brachte ihre Gefühle und oft extrem streitbaren Gedanken aber mit einer ungewöhnlichen Intensität hervor. Den Swing und die eleganten Balladen ihrer früheren Alben ersetzte sie auf „Fodder On My Wings“ durch afrikanische und karibische Elementen, fetzige Bläsersätze und poppige Grooves. Simone nutzte ihre neue Umgebung und die Pariser Szene um sich musikalisch neu zu erfinden. Ihre Band bestand jetzt hauptsächlich aus afrikanischen Musikern, darunter dem zukünftigen Manu Dibango- und Salif Keita-Schlagzeuger Paco Sery.

Nina Simones Albumvorgänger „Baltimore“ (CTI Records, 1978) war noch von der typischen Eleganz und Glätte der 70er Jahre geprägt, auf „Fodder On My Wings“ flocht sie, von ihren Reisen nach Afrika beeinflusst, Wordmusic in ihren Stil ein. Paul Simon schlug mit seinem Album „Hearts And Bones“ (1983) kurz darauf eine ähnliche Richtung ein, die in seinem Hitalbum „Graceland“ gipfelte. So gesehen kann man in Nina Simones Album auch eine wichtige Zeitströmung spüren.

Text: Verve / Universal Music

  1. I Sing Just To Know That I'm Alive
  2. Fodder In Her Wings
  3. Vous etes seuls, mais je désire etre avec vous
  4. Il y a un baume à Gilead
  5. Liberian Calypso
  6. Alone Again Naturally
  7. I Was Just A Stupid Dog To Them
  8. Color Is A Beautiful Thing
  9. Le peuple en Suisse
  10. Heaven Belongs To You
  11. Thandewye
  12. Stop
  13. They Took My Hand

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