Nora Benamara - Amnesia

Nora Benamara - Amnesia - Albumcover
Nora Benamara - Amnesia

Nora Benamara
Amnesia

Erscheinungstermin: Double Moon Records, 2024
Label: 23.08.2024

Nora Benamara - Amnesia - bei JPC kaufen Nora Benamara - Amnesia - bei Amazon kaufen

jazz-fun`s recap:

Nora Benamara - Komponistin, Sängerin und Texterin - hat ein Debütalbum geschaffen, das begeistert und zum Nachdenken anregt. Nicht nur die Kompositionen, sondern auch die Texte sind faszinierend. Die Musik wird in einem altmodischen Stil dargeboten, klar und mit viel Sinn für schöne Klangnuancen. Das Ganze wirkt so natürlich, gesanglich und wird durch die emotionale Interpretation der Künstlerin noch bereichert. Ein wunderbares Album, wir sind begeistert! (Jacek Brun, 19.08.2024)

Nora Benamara - vocals, composition
Olga Reznichenko - piano
Sylvain Barou - duduk
André van der Heide - drums
Lorenz Heigenhuber - double bass

Musik als Möglichkeit, Dinge zu verarbeiten - für Nora Benamara ist das eine Selbstverständlichkeit. Wer sich in die Stücke des außergewöhnlichen Debütalbums ihrer Band vertieft, kann textlich wie musikalisch viele Facetten entdecken. Manche gehen in die Tiefe - und bewahren doch eine gewisse Leichtigkeit, einen sinnlichen, fröhlichen Ausdruck. „Meine Musik entsteht aus Gefühl und Intuition“, betont die Sängerin, Komponistin und Bandleaderin. Aus den wunderbar poetischen Texten spricht wiederum viel Nachdenkliches, manchmal fast philosophisch Nachdenkliches und Abwägendes - auch Träumerisches. Ihre Stücke erzählen von Sehnsucht nach Heimat, von utopischen Orten, von Zweifeln, von einer intensiven Verbundenheit mit der Natur. "Ergebnisse einer persönlichen inneren Odyssee", wie sie schreibt, "eine Suche nach tieferen Zusammenhängen, ein Streben nach dem Schönen und dem Kathartischen auf der Suche nach dem eigenen Platz in der Welt".

Dass sie "Amnesia" als Titel für das erste Album des Quartetts gewählt hat, liegt an der Kraft des gleichnamigen Songs: "Er repräsentiert das Album. Nora Benamara spricht in diesem Zusammenhang von verschiedenen Energiewellen, die sie durchströmen. Amnesie dient ihr „als Metapher für vergessene, eingeschlafene Teile von mir selbst“. Die Musik weckt diese Anteile und stellt die Energie der Verbundenheit wieder her, sei es mit der Liebe oder mit der Natur. Eine wichtige Lebensenergie. In ihrer Musik, in ihren Liedern kommt sie zum Ausdruck, auf der Bühne erst recht. Da ist sie ganz im Einklang mit der Aussage: „Da kommt etwas absolut Ehrliches, Authentisches raus“.

Nora Benamara, Deutsch-Französin mit multikulturellem Familienhintergrund (Vater Algerier, Mutter Deutsche), lebt wie die anderen Mitglieder ihres Quartetts in Leipzig. Die Pianistin Olga Reznichenko und der Bassist Lorenz Heigenhuber spielen auch im viel beachteten Trio Reznichenko, das gerade sein zweites Album veröffentlicht hat. Mit dem Schlagzeuger André van der Heide verbindet die Sängerin die längste Zusammenarbeit: Die beiden lernten sich beim Musikstudium in Weimar kennen. Seit etwa drei Jahren gibt es das Quartett. „Die meisten Stücke sind während der Corona-Zeit entstanden, aus der Lust heraus, ein Quartettprogramm zu machen. Ich habe viel ausgearbeitet und bin mit klaren Ideen und Vorstellungen zur Band gekommen. Gleichzeitig war es mir wichtig, dass die drei ihre Persönlichkeit einbringen. In jedem Stück gibt es viel Raum für Improvisation. Es überrascht nicht, dass konkrete stilistische Überlegungen in diesem reichen Kosmos an Elementen (zu dem auch ein Stück mit dem armenischen Holzblasinstrument Duduk gehört) keine Rolle spielten. Die Texte hat sie überwiegend auf Englisch verfasst: "Das erschien mir natürlicher, und außerdem ist es eine universelle Sprache. Die französischen Titel des Albums deuten darauf hin, dass sie sich, wie sie zugibt, als Songwriterin in Richtung ihrer Muttersprache bewegt.

Nora Benamara, Jahrgang 1992, wuchs in einem kleinen Dorf in der Nähe von Fontainebleau südlich von Paris auf - „ein Leben in der Natur“. In der Familie gab es viel Musik, nicht zuletzt durch ihren Vater, einen Opernsänger. Er spielte auch Oud, die arabische Laute. Klassische und arabische Musik, vor allem arabisch-andalusische, gehörten zum musikalischen Alltag. Nora lernte schon als Kind klassisches Klavier. Ihr Interesse an Popmusik brachte sie dazu, sich selbst Gitarre beizubringen. Sie hörte die Beatles, Devendra Banhart, Joan Baez, französische Chansons, Pink Floyd und entdeckte die Musik von Björk, Radiohead und Nina Simone.

In Roubaix im Nordosten Frankreichs hat Nora Benamara ihr erstes Studium abgeschlossen: Visuelle Kommunikation. Ein Erasmus-Auslandsjahr führte sie 2013 nach Rom. Der Aufenthalt wurde zu einem Wendepunkt. „Die Zeit dort hat mir die Augen geöffnet: dass ich mich, was meinen künstlerischen Ausdruck angeht, in der Musik am wohlsten fühle.“ In Rom hatte sie ihre ersten kleinen Auftritte als Sängerin mit Gitarre. Dort fiel auch der Entschluss, nach Deutschland zu gehen, um dort Musik zu studieren. Jazz hatte die Französin zwar schon immer mal wieder gehört, vor allem Sängerinnen und Sänger. Eine genaue Vorstellung von den Studienmöglichkeiten hatte sie aber nicht. Klar war für sie: "Das kann ein spannender Weg sein, um die eigene Sprache zu entwickeln. Ein Beispiel für die künstlerische Neugier, die Nora Benamara antreibt. In Weimar wurde sie von so unterschiedlichen Dozenten wie Michael Schiefel und Jeff Cascaro unterrichtet und gefördert. Erste Kompositionen entstanden im Rahmen von Studienprojekten. Für ihr Diplom schrieb sie Stücke für Quartett. „Beim Komponieren habe ich gemerkt, dass mir diese Besetzung besonders liegt“.

Noch während des Studiums gründete Nora Benamara mit dem brasilianischen Gitarristen Igor Seiji das Duo Nômade und mit dem palästinensisch-syrischen Pianisten und Sänger Aeham Ahmad das Duo Sununu, das 2020 sein erstes Album veröffentlichen wird. Mit ihrem Quartett und „Amnesia“, ihrem schillernden und stimmungsvollen Debütalbum, hat die vielseitige Künstlerin einen großen Schritt in Richtung einer Karriere gemacht, in der die ganze Bandbreite ihres persönlichen Ausdrucks zum Tragen kommt.

Text: Double Moon Records

  1. Amnesia
  2. Contemplations
  3. Home on earth
  4. Utopia
  5. Comete
  6. Lonely like laika
  7. Non lieu
  8. Spirits
  9. The girl of the tree

Einen Kommentar schreiben

Bitte addieren Sie 2 und 2.