Oregon - Oregon in Moscow

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Oregon - Oregon in Moscow

Oregon
Oregon in Moscow

Erscheinungstermin: 05.04.2024
Label: Intuition, 1999

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jazz-fun`s recap:

Diese Wiederveröffentlichung ist eine Überraschung und ein wunderbares Geschenk nach so vielen Jahren. Schöne Musik, nicht nur für Oregon-Fans.

Die Formation OREGON ist sicherlich den meisten Jazz- und Klassik-Enthusiasten ein wohlklingender Begriff: In ihrer über 50-jährigen Geschichte ist die Band zu einem Synonym für genreübergreifende Musik auf höchstem Niveau geworden. 1970 aus dem legendären Paul Winter Consort hervorgegangen, verbanden Oregon von Anfang an Stilelemente des Jazz mit denen der symphonischen Klassik und dem, was heute unter dem Sammelbegriff "Weltmusik" zusammengefasst wird. Ruft man sich in Erinnerung, dass die Einbeziehung musikalischer Einflüsse von außerhalb des "westlichen" Kulturkreises damals alles andere als üblich war, wird der Pionierstatus dieser Gruppe umso deutlicher.

Trotz (oder vielleicht gerade wegen) ihrer schwer einzuordnenden Musik und auch trotz einiger herber Rückschläge - wie dem tragischen Tod von Gründungsmitglied Collin Walcott 1984 oder dem plötzlichen, weniger schicksalhaften Ausstieg des Perkussionisten Trilok Gurtu Mitte der 90er Jahre - haben Oregon nicht nur bis heute überlebt, sondern sind längst zu einer eigenen Legende geworden. Ende der 90er Jahre machte sich das Kerntrio -- verstärkt durch den hervorragenden Perkussionisten Mark Walker und den Erfolgsproduzenten Steve Rodby -- an die Verwirklichung eines ehrgeizigen Projekts, das zwar schon oft angedacht, aber nie in die Tat umgesetzt worden war: ein Oregon-Album mit symphonischer Begleitung.

Wie sich herausstellen sollte, war das auch alles andere als einfach, denn obwohl es im Laufe der langen Bandgeschichte immer wieder öffentliche Auftritte von Oregon mit begleitendem Orchester gegeben hatte, erwies sich die Realisierung entsprechender Aufnahmen als echte Herausforderung an das Koordinationsgeschick aller Beteiligten; schließlich setzt man sich nicht einfach in den nächstbesten Flieger, schnappt sich irgendwo ein freilaufendes Orchester, mietet dann ein passendes (!) Studio und legt los. Nach langem Suchen und einigen planerischen Sackgassen - und mit der „Perestroika" im Rücken - fiel die Wahl schließlich auf Moskau, genauer gesagt auf das "Große Symphonieorchester des Moskauer Rundfunks im Namen Tschaikowskys" und das klanglich vorbildliche "Staatsaufnahmehaus" des GDRZ. Hier entstanden im Juni 1999 in nur sechs Aufnahmetagen die 15 Titel des Doppelalbums, die einen Querschnitt durch die gesamte musikalische Geschichte der Gruppe Oregon darstellen.

Die Aufnahmen erfolgten strikt simultan, d.h. Band und Orchester standen sich im Aufnahmeraum gegenüber und spielten die Stücke gemeinsam ein. Keine Overdubs, keine Schönheitskorrekturen, nur Aufnahme und Abmischung mit höchstem Qualitätsanspruch. Insofern vereint "Oregon in Moscow" die besten Eigenschaften einer Live-Aufnahme mit denen einer Studioproduktion. Zudem hört man dem Ergebnis an, dass die '6 Days of Moscow' trotz des straffen Zeitplans und der anspruchsvollen Aufnahmebedingungen für alle Beteiligten eine ebenso intensive wie befriedigende Erfahrung gewesen sein müssen. Produzent Steven Rodby beschreibt in den Linernotes einen exemplarischen Moment wie folgt: "... die Musik schwoll an, und als [der Take] zu Ende war, brach das Orchester spontan in Applaus, Stampfen und Jubel aus. Diesen Augenblick werde ich, wie so viele andere aus jenen Tagen, nie vergessen".

Dem ist wenig hinzuzufügen. Oregon und das Tschaikowsky-Orchester unter George Garanian führen gemeinsam das ohnehin traumhaft schöne Repertoire dieser Ausnahmeformation in neue Dimensionen, ins Breitwandformat sozusagen. Ein klangfarbenprächtiges Fest für die Ohren, voller Schönheit, Anmut und (Ra)Finesse, auf das die Beteiligten zu Recht stolz sein können.
Wir sind es jedenfalls.

Das legendäre Doppelalbum wurde nun anlässlich des 25-jährigen Aufnahmejubiläums remastered und erscheint als Doppelvinyl (180gr-) im Gatefold in der „Intuition Master-Series".

Text: Intuition

LP 1

  1. Round robin
  2. Beneath an evening sky
  3. Acis and galatea
  4. The templars
  5. Anthem
  6. All the mornings bring
  7. Along the way
  8. Arianna
  9. Icarus

LP 2

  1. Waterwheel
  2. Spanish stairs
  3. Free-form piece for orchestra & improvisors
  4. Spirits of another sort
  5. Firebat
  6. Zephyr

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