Paul Bernewitz - Someday

Paul Bernewitz - Someday

Paul Bernewitz
Someday

Erscheinungstermin: 08.11.2022
Label: Unit Records, 2022

Paul Bernewitz - Someday - bei bandcamp kaufen

Paul Bernewitz - piano & arrang
Amelie-Marie Richarz - b
Jonas Sorgenfrei - dr
Paul Scheugenpflug - ss, as
Michael Reiß - ts
Regina Heiß - voc

„I Hear A Rhapsody“: Acht rhapsodische Parcours

Was können uns Songs aus dem American Songbook, die vor 50 bis 80 Jahren veröffentlicht wurden, heute noch geben? Nach dem Hören des emotionalen Debütalbums von Paul Bernewitz wissen wir es: Endlos viel. Paul Bernewitz‘ Arrangements sind nicht bloß „Arrangements“ – wie es viele gibt von „Someday My Prince Will Come“ und anderen weltberühmten Songs –, es sind neue Erzählungen, Fortspinnungen, kleine Bergwerke, Parcours: die um Freiraum ringen, wo Vorbestimmtes abrollt, und Gültiges herbeisehnen, wo Leere und Belanglosigkeit dominieren.

Paul Bernewitz hat 2020 in Nürnberg eine Band zusammengestellt, die aufstrebende Individuen der süddeutschen Jazzszene zusammenführt, um seine Musik zum Leben zu erwecken. Mit dem renommierten, poetisch ziselierenden Schlagzeuger Jonas Sorgenfrei (der schon mit zwei breit rezipierten Alben bei UNIT Records Aufsehen erregte), der hellwachen, wie ein Anker sturmfesten Bassistin Amelie-Marie Richarz, den wendigen, aus der Seele sprechenden Saxophonisten Paul Scheugenpflug und Michael Reiß und der charismatischen Sängerin Regina Heiß hat er ein hervorragend besetztes Ensemble an seiner Seite. Das Ensemble wächst musikalisch zusammen, ohne dabei zu „verkleben“ – daher der transparente, vielgliedrige Klang. Sie bleiben, obwohl alle Teil der großen Erzählung, auf ihren Koordinaten, um von ihren Perspektiven zu berichten. Die Band fordert ein, zwingt, kehrt aber auch schnell wieder in ihren Orbit zurück, sucht dort ihre Schwingung: Kein guter Geschichtenerzähler drängt sich auf.

Spielfreude ist gepaart mit einer erstaunlichen Reife und Tiefe der Aussage. Alles scheint verwurzelt in der Einsicht, inhaltliche Ambivalenzen in der Musik spiegeln zu wollen. Ergebnis ist ein hintergründig tastender, oft drängender, grüblerischer Fluss – purer Anti-Kitsch. Auch so kann Contemporary Jazz klingen.

Text: Unit Records

jazz-fun.de meint:
Die Arrangement-Ideen nehmen kein Ende. Jazz-Improvisationen, Dynamik und Kreativität sind erstaunlich. Das Album muss gehört und genossen werden wie ein guter Wein.

  1. Take Seven (Take Five)
  2. I Hear A Rhapsody
  3. Alfie
  4. Someday My Prince Will Come
  5. It Ain't Necessarily So
  6. Lady Bird
  7. Cherokee
  8. Days Of Wine And Roses

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