Peter Hedrich - Simplicity

Peter Hedrich - Simplicity - Album cover
Peter Hedrich - Simplicity

Peter Hedrich
Simplicity

Erscheinungstermin: 05.09.20254
Label: Mons Records, 2025

Peter Hedrich - Simplicity - bei JPC kaufen

jazz-fun`s recap:

Peter Hedrich präsentiert mit Simplicity ein Werk, das sich bewusst auf die Essenz des Jazz konzentriert: klare Themen, eine tiefe Verwurzelung in der Tradition und eine erfrischende Nähe zum Blues. Schon beim ersten Hören spürt man, dass es hier nicht um Effekthascherei oder verkopfte Konzepte geht, sondern um die Freude am direkten musikalischen Ausdruck.

Die Stücke leben von wunderbaren Melodien und geschmackvoll eingesetzten Solopassagen, die stets im Dienst der Musik stehen. Nichts wirkt überladen oder überflüssig – im Gegenteil: die bewusst gewählte Zurückhaltung verleiht der Musik eine besondere Intensität. Alles hat seinen Platz, jede Note trägt zum emotionalen Gehalt des Albums bei.

Simplicity ist ein Album für alle, die gute Musik suchen, die Herz und Ohr gleichermaßen anspricht. Es bietet Entspannung und zugleich musikalische Tiefe, weit entfernt von überkonstruierten Projekten. Ein Album, das mit seiner Schönheit und Ehrlichkeit überzeugt und das man immer wieder gerne auflegt.

(Jacek Brun, 06.09.2025)

Besetzung

Peter Hedrich - trombone/composition
Fabian Schöne - altosaxophone
Felix Hauptmann - piano
Reza Askari - bass
Kevin Naßhan - drums

feat:
Ernie Hammes - flugelhorn & trumpet
Veronika Morscher - vocals
Luke Brimhall - trombone
Thilo Wagner - piano
Jhonathan Giraldo Rincon - percussion

Streichquartet bei "Hope and Tears":
Aida Petrossion - violine 1
Maria Alaff - violine 2
Pau Vall Coromina - viola
David Rebull - cello

Ein Album voller Klarheit und ehrlicher Jazz-Sprache

Acht Jahre nach seinem Solodebütalbum New Hope meldet sich der saarländische Posaunist und Komponist Peter Hedrich am 5. September 2025 mit dem Nachfolger Simplicity zurück. „New Hope” war eine Hommage an Hedrichs Mentor Jiggs Whigham. Mit Simplicity geht er nun einen Schritt weiter. Sieben der insgesamt acht Stücke stammen aus seiner eigenen Feder.

„Simplicity” steht dabei für Hedrichs musikalische Philosophie: Musik muss nicht kompliziert sein – sie muss vor allem berühren. Anstelle von Virtuosität und Selbstdarstellung stellt er Emotionen in den Mittelpunkt seiner Kompositionen und lässt die Musik für sich sprechen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Verbindung von Achtsamkeit und Musik, die von seiner Ausbildung zum Achtsamkeitstrainer inspiriert wurde und sich auch im Albumcover widerspiegelt.

Hedrich schrieb die Stücke für das Album mit dem Klang seiner Band im Kopf. Konsequent waren auch die Aufnahmen: ohne Probe, live im Studio. Dieser Prozess hat durch die enge musikalische Verbindung zwischen den Musikern dafür gesorgt, dass alle Stücke ihren ganz eigenen Charakter entfalten konnten.

Hedrichs Quintett besteht aus Fabian Schöne (Altsaxofon), Felix Hauptmann (Klavier), Reza Askari (Kontrabass), Kevin Naßhan (Schlagzeug) und Hedrich selbst (Posaune). Stilistisch sind die Musiker sehr unterschiedlich geprägt, entwickeln beim gemeinsamen Spiel aber eine ganz eigene, tiefe Klangsprache.

Als Gäste sind auf einigen Titeln der luxemburgische Trompeter Ernie Hammes, die österreichische Sängerin Veronika Morscher, der US-amerikanische Posaunist Luke Brimhall und der deutsche Pianist Thilo Wagner zu hören. Zudem hat der britische Arrangeur Callum Au ein eindrucksvolles Streicherarrangement beigesteuert.

Die Stücke auf Simplicity sind so vielfältig wie die Emotionen, die sie transportieren. „Ghost” basiert auf den Akkorden von Wayne Shorters „Armageddon” und thematisiert die Herausforderungen des Erwachsenwerdens. Der Titelsong „Simplicity” verbindet schlichte Schönheit mit einem raffinierten Arrangement und ist die perfekte Verkörperung von Hedrichs musikalischer Haltung.

„Hope and Tears“ ist die erste Komposition des Musikers überhaupt und wurde bereits auf New Hope veröffentlicht. Für das neue Album entstand eine neue Version mit einem bewegenden Text von Veronika Morscher sowie einer neuen orchestralen Tiefe durch Callum Aus' Streicherarrangement. „Home” ist eine klangliche Liebeserklärung an Hedrichs Heimat im Saarland, während „Swinging on a Cloud” ein energiegeladenes Feature für Kevin Naßhan am Schlagzeug ist. In „Mourn“ fängt Hedrich mit melancholischen Melodien und bewegenden Harmonien die wellenförmige Natur einer Trauerphase ein.

„Simplicity“ zeigt eindrucksvoll, dass wahre Tiefe in der Musik nicht von Komplexität abhängt, sondern von Ehrlichkeit, Emotion und der Fähigkeit, die Musik über das eigene Ego zu stellen. Ein Album, das berührt, inspiriert und nachhallt.

Peter Hedrich ist ein in Saarlouis geborener deutscher Jazzmusiker und Komponist. Schon in früher Kindheit kam er im Elternhaus mit Musik in Berührung und fing mit sechs Jahren an, Posaune zu spielen. Nach einer klassischen Musikausbildung und dem Abitur widmete er sich ganz dem Jazz – von der Landesschülerbigband des Saarlandes bis zum Bundesjazzorchester, in dem er zwei Jahre lang spielte.

Nach dem Abitur studierte Hedrich zunächst Jura, bevor er 2018 ein Studium der Jazz- und Aktuellen Musik aufnahm, welches er als Bachelor of Arts abschloss. Daneben nahm er privaten Unterricht bei namhaften Posaunisten wie Jiggs Whigham, Andy Hunter, Ludwig Nuss, Ansgar Striepens und Hansjörg Fink.

Mit seiner eigenen Band, dem Peter Herbolzheimer Quintett, hat er 2018 sein Debütalbum New Hope veröffentlicht, das eine Reflektion von Jiggs Whighams Album Hope ist. Die CD, bei der Jiggs Whigham als Gast mitwirkt, wurde für die Quartalsbestenliste des Preises der deutschen Schallplattenkritik nominiert. „Mit seinem Debütalbum […] ist Peter Hedrich etwas Wunderbares gelungen. Er interpretiert melodiös, einfühlsam, lyrisch, rhythmisch brillant und mit warmherzigem Ton“, schrieb das Jazz Podium.

Neben seinem eigenen Quintett war und ist er unter anderem Mitglied der Big Band der Polizei des Saarlandes, des Silent Explosion Orchesters des Schlagzeugers Kevin Naßhan sowie des Abstrakt Orchesters. Auf Europatournee war er mit den Musicals „The Addams Family” und „Monty Python’s Spamalot”. Er hat unter anderem mit dem Glenn Miller Orchestra, der WDR Big Band, Stefan Gwildis, den Söhnen Mannheims, Florian Ross, Pe Werner, Veronika Morscher, Felix Hauptmann, dem In.Zeit Ensemble, Wollie Kaiser, Stefan Scheib, Ernie Hammes und dem Saarländischen Staatsorchester zusammengearbeitet.

Text: Mons Records

Titelliste

  1. Ghost
  2. Simplicity
  3. Intero to Hope and Tears
  4. Hope and Tears
  5. Home
  6. Swinging on a Cloud
  7. Mourn
  8. Better Go Blues

Einen Kommentar schreiben

Bitte addieren Sie 3 und 1.