Peter Schwebs - In - Between Seasons & Places

Peter Schwebs - In - Between Seasons & Places

Peter Schwebs
In-Between Seasons & Places

Erscheinungstermin: 18.01.2013
Label: Berthold, 2012

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Am Anfang ein Unisono von Tenorsax und Jazzgitarre, beschwingt und angenehm warm. Ein Sound, der an alte Blue-Note-Aufnahmen aus den 50er oder frühen 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts denken lässt. Aber nach diesem melodischen Einstieg ändert sich das Klangbild von „8th Avenue Express“, wird ruppiger, verästelt sich stärker, wird kleinzelliger und zerbrechlicher. Mit der historischen Bop-Phase des Jazz hat das nur am Rande zu tun, und wenn, dann nur in lyrischen Momenten.

„8th Avenue Express“ ist der Opener der CD In-between Seasons & Places des Peter Schwebs Quintets. Der Stücktitel deutet es schon an: wir befinden uns in New York.

„Von 2006 bis 2009 habe ich auf dem Sugar Hill in Harlem gewohnt und der A-Train bzw. die 8th Avenue Express Subway Linie war das tägliche Fortbewegungsmittel ins Village. Dabei hatte ich einige Zeit mit verschiedenen Melodien und Rhythmen in meinem Kopf rumzuspielen,“ erklärt Peter Schwebs schmunzelnd.

Der Bassist aus Hannover bewegt sich nämlich in einem den Atlantik locker überquerenden Dreischritt durch die Welt: Mal ist er in seiner Heimatstadt zuhause, mal in Berlin, dann wieder in New York. Folglich pflegt er auch transatlantische musikalische Freundschaften. Das hat er schon auf seinem vor drei Jahren erschienenen Debütalbum so gehalten, und so hält er es auch jetzt. Drei seiner Mitstreiter sind US-Amerikaner, nur Tenorsaxofonist Ben Kraef – übrigens mit deutsch-montenegrinischen Wurzeln – ist auch so ein Zugvogel wie Schwebs, und lebt mal in New York, mal in Berlin. Alle Musiker waren auch schon an Peter Schwebs’ Debüt-CD beteiligt, wir hören hier also ein eingespieltes Team, dessen Zusammenspiel auch deutlich vom Teamgeist geprägt ist, selbst wenn sich der Bandkopf hier und da ein Bass-Solo in seine Kompositionen geschrieben hat oder ein warm klingendes Intro wie zu „X-Berg Insomnia“, bei denen er dann sein sensitives Können und seinen differenzierten Sound demonstrieren kann. Vor allen Dingen aber überzeugt das Quintett durch ein ausgewogenes, sich fein auffächerndes Klangbild, das die Interaktionen innerhalb der Band transparent werden lässt. Und dieser Austausch ist von besonderer Qualität, denn hier drängt keiner in den Vordergrund, allen Musikern ist an einem austarierten Gruppenklang gelegen, und auch die Solopassagen schälen sich bruchlos aus dem Bandsound heraus und kehren ebenso bruchlos wieder in ihn zurück.

„Als ich mich vor einigen Jahren entschieden habe, selbst eine Band als Leader ins Leben zu rufen, war mir besonders wichtig, dass es nicht nach einer Band eines Bassisten klingt, wo sich der Bass evtl. künstlich in den Vordergrund stellt. Beim Komponieren steht für mich der melodische Aspekt im Vordergrund und ich versuche mir immer vorzustellen, wie das Stück mit der Band klingt bzw. was die einzelnen Musiker dazu spielen könnten. Das Schöne ist – bei der ersten Probe klingt dann alles ganz anders...“, fügt Peter Schwebs hinzu.

Das Peter Schwebs Quintet verfügt in seinem Spiel nicht nur über den nötigen Punch wie im Track „On Cortelyou Road“, sondern auch über die notwendige Gelassenheit, um ruhigere Stücke wie „Chanda“ oder das Titelstück „In-between Seasons & Places“ in ihrer Klangschönheit voll auszukosten. Sechs der acht Stücke stammen aus der Feder von Peter Schwebs, zwei hat der Gitarrist Douglas Bradford beigesteuert, aber auch der Tenorsaxofonist Ben Kraef oder der Pianist Julian Pollack bekommen genügend Raum, um ihr Können zu demonstrieren.

„Das Album 'In-between Seasons & Places' ist die Fortsetzung meiner Working Band in New York. Und auch das Titelstück selbst steht im direkten Bezug zu unserem ersten Album „Stories from Sugar Hill“, wo ich es nur im Duo mit dem Gitarristen Douglas Bradford aufgenommen habe. Bei den Live-Konzerten haben wir es dann mit der ganzen Band gespielt. Dabei hat sich das Stück immer mehr verändert und entwickelt, so wie auch das Zusammenspiel in der Band. Dies war auch der Antrieb, ein neues Album mit dieser Besetzung aufzunehmen und die Musik zu dokumentieren.“ Fügt der Bandleader.

  1. 8th Avenue Express
  2. X-Berg insomnia
  3. Chanda
  4. Daedalus
  5. Goodbye in Newark
  6. On Cortelyou Road
  7. In-between seasons & places
  8. Stranger at home

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