Philipp Gropper’s Philm - The Madman of Naranam

Philipp Gropper’s Philm - The Madman of Naranam

Philipp Gropper’s Philm
The Madman of Naranam

Erscheinungstermin: 12.06.2015
Label: WhyPlayJazz (RS018), 2015

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»The Madman of Naranam«, diesen Namen trägt das neue Album von Philipp Gropper’s PHILM. In der indischen Mythologie wird »Madman of Naranam« der Figur des Naranth Brantham zugeschrieben, der es sich zur Aufgabe machte, unaufhörlich einen Felsen den Berg hinaufzuschleppen und diesen sogleich wieder zurück hinunterrollen zu lassen. Doch im Gegensatz zu Sysiphos verrichtet der »Madman« seine Aufgabe, die trotz großer Mühen kein Ziel oder absehbares Ende in sich trägt, nicht aus Strafe, sondern freiwillig und mit großer Freude.

Einen ähnlichen Ansatz verfolgt der 1978 in Berlin geborenen Saxofonist und Komponist Philipp Gropper. Von all den jungen Jazzmusikern, die unter dem Einfluss der Gruppierung »Der Rote Bereich« standen und diesem entwachsen sind, zählt er für mich zu den interessantesten und inspirierendsten. In den letzten Jahren hat er zu einer sehr eigenen und speziellen musikalischen Sprache gefunden und wird nicht müde, fortwährend an ihr zu feilen und deren Vokabular stetig zu erweitern. Sicher gehört er zu den technisch versiertesten Saxofonisten der mittlerweile internationalen Szene in Deutschland, meiner Ansicht nach aber auch zu den Reifesten. Ihm geht es zu keiner Zeit darum seine technischen Errungenschaften zur Schau zu stellen, sondern um etwas Grundlegenderes:
»Je länger ich Musik mache, desto wichtiger ist mir und desto klarer nehme ich wahr, was Musik, was eine Band transportiert, welche Botschaft von Ihr ausgeht. Diese durch die transzendierende Qualität von Musik erfahrbare Essenz ist, worum es geht und sie ist absolut unabhängig von Stilistik oder Besetzung. Reine Virtuosität, reine intellektuelle Höhenflüge oder die allgegenwärtige Weichgespültheit langweilen mich, es geht mir um Direktheit und Aura. Ich bin der Tradition sehr verbunden, versuche aber ständig deren Lebendigkeit und Frische, die jeweils nur im zeitlichen Kontext entstehen konnte und den alten Meistern gleichzeitig ihre Zeitlosigkeit sicherte, zu verstehen und weiterzutragen.«

Die nun entstandenen Aufnahmen für das zweite Album seiner Band PHILM (Philipp Gropper’s erster Band als Leader neben den kollektiv geleiteten Bands HYPERACTIVE KID und TAU) sind nicht nur das Ergebnis einer schon seit nunmehr fünf Jahren andauernden, sehr lohnenden Suche, sondern auch eines von kompromissloser, beeindruckend zielstrebiger Arbeit. Seit langem habe ich nicht mehr eine so tief berührende Aufnahme einer europäischen Band gehört. Dabei hebt Elias Stemeseder (u. a. Jim Black Trio, Nels Cline Trio), zusammen mit Andreas Lang (u. a. Kurt Rosenwinkel, Gunther Hampel) und Oliver Steidle (u. a. Der Rote Bereich, Peter Brötzmann), Groppers Kompositionen auf ein neues musikalisches Level. Diese erinnern mich in ihrer Atmosphäre entfernt an den Spektralisten Gerard Grisey, sind aber intuitiver. Seine Musik strahlt für mich trotz ihrer rhythmischen Komplexität und Virtuosität eine archaische Kraft aus und ist gleichzeitig voller Licht.
— Wanja Slavin, Berlin am 7. April 2015

Philipp Gropper (ts, comp)
Andreas Lang (b)
Oliver Steidle (dr)
Elias Stemeseder (p)

  1. Madman of Naranam
  2. Quintuplets 3
  3. Photostomias Guernei (The Deep)
  4. Quintuplets 7
  5. Ze
  6. 2nd Try
  7. Quintuplets 5
  8. Für die 68er
  9. 01101010010

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