Ralf Dombrowski - 111 Gründe, JAZZ zu lieben - Eine Liebeserklärung

Ralf Dombrowski - 111 Gründe, JAZZ zu lieben

Ralf Dombrowski
111 Gründe, JAZZ zu lieben

264 Seiten | Premium-Paperback (mit zwei Bildteilen)

ISBN 978-3-86265-804-6
14,99 EUR (D)

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Einst begannen die meisten Musikhistoriker ihre Aufarbeitungen des Jazz mit einem Kapitel über die Baumwollfelder entlang des Mississippi. Seit den 1970ern starten viele Autoren ihre Würdigungen des afroamerikanischen Musik-Kulturguts mit einer Auflistung der afrikanischen und karibischen Roots.

Der Musikjournalist und Radiomoderator Ralf Dombrowski huldigt im Opener seiner „111 Gründe, Jazz zu lieben“ erst einmal dem belgischen Instrumentenbauer Adolphe Sax, der 1840 die Militärmusik mit der Erfindung des Saxofons revolutionierte. In den 110 nachfolgenden Kurz-Essays beschreibt er die Entwicklung des Jazz überwiegend im Tonfall einer Tragikomödie, die vor allem auch für Nicht-Jazzkenner zu lesen ist wie ein Krimi. Die Tatorte reichen von Louis Armstrongs New Orleans über Chicago, New York und die kalifornische Westcoast bis nach Peter Brötzmanns Wuppertal und Willem Breukers Amsterdam.

Duke Ellington, Miles Davis und andere stilprägenden Musiker werden gebührend erwähnt. Ralf Dombrowski setzt auch den bedeutenden Förderinnen – zum Beispiel der Bebopmusiker-Mäzenin  Pannonica de Koenigswarter – und solchen Förderern wie Norman Granz, der den Jazz in die Philharmonien und andere „weiße“ Konzerthäuser brachte, oder den Gründern von Plattenlabels wie Atlantic und Blue Note ein Denkmal.

Weiteren Auftrieb erfuhr der Jazz durch das Verbot von Alkohol und Drogen – und gleichzeitig auch durch den Miss- und Gebrauch derselben. Ausgerechnet in den Speakeasy-Hinterzimmern der Prohibitionszeit entwickelte sich der Jazz in den 1920ern endgültig von einer Tanz- und Unterhaltungsmusik zur ernster zu nehmenden Kunstform.  

Ralf Dombrowski erinnert auch an die Swing- und Oldtime-Revivals, die dem Jazz immer wieder neues Blut zuführten. Und natürlich an die ständige Konfrontation mit den Klassik-Kollegen, aus der keiner von den beteiligten E- und U-Musikern, Komponisten und Arrangeuren als wahrer Sieger hervorging.

Als weitere Ursache für seine Jazz-Bewunderung nennt Ralf Dombrowski die Tatsache, dass viele den „Jazz studieren, ohne zu wissen, ob sie davon leben können“. Doch am wirkungsvollsten verführt der Autor von „,,111 Gründe, Jazz zu lieben“ den Leser dieses Buches zum immer wieder neuen Hinhören mit seinem 55. Argument: „Weil niemand weiß, was Jazz eigentlich ist“.

Text: Winfried Dulisch

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